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Kira Urschinger (Foto: SWR3)

Nicht jeder kann zum Arzt gehen und sich auf Corona testen lassen. Warum ist das so? Wie funktioniert ein Corona-Test? Und stimmt es, dass man sich auch selbst testen kann?

Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel ist vom 21.4.2020. Nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen sind einige Inhalte nicht mehr aktuell. Aktuelle Entwicklungen zur Corona-Pandemie erfahrt ihr immer in unserem Corona-Ticker.

Immer wieder hört man von Leuten, die sagen, sie seien beim Arzt gewesen mit Symptomen und seien nicht getestet worden. Ein riesiges Thema auch in Facebook-Gruppen und Foren rund um Corona – die Unsicherheit ist bei vielen groß. Und es ist ja auch gar nicht so einfach, den Unterschied zwischen einer Grippe und einer Erkrankung durch das Coronavirus selbst zu erkennen: Die ersten Anzeichen sind schließlich sehr ähnlich.

Erste Symptome sind bei COVID-19 der Grippe sehr ähnlich

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Untersuchungen des Robert-Koch-Instituts zeigen: Die häufigsten Corona-Symptome sind Fieber und trockener Husten. Von Fieber sprechen Mediziner bei einer Körpertemperatur von über 38 Grad Celsius. „Je mehr Fälle man sieht, desto mehr wird auch an seltenen Symptomen dazukommen“, erklärt Peter Kremnser, Infektiologe des Universitätsklinikums Tübingen, für SWR3. Hier haben wir eine Übersicht der gelisteten Symptome zusammengestellt.

Wer unsicher ist oder sich beraten lassen möchte, sollte zunächst seinen Hausarzt anrufen oder die Nummer 116 117 wählen. Wichtig: Nicht in die Praxis gehen – wenn man wirklich etwas hat, ist das natürlich eine Ansteckungsgefahr für die Mitmenschen.

In den Bundesländern werden weitere unterschiedliche Dienste angeboten. Die wichtigsten Hotlines und Beratungsstellen haben wir hier zusammengefasst.

Wenn diese Kriterien erfüllt sind, macht man einen Corona-Test

Der Arzt wird am Telefon erst einmal Fragen stellen, um herauszufinden, wie wahrscheinlich eine Infektion ist und ob man zu einer Risikogruppe gehört. Ob ein Corona-Test gemacht wird oder nicht, hängt laut Bundesgesundheitsministerium von drei wichtigen Kriterien ab:

  1. Der Patient hat grippeähnliche Symptome
  2. UND war in den letzten 14 Tagen in einem Gebiet, in dem vermehrt Coronavirus-Fälle aufgetreten sind
  3. ODER war in den letzten 14 Tagen in Kontakt mit jemandem, der positiv auf Corona getestet wurde, also bestätigt infiziert ist.

Das ist aber keine Garantie:

Die Entscheidung, ob es sinnvoll ist, einen Test durchzuführen, obliegt Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Bundesgesundheitsministerium

Dass die behandelnden Ärzte das letztlich entscheiden, wird teilweise kritisiert. Dahinter steckt aber auch, dass es eine begrenzte Zahl von Tests gibt, bei denen der Mediziner je nach Anzahl seiner zu testenden Patienten auch abwägen muss, wem er einen geben kann. Dabei kann beispielsweise jemand, der einer Risikogruppe angehört oder bestimmte Vorerkrankungen und ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf hat, vorgezogen werden.

Alle Menschen auf Coronavirus-Infektionen zu testen, ist nicht möglich. Deshalb ist es sinnvoll, die Gesamtzahl der Tests zu begrenzen und damit Kapazitäten für besonders betroffene Personengruppen wie Pflegebedürftige, Ärzte, Kranken- und Altenpfleger freizuhalten.

Tanja Wolf, Gesundheitsexpertin der Verbraucherzentrale NRW

Wie genau verläuft eine Erkrankung mit Corona?

Nur etwa sechs bis neun Prozent der Tests sind positiv

Tatsächlich handelt es sich in den meisten Fällen nur um eine Erkältung oder Grippe: Etwa sechs bis neun Prozent aller in Deutschland durchgeführten Testergebnisse waren positiv auf das neue Coronavirus. Das geht aus einer Übersicht des Robert-Koch-Insituts hervor, in der die Testergebnisse gelistet werden.

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Dennoch gilt die Empfehlung, dass sich alle Menschen mit verdächtigen Symptome sofort in freiwillige Quarantäne begeben und damit vorsichtshalber das Risiko minimieren, jemanden anzustecken.

Wie funktioniert der Coronavirus-Test?

Zur Abklärung einer Infektion entnimmt die Ärztin oder der Arzt eine Probe mit einer Art überdimensioniertem Wattestäbchen. Der Abstrich erfolgt in den Atemwegen, zum Beispiel aus dem Nasen-, Mund-, Rachenbereich oder dem ausgehusteten Sekret. Die Proben werden laut Bundesgesundheitsministerium an ein Diagnostiklabor geschickt, das mit einem speziellen Verfahren prüft, ob das Coronavirus in der Probe nachgewiesen werden kann.

Wenn das Ergebnis beim behandelnden Arzt vorliegt, sagt er dem Patienten oder der Patientin bescheid.

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Wie lange dauert es, bis ich das Ergebnis habe?

Der reine Labornachweis dauert zwischen vier und fünf Stunden. Der ganze Prozess aber dauert länger – also von der Entnahme bis zu den vorliegenden Testergebnissen. Gerechnet wird mit insgesamt 24 bis 48 Stunden, weshalb die aktuellsten Meldezahlen, etwa des Robert-Koch-Instituts, immer einen zurückliegenden Moment zeigen, nicht aber den Ist-Zustand.

SWR Aktuell erklärt hier die Abweichungen der Zahlen durch die Verzögerung der Meldung genauer.

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Wer trägt die Kosten für die Untersuchung?

In Deutschland übernimmt die Krankenkasse die Kosten für den Test. Das ist nicht überall auf der Welt so: In den USA beispielsweise gab es noch bevor die Infiziertenzahlen drastisch anstiegen Debatten über die hohen privaten Kosten, die durch die Untersuchung entstünden. Im Internet gab es Unmengen an Memes, die sich über Corona-Tests als Prestigeobjekt lustig machten und beispielsweise ärmeren Menschen empfahlen, jemand Reiches anzuhusten um herauszufinden, ob man selbst krank ist.

Gibt es einen Corona-Schnelltest oder Selbsttest?

Einen Schnelltest für Corona, so wie ein Schwangerschaftstest, existiert derzeit nicht.

Im Netz kursieren dafür verschiedene Tipps, wie ich mich selbst testen kann. Zehn Sekunden Luft anhalten zum Beispiel – wenn das geht, dann sei die Lunge noch okay und ich hätte kein Corona. Das ist Quatsch.

Und natürlich gibt es auch mittlerweile Do-it-yourself-Kits im Netz zu bestellen, mit denen man zu Hause einen Abstrich machen kann. Auch die bringen nichts. Die Verbraucherzentrale NRW warnt, „besser die Finger von diesen Selbsttests zu lassen.“

Die Gründe:

  • Der Test ist kompliziert und fehleranfällig. Er sollte nur von Experten durchgeführt werden, um zu seinem zuverlässigen Ergebnis zu führen.
  • Labore sind bereits ausgelastet. Wenn Privatpersonen nun noch Tests in Labore schicken, die nicht einmal richtig durchgeführt wurden, blockiert das Kapazitäten.
  • Die Kosten für einen Test beim Arzt zahlt die Krankenkasse, private Tests muss man selber zahlen.

Fazit: Wer charakteristische Erkältungssymptome zeigt und unsicher ist, sollte keinen Corona-Selbsttest nutzen.

Video: Kann ich mich selbst auf Corona testen?

Mehr Informationen zum Coronavirus:

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