STAND
AUTOR/IN
Svenja Maria Hirth (Foto: SWR3)

„Hi, wir sind's: die Risikogruppe“: Mit dieser Aussage machen Menschen auf sich aufmerksam, für die eine Erkrankung durch den Coronavirus tödlich sein kann – und an die man vielleicht nicht sofort denkt, wenn das Wort Risikogruppe fällt.

„Coronavirus – das ist nur gefährlich für Leute, die alt und krank sind“ – das scheint ein gängiges Vorurteil zu sein, denn es gibt den verantwortungslosen Trend dazu, dass sich junge Menschen zu Corona-Parties verabreden, um es 'schnell hinter sich zu bringen'. Dabei vergessen offenbar einige, dass es nicht ausschließlich alte Menschen sind, die zur Risikogruppe gehören.

Whatsapp-Gruppe "Corona-Party"

Diese Menschen gehören zur Coronavirus-Risikogruppe

Wer mit dem Coronavirus infiziert ist und bei wem dann COVID-19 ausbricht, hat unter normalen Umständen gute Chancen, mit einem leichten Krankheitsverlauf wieder zu genesen. Manche Personengruppen haben aber ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf, der sogar tödlich enden kann. Zu diesen Menschen zählen laut Robert-Koch-Institut (RKI):

  • Menschen ab 50 – 60 Jahren und älter
  • ältere Menschen mit Grunderkrankungen
  • Menschen mit Grunderkrankungen wie Herzkreislaufstörungen, Diabetes, Atemwegserkrankungen, Leber-, Niere- oder Krebserkrankungen – unabhängig vom Alter
  • Menschen mit unterdrücktem Immunsystem (also einer Immunschwäche)
  • Menschen, die gewisse Medikamente einnehmen, die die Immunabwehr unterdrücken (wie z.B. Cortison)

Und dann gibt es da noch diese Risikogruppe...

Diese Frauen und Männer sind weder „kettenrauchende Todkranke“ und auch nicht „alt“. Keiner ist Rentner und alle gehen gerne in Clubs, Bars und auf Konzerte. In einem Instagram-Post macht deswegen diese weitere Risikogruppe auf sich aufmerksam, denn worauf sie keinen Bock haben, ist zu sterben. „Genau das ist aber gar nicht so unwahrscheinlich, wenn du nicht einfach die nächsten Wochen zuhause bleibst und deinen sozialen Aktionsradius für ein paar Wochen einschränkst. Je nachdem, was der Gesundheitsminister vorschlägt“, schreibt @realjkrolling auf seinem Instagram-Account und stellt sich und seine Mitstreiter und Mitstreiterinnen vor.

Coronavirus Risikogruppe

Und das ist die #Risikogruppe: „@disabletonlive, @amelieebner und @wheel.pics sind das #TetraPack: Sie sind unterhalb der Halswirbelsäule gelähmt und können richtig schlecht abhusten – das Virus könnte sie töten. @kati.gaensebluemchen hat Spina Bifida und ein Lungenvolumen von einem halben Liter – ihr könnt euch vorstellen, wie praktisch das bei einer heftigen Infektion ist. @raulkrauthausen und @typitus haben Glasknochen – same story. @fraugehlhaar hat eine Muskelerkrankung, für die das Virus eine genauso tödliche Gefahr ist – so wie für die Lungen des querschnittgelähmten @realjkrolling.“

Und sie alle haben einen Apell:

Doch das ist alles noch kein Grund zu sterben – finden wir. Ich hoffe, du auch.

So kannst du helfen, dass das Coronavirus sich nicht weiter verbreitet

Egal ob du zur Risikogruppe zählst oder ob du die Risikogruppe durch dein Verhalten schützen willst, allgemein gilt: Das Risiko einer Infektion kann durch Verhaltensregeln extrem vermindert werden. Dazu zählen: Hände waschen und Abstand halten. Das Robert-Koch-Institut hat konkret dazu Maßnahmen zur Kontaktreduzierung veröffentlicht.

Im Privaten Bereich und in der Öffentlichkeit:
  • zu Hause bleiben, wann immer möglich
  • unnötige Reisen absagen
  • Abstand von 2 Metern zu anderen Personen halten
  • private Kontakte reduzieren oder ohne direkten/persönlichen Kontakt nutzen (Telefon, Internet etc.)
  • Risikogruppen durch Familien- und Nachbarschaftshilfe versorgen
  • Umgang mit Erkrankten im Haushalt festlegen (Schlafen und Aufenthalt in getrennten Zimmern, Mahlzeiten getrennt einnehmen, räumliche Trennung von Geschwisterkindern)
  • gemeinschaftliche Aktivitäten reduzieren oder ganz vermeiden
  • enge Begrüßungsrituale vermeiden (Küsschen, Händeschütteln)
Betriebe/Unternehmen
  • Home-Office ermöglichen und fördern
  • nicht notwendige (Dienst-)Reisen absagen oder per Videokonferenz durchführen

Diese Personen gehören nicht zur Risikogruppe

Laut RKI haben nach aktuellem Stand, zwei Personengruppen kein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf.

  • Schwangere (nach bisherigen Erkenntnissen aus China)
  • Kinder
STAND
AUTOR/IN
Svenja Maria Hirth (Foto: SWR3)

Meistgelesen

  1. Vendée Globe: Drama kurz vor dem Ziel Segler Boris Herrmann wird starker Vierter trotz Kollision mit Fischerboot

    Er war so knapp davor, eine Sensation bei der Vendée Globe zu schaffen – jetzt ist Segler Boris Herrmann im Ziel, als Vierter. Ein Zusammenstoß mit einem Fischerboot kostete ihn den Sieg.  mehr...

  2. Stuttgart, Freiburg

    Corona-Lage in Baden-Württemberg Kretschmann will Grundschulen und Kitas doch nicht früher öffnen

    In Baden-Württemberg bleiben Grundschulen und Kitas jetzt doch erstmal geschlossen. Der Corona-Lockdown wird auch dort bis zum 14. Februar fortgesetzt.  mehr...

  3. News-Ticker zum Coronavirus Stiko-Empfehlung: Astrazeneca-Impfstoff nur für unter 65-Jährige

    Wegen der stark gestiegenen Infektionszahlen gibt es zurzeit strengere Regeln und Beschränkungen in Deutschland. Alle aktuellen Entwicklungen gibt es hier im Ticker.  mehr...

  4. Baden-Württemberg

    BW-Ministerpräsident: Wir sind keine Schurken Kretschmann platzt wegen Corona-Kritik im TV der Kragen

    Über die Corona-Regeln wird viel diskutiert. In einer ZDF-Sendung hat BW-Ministerpräsident Kretschmann sich jetzt über Kritik an der angeblichen Uneinigkeit der Regierungschefs in der Corona-Krise aufgeregt.  mehr...

  5. Aichtal

    Streit mit den Nachbarn Lesbisches Paar hat sieben Hunde: Stören sich die Nachbarn wirklich nur an den Tieren?

    In Aichtal leben zwei Frauen mit sieben Hunden in einer Wohnung. Manchen Nachbarn scheint das zu stören. Beim Landratsamt Esslingen gingen Beschwerden wegen der Hunde ein. Daraufhin forderte das Amt: Vier Hunde müssen aus der Wohnung. Das Paar fühlt sich gemobbt: Liegt es wirklich an den Hunden?  mehr...

  6. Internet-Hype um Seefahrerlied Das sind die besten Versionen vom Shanty „The Wellerman“

    Mit einem alten Seemannslied hat ein Postbote aus Schottland überraschend einen weltweiten Internet-Trend gestartet. Jetzt sind die Shantys nach 200 Jahren zurück in der Musikwelt und sogar in sämtlichen Charts. Auch große Popstars schwimmen auf der Seefahrer-Welle.  mehr...