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Franziska Ehrenfeld
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Vanessa Valkovic
Vanessa Valkovic (Foto: SWR3)
Verena Böhm

Der Winter steht vor der Tür. Es stecken sich wieder mehr Menschen mit Erkältungskrankheiten und auch mit Covid-19 an. Viele wollen ihrem Immunsystem darum etwas Gutes tun und greifen zu Immunpräparaten. Die Investition in solche Mittel ist meistens aber unnötig.

Wirkung von Immunpräparaten meist nicht bewiesen

Vor Covid-19 schützen Immunpräparate höchstens indirekt. Ein intaktes Immunsystem hilft bei der Abwehr von Coronaviren. Ob die Immunpräparate dazu wirklich beitragen, ist oft aber nicht belegt. Denn bei den meisten handelt es sich um keine zugelassenen Arzneimittel. Das heißt: Die Hersteller mussten ihre Wirksamkeit nie unter Beweis stellen.

Unterschied: Nahrungsergänzungsmittel und Arzneimittel

Orthomol immun beispielsweise wird von Apotheken oft zur Stärkung des Immunsystems empfohlen, zählt aber nur zu den Nahrungsergänzungsmitteln. Vitasprint B12 ist dagegen als Arzneimittel zugelassen. Es soll unter anderem die Konzentrationsfähigkeit steigern. Auch für Veganer und Veganerinnen kann es durchaus sinnvoll sein, Vitamin B12 gezielt einzunehmen. Als Unterstützung für das Immunsystem ist das Mittel aber nicht gedacht. Andere Produkte, wie Vitasprint pro immun, das der Hersteller neu auf den Markt gebracht hat, fallen aber auch nur unter die Kategorie der Nahrungsergänzungsmittel. Ob ihre Einnahme den gewünschten Effekt bringt, ist also nicht klar.

Was als schnelle, einfache Lösung erscheint, ist also nicht unbedingt die beste – sondern in erster Linie teuer und nützt damit den Herstellern mehr als den Konsumenten.

Viele Immunpräparate enthalten oft insbesondere Vitamin C oder Zink. Solche Wirkstoffe spielen für die Immunabwehr zwar durchaus eine Rolle. Wer sich halbwegs ausgewogen ernährt, hat in der Regel aber keinen Vitamin C- oder Zinkmangel. Mehr hilft dann auch nicht mehr. Zu viel Zink kann auch Nebenwirkungen wie zum Beispiel Übelkeit haben.

Bevor man Nahrungsergänzungsmittel einnimmt, sollte man deshalb immer klären, ob der Körper überhaupt einen Mangel hat. Anzeichen wie Haarausfall, Muskelschwäche oder häufige Infekte können auf einen Nährstoffmangel hinweisen.

So kann ein Nährstoffmangel verhindert werden

So einen Mangel kann man in der Regel aber mit einer abwechslungsreichen, gesunden Ernährung verhindern. Dafür sollten viel Obst und Gemüse sowie wenig Fleisch, Fett und Zucker auf dem Speiseplan stehen. Wer sich daran in etwa hält, wird normalerweise reichlich Vitamine und Spurenelemente aufnehmen.

Wer gesund ist, sich wohl fühlt und nicht häufig krank wird, braucht sich also keine Sorgen um sein Immunsystem machen. Zwei bis drei Erkältungen im Jahr sind ganz normal und kein Zeichen für eine Immunschwäche.

Weil das Immunsystem aber altert, sind ältere Menschen anfälliger für Infekte. Gerade sie sollten deshalb auch darauf achten, sich regelmäßig zu bewegen – am besten an der frischen Luft: Denn Sonnenstrahlen auf unserer Haut regen die Produktion von Vitamin D an. Wichtig für das Immunsystem sind aber auch Erholungsphasen. Stress ist schädlich, genug Schlaf dagegen sehr wichtig.

Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und ausreichend Schlaf: Gesunde Menschen, die sich an diese drei Dinge halten, haben für gewöhnlich also ein intaktes Immunsystem, das keine weitere Unterstützung braucht – auch wenn so mancher Hersteller genau damit wirbt.

Wann zusätzliche Nährstoffe sinnvoll sein können

Für Menschen mit Grunderkrankungen können zusätzliche Präparate durchaus sinnvoll sein – beispielsweise für Diabetiker oder nach einer Chemotherapie. Auf jeden Fall sollte man aber einen Arzt oder eine Ärztin zu Rate ziehen. Sie können eine genaue Diagnose erstellen. Einen beliebigen Vitamincocktail zu trinken, wird dagegen kaum weiterhelfen.

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