STAND
AUTOR/IN
Anja Braun
Vanessa Valkovic
Vanessa Valkovic (Foto: SWR3)

Mit welchen Impfstoffen wird geboostert, wann kann ich mich um einen Termin kümmern und wann ist diese Pandemie endlich vorbei? Fragen über Fragen – hier gibt es Antworten!

Booster-Impfung: Wann kann ich einen Termin machen?

Bisher hat die Ständige Impfkommission (Stiko) die sogenannte Booster-Impfung sechs Monate nach der zweiten Impfung gegen das Coronavirus empfohlen. Jetzt hat die Kommission ihre Empfehlung geändert: Der Booster soll bereits nach drei bis vier Monaten erfolgen. Warum hat es sich die Stiko jetzt doch anders überlegt? Anja Braun aus der SWR-Wissenschaftsredaktion erklärt:

„Die Stiko begründet die Eile für die Auffrischungsimpfung mit der rasanten Verbreitung der Omikron-Variante in Deutschland. Denn der Schutz durch die beiden Grundimpfungen lässt gegen die Omikron-Variante offenbar schon nach drei bis vier Monate stark nach. Das haben jüngste Laboruntersuchungen gezeigt. Der Schutz sollte dann rasch aufgefrischt werden – durch den sogenannten Booster, die Auffrischungsimpfung. Bisher waren die Fachleute davon ausgegangen, dass der Schutz gegen die bekannten Corona-Varianten sechs Monate lang anhält nach einer doppelten Impfung oder auch einer Genesung. Omikron hat uns da offenbar einen Strich durch die Rechnung gemacht. Deshalb zieht die Stiko jetzt nach und empfiehlt die Auffrischung des Schutzes für alle schon nach drei Monaten. Allerdings sagt das Gremium auch, dass als erstes ältere oder vorerkrankte Personen geboostert werden sollten, denn die haben ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19. Außerdem setzt die Stiko auch darauf, dass durch rasches Boostern der Bevölkerung die Verbreitung von Omikron zumindest etwas eingedämmt wird.“

Ist BA.2 ansteckender? Omikron und ihr Subtyp BA.2: Was über die Corona-Variante bekannt ist

In Deutschland breitet sich ein Subtyp von Omikron aus: Er heißt BA.2. Welche Rolle er in der Corona-Pandemie spielt, wird untersucht. Hier erfahrt ihr, was bisher bekannt ist.  mehr...

Müssen wir uns jetzt alle drei Monate impfen lassen?

Laut Stiko ist gerade noch nicht absehbar, wie lange der Schutz nach der Booster-Impfung anhält – der Datenlage sei hier aktuell noch zu dünn. Anja Braun aus der SWR-Wissenschaftsredaktion erklärt:

„ Es ist wirklich schwierig zu beurteilen, denn wir befinden uns ja in einer dynamischen Lage. Das bedeutet, die Umstände und auch die Virusvarianten verändern sich und wir wissen einfach noch nicht, was als nächstes kommt. Selbst über die Omikron-Variante wissen wir noch nicht besonders viel. Klar ist aber, dass die Impfstoffhersteller dabei sind, einen auf Omikron angepassten Impfstoff zu entwickeln. Der soll aber frühestens im März verfügbar sein. Da wir können uns tatsächlich nochmal auf weitere Schutz-Impfungen einstellen. Aber es ist immer noch deutlich besser sich durchs Impfen zu schützen, als einen schweren Krankheitsverlauf zu erleiden.“

Welche Impfstoffe gibt es beim Boostern?

Für die Booster-Impfungen werden die beiden mRNA-Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer verwendet – unabhängig davon, welcher Impfstoff bei den ersten beiden Impfungen gegen das Coronavirus verwendet wurde. Die Bundesregierung schreibt dazu auf ihrer Seite:

Beide mRNA-Impfstoffe sind vergleichbar wirksam, sicher und effizient. Die Entscheidung darüber wurde auf Grundlage der derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Wirksamkeit und Sicherheit der bislang zugelassenen Impfstoffe bei breiter Anwendung sowie deren Verfügbarkeit getroffen.

Wie lange dauert die Corona-Pandemie noch?

Anja Braun, SWR-Wissenschaftsredaktion: „Nach Schätzungen von Experten wird das Corona-Virus und seine Varianten aber in absehbarer Zeit ihren Schrecken verlieren. Der Virologe Christian Drosten von der Charité Berlin geht davon aus, dass es 2023 oder 2024 soweit sein wird. Denn bis dahin sind sehr viele Menschen bereits infiziert oder geimpft und so zumindest vorübergehend immun gegen das Corona-Virus und seine Varianten geschützt. Dann wird Corona zu einem normalen Erkältungsvirus, das wie andere Erkältungsviren im Kindergarten auftritt und die Erwachsenen infizieren sich immer wieder mal mit. Vermutlich wird es dann – analog zur Grippeschutzimpfung – immer wieder Auffrischungsimpfungen gegen die aktuellen Coronavirus-Varianten geben, aber diese regelmäßigen Impfungen werden dann nur noch für bestimmte Personengruppen wichtig sein.“

Meistgelesen

  1. Lesetag 2022 Leseratten aufgepasst: Diese Bücher sind was für euch!

    Vorlesen mit verstellter Stimme oder Eintauchen in eine andere Welt: Bücher fesseln, faszinieren und Vorlesen schafft schon im kleinsten Kindesalter Bindung zu den Eltern und macht Lust auf selber lesen.  mehr...

    PLAY SWR3

  2. Masturbieren für BBC-Doku Sex vor der Kamera: Cara Delevingne spendet Orgasmus für die Wissenschaft

    Für eine neue BBC-Doku hat das Supermodel für die Wissenschaft masturbiert – ihren Orgasmus hat sie gespendet und das Ganze auch filmen lassen. Was steckt dahinter?  mehr...

  3. „Als ob sechs Säcke Sand auf mir liegen“ Das Martyrium der Long-Covid-Opfer

    Long Covid hat das Leben von Johannes (36) aus Freiburg kaputt gemacht. Doch er kämpft und will nicht aufgeben. Eine Geschichte über Mut, Verzweiflung und dem Schweigen von Medizin und Politik.  mehr...

    NOW SWR3

  4. Updates zur WM in Katar Mesut Özil twittert aus Katar: „Immer wieder eine Freude, hier zu sein“

    Was passiert im Land während der Fußball-WM und welche Erlebnisse haben Menschen vor Ort? In diesem Ticker sammeln wir die abseitigen Geschichten, die einem nicht sofort ins Auge fallen.  mehr...

  5. Neue Erbschaftssteuer ab Januar Warum das Haus von der Oma jetzt zur Kostenfalle werden könnte

    Wer ein Haus erbt, muss ab nächstem Jahr in einigen Fällen wohl deutlich mehr Steuern zahlen. Wer schnell handelt, kann aber noch sparen. Wir sagen dir, was zu tun ist.  mehr...

  6. Wie gefährlich ist das RS-Virus? Kinderkliniken am Limit: Kein Platz für kleine Patienten mit RS-Virus

    Die Situation in den Kinderkliniken sei aktuell „katastrophal“. Teilweise müssten Kleinkinder in über 100 Kilometer entfernte Krankenhäuser eingewiesen werden, weil es keinen Platz mehr gibt. Was ist das für eine schwere Atemwegsinfektion?  mehr...

    SWR1 Baden-Württemberg SWR1 Baden-Württemberg