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Björn Widmann
Björn Widmann (Foto: SWR3)

In München haben am Mittwochabend etwa 5.000 Menschen gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Grünen-Frau Saskia Weishaupt provozierte mit einem Tweet.

Ohne Maske, ohne Abstand und aggressiv: So sind am Mittwochabend etwa 5.000 Demonstranten durch die Münchener Innenstadt gezogen. Sie wollten gegen die Corona-Maßnahmen protestieren – dabei gab es auch gewalttätige Ausschreitungen. Die Polizei musste mit Schlagstöcken und Pfefferspray eingreifen, teilte die Behörde mit.

Insgesamt wurden elf Menschen festgenommen, es gab 14 Anzeigen – unter anderem wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und gefährliche Körperverletzung gegen Vollstreckungsbeamte.

Grünen-Politikerin provoziert mit Kriegsrhetorik

Während die Demo in vollem Gang war, schrieb die Grünen-Bundestagsabgeordnete Saskia Weishaupt auf Twitter: „Die Taktik von den Querdenker:innen ist es, sich Stück für Stück die Straße zu erkämpfen.

Die Kriegsrhetorik kam bei vielen Twitter-Usern nicht gut an – zumal Weishaupt ergänzte: „Polizei muss handeln und im Zweifelsfall Pfefferspray und Schlagstöcke einsetzen. Wir dürfen ihnen kein Millimeter überlassen!

Die Taktik von den Querdenker:innen ist es, sich Stück für Stück die Straße zu erkämpfen. Polizei muss handeln und im Zweifelsfall Pfefferspray und Schlagstöcke einsetzen. Wir dürfen ihnen kein Millimeter überlassen! #Muc2212

Klar, dass eine Aussage wie diese im Netz für einen Shitstorm sorgt. Unter dem Hashtag #SchlagstockSaskia kommentieren viele Twitter-Nutzer den Beitrag von Weishaupt. Ivy schrieb über Weishaupts Bundestagsmandat: „Wer zur Gewalt gegen Teile der Bevölkerung aufruft, die Polizei über die Verhältnismäßigkeit hinaus dazu anstachelt, darf dort keinen Platz haben.

#Schlagstocksaskia im Bundestag? Wollt ihr das? Wer zur Gewalt gegen Teile der Bevölkerung aufruft, die Polizei über die Verhältnismäßigkeit hinaus dazu anstachelt, darf dort keinen Platz haben. Raus aûs dem Bundestag mit der Person.

Andere Twitter-User, wie zum Beispiel Eduardt, stehen hinter Saskia Weishaupt und der Polizei. #QuerdenkerSindTerroristen ist der Hashtag, mit dem sie auf die Anti-Corona-Maßnahmen-Demos reagieren.

Wenn man die Angriffe auf Polizisten bei #muc2212 sieht. Habe ich keinen Zweifel daran, dass #Schlagstöcke, #Reizgas, #Gummigeschosse und #Wasserwerfer angemessene #Reaktionen auf die #Terroristen sind Ihr könnt unter #Schlagstocksaskia rumheulen aber #QuerdenkerSindTerroristen

Der Münsterländer Polizeigewerkschafter Manuel Ostermann kritisierte den Tweet von Grünen-Politikerin Weishaupt ebenfalls: „Mir graut es, wenn sie Verantwortung tragen. Rüsten sie mal rhetorisch ab. Wird offensichtlich Zeit.

@SaskiaLeaRaquel Frau Bundestagsabgeordnete Weishaupt. Die Polizei muss nach ihren Empfehlungen gar nichts. Die Polizei muss nach rechtlichen Vorgaben handeln. In ihrem Beispiel u.a. UZwG. Mir grault es, wenn sie Verantwortung tragen. Rüsten sie mal rhetorisch ab. Wird offensichtlich Zeit.

München: Anti-Corona-Maßnahmen-Demo war eigentlich abgesagt

Eigentlich hatten die Gegner der Corona-Maßnahmen ihre angemeldete Demonstration in München abgesagt. In Messenger-Gruppen wurde dann aber zu „Spaziergängen“ aufgerufen. Daraus wurde ein Demonstrationszug, der Richtung Innenstadt zog.

Die Protestierenden hätten dabei Aufforderungen der Polizei ignoriert, hieß es. Später zerstreuten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, gegen 21:30 Uhr seien dann nur noch vereinzelt Gruppen in der Innenstadt unterwegs gewesen.

Trotz der Ausschreitungen bei der Demonstration sprachen viele Twitter-User von „friedlichen Demonstranten“. Twitter-Nutzer Pyr postete ein Video, in dem es alles andere als friedlich zugeht und schrieb: „Das sind übrigens diese „Friedichen Demonstranten“ von denen man euch unter #SchlagstockSaskia erzählen will.

Das sind übrigens diese "Friedichen Demonstranten" von denen man euch unter #SchlagstockSaskia erzählen will. Lasst euch nicht verarschen, denn #QuerdenkerSindTerroristen. #muc2212 https://t.co/zCpHxaE1Gp

Eine Kundgebung von Gegnern der ursprünglich angemeldeten Demonstration verlief laut Polizei ohne Zwischenfälle. Die Gruppe aus rund 160 Menschen habe sich am frühen Abend aufgelöst.

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