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Björn Widmann
Björn Widmann (Foto: SWR3)

Einige Menschen bekommen Corona, obwohl sie mindestens schon zwei Impfungen bekommen haben. Ab wann kann man sich dann boostern lassen und welchen Status hat man bis dahin?

Die Omikron-Variante des Coronavirus breitet sich in Deutschland immer mehr aus. Vor allem Ungeimpfte trifft es im Moment. Aber auch die Zahl der Impfdurchbrüche steigt – es kommt immer wieder vor, dass Menschen Corona bekommen, die eigentlich geimpft sind.

Geimpft und dann Corona: Wie geht es jetzt weiter?

Viele Menschen versuchen, einen Termin zum Boostern zu bekommen. Manche schaffen das noch rechtzeitig, andere fangen sich das Virus doch noch ein, bevor die ihre dritte Impfung bekommen.

Und dann sind sie da: die ganzen Fragen rund um Omikron und die Impfung. Macht ein Booster nach einer Infektion noch Sinn? Und welchen Impfstatus habe ich dann – und wie lange?

Grundsätzlich gilt: Wer sich impfen lässt, senkt das Risiko, sich zu infizieren – und vor allem sinkt auch das Risiko, schwer zu erkranken, sollte es doch einen Impfdurchbruch geben. Auch wer Corona schon hatte, ist mit einer Impfung besser vor einer weiteren Infektion geschützt.

Wer vollständig geimpft ist und sich dann mit Corona infiziert, gilt erst einmal als geboostert“, sagte Hausarzt Dr. Günter Willinger aus Walldorf SWR3. Trotzdem sei es sinnvoll, sich drei Monate nach der überstandenen Corona-Infektion noch einmal boostern zu lassen.

Ich habe Corona: Wann kann ich mich wie impfen lassen?

Der Hausärzteverband in Rheinland-Pfalz hat alle möglichen Szenarien aufgeschlüsselt, die rund um die Impfung und eine Corona-Infektion möglich sind. „Prinzipiell gilt: Eine Covid-19-Erkrankung zählt als natürliche Impfung“, sagt Landesverbandsvorsitzende Barbara Römer. Rund um eine Corona-Infektion gibt es dann fünf mögliche Szenarien für Menschen ab 18 Jahren:

Bei Kindern ist die Lage laut Hausärzteverband Rheinland-Pfalz dann noch einmal anders: Kinder ab zwölf Jahren bekommen als Genesene keinen Booster. Kinder unter zwölf Jahren bekommen generell keine dritte Impfung.

Wie lange gelte ich nach einer Corona-Infektion als genesen?

Weil sich die Omikron-Variante des Coronavirus so schnell verbreitet, gilt man nach einer Infektion nur noch bis zu drei Monate danach als genesen. Wer also seine Grundimmunisierung gemacht und dann Corona bekommen hat, darf sich 90 Tage lang an die 2G- oder 2G-Plus-Regeln halten. Danach gilt man nur noch als grundimmunisiert und braucht erst einen Booster, um wieder als vollständig geimpft zu gelten.

Ich habe als Erstimpfung Johnson und Johnson bekommen: Was nun?

Wer sich seine Grundimmunisierung mit dem Impfstoff von Johnson und Johnson geholt hat, schaut mittlerweile in die Röhre. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt seit Oktober 2021, dass Menschen, die mit dem Einmalwirkstoff geimpft wurden, sich vier Wochen nach der Erstimpfung doch eine Zweitimpfung holen sollen – mit einem mRNA-Impfstoff, also Biontech oder Moderna. Erst dann gelten Johnson-und-Johnson-Impflinge als grundimmunisiert. Als Booster empfiehlt die Stiko nach drei Monaten noch einmal mRNA-Impfstoff.

Corona nach Zweitimpfung: Wie lange gelte ich als genesen?

Wer einen Impfdurchbruch hatte, gilt drei Monate lang als genesen. Danach empfiehlt die Stiko eine Booster-Impfung, um den Spiegel der Antikörper wieder nach oben zu bekommen.

Booster: Wann habe ich vollen Impfschutz?

Wer seine Grundimmunisierung hinter sich hat, sollte sich laut Robert-Koch-Institut (RKI) nach drei Monaten boostern lassen. Es gibt dabei einen großen Unterschied zwischen der Grundimmunisierung und dem Booster: Nach der Zweitimpfung muss man 14 Tage warten, bis man als vollständig geimpft gilt. So lange braucht der Körper, um den Antikörper-Spiegel aufzubauen. Nach dem Booster gilt man direkt als aufgefrischt, obwohl der Körper laut Bundesregierung noch einmal sieben bis zwölf Tage braucht, um wieder genügend Antikörper zu bilden.

Sich für die Impfung gegen das Coronavirus zu entscheiden, ist der erste und wichtige Schritt. Um den Schutz dauerhaft...Posted by Bundesregierung on Thursday, January 20, 2022

Geboostert: Wie lange bin ich jetzt 2G?

Laut der Corona-Warn-App ist ein digitales Impfzertifikat ein Jahr gültig. So ist das auch nach dem Booster. Aber: Wer nur grundimmunisiert ist, also bisher nur seine beiden ersten Impfungen bekommen hat, gilt ab 1. Februar 2022 nur noch für neun Monate als geimpft – beim anschließenden Booster ist das Impfzertifikat dann aber weiter zwölf Monate lang gültig.

SWR3 Impftermin-Rechner Berechne hier deinen Termin für die Booster-Impfung

Wann sollte ich mich wieder impfen lassen? Was gilt für Schwangere oder Genesene? Hier kannst du berechnen, wann du dich für den bestmöglichen Impfschutz boostern lassen kannst.

Corona-Infektion: Was ist, wenn ich mich während einer Infektion impfen lasse?

Grundsätzlich würde medizinisch nichts dagegen sprechen, infizierte Menschen zu impfen – solange sie keine Symptome zeigen. Hat jemand bei seinem Impftermin aber zum Beispiel Fieber, würde die Impfung nicht stattfinden, weil sie den Körper dann zu stark belasten würde.

Allerdings: Wer nachweislich infiziert ist und trotzdem zum Impftermin geht, bricht die Quarantäne und kann zu einer Geldstrafe bis zu 25.000 Euro oder bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft werden. Das Nichteinhalten der Quarantäne-Regeln kann dann nämlich als Körperverletzung oder versuchte Körperverletzung ausgelegt werden.

Warum ist der Impfschutz bei Omikron niedriger als bei anderen Varianten?

Das liegt vor allem an den Mutationen, die Omikron im Vergleich zu anderen Varianten aufweist. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Omikron-Variante sich vor allem an den Spike-Proteinen verändert hat. An diese Proteine können die körpereigenen Abwehrzellen nicht mehr so gut andocken.

Auch die Schwere der Krankheitsverläufe hat sich bei Omikron geändert: Das Virus kann wohl nicht mehr so einfach in Lungenzellen eindringen, sondern infiziert vor allem die oberen Atemwege wie Nase und Rachen. „Das bedeutet, dass die Schwere der Erkrankungen mit Omikron abgenommen hat“, sagte Jörg Timm, der Leiter des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Düsseldorf in einer Videokonferenz des Science Media Centers (SMC).

Das bedeute aber nicht, dass eine Erkrankung keine Rolle mehr spiele. Das sei nicht schwarz-weiß – zum Beispiel müssten auch nach wie vor Risikofaktoren jedes Einzelnen berücksichtigt werden, sagte Timm.

Erste Zahlen deuten allerdings auch darauf hin, dass die Inkubationszeit – also die Zeit zwischen der Infektion und dem Auftreten erster Symptome – bei Omikron kürzer sein könnte als bei anderen Corona-Varianten. Eine belastbare Aussage sei derzeit aber noch nicht möglich.

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