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Mario Demuth
Mario Demuth (Foto: SWR3, privat)

Die Polizei zieht Konsequenzen aus den Erfahrungen des letzten Mai-Wochenendes. Ausschreitungen sollen an Fronleichnam und auch danach verhindert werden. Das sind die Pläne in Stuttgart, Heidelberg und Tübingen.

In Stuttgart wurden Flaschen auf Polizisten geworfen, in Heidelberg wurden Jugendliche in der Altstadt aggressiv und in Tübingen musste die Polizei größere Ansammlungen auflösen. Das ist die kurze Version von dem, was am vergangenen Wochenende – dem für viele ersten Wochenende mit Sommer-Wetter – passierte. Jetzt am langen Feiertags- und Brückentag-Wochenende soll sich das nicht wiederholen. Dafür will die Polizei sorgen: Mehr Beamte als üblich sollen unterwegs sein.

Stuttgart: Erste Sperrung der Freitreppe ohne Zwischenfälle

In Stuttgart wird nun vor Feiertagen und an Wochenenden die Freitreppe gesperrt – und zwar von 20 Uhr bis 6 Uhr morgens des Folgetages. Am Mittwochabend, dem ersten Tag der Absperrung, hat das nach SWR-Informationen auch ohne größere Zwischenfälle funktioniert. Die Menschen waren verständnisvoll. Nur eine Person weigerte sich zunächst, den Bereich zu verlassen. Die Stadt setzt zusätzlich auf verstärkte Jugendarbeit, um neue Eskalationen zu vermeiden.

Neckarwiese Heidelberg: Nachts wieder Verweilverbot

In Heidelberg steht vor allem die Neckarwiese im Fokus der Polizei. Dort hatte es schon an Pfingsten Ausschreitungen gegeben, auch am vergangenen Wochenende war viel los. Damit es jetzt ruhig bleibt, gilt seit Mittwoch bis Montag auf dem beliebten Freizeitareal wieder ein Verweilverbot – jeweils von 22 bis 6 Uhr. Auch die Altstadt und den Bismarckplatz wolle man im Auge behalten, sagte ein Polizeisprecher.

Tübingen: Alkoholverbot in der Altstadt

Die Stadt Tübingen reagiert mit einem Alkohoverbot auf die Geschehnisse des vergangenen Wochenendes. Seit Mittwoch darf in der Altstadt zwischen 22 und 4 Uhr kein Alkohol getrunken werden. Davon ausgenommen ist die Außengastronomie. Das Verbot gilt zunächst bis zum 4. Juli. Mit größeren Menschenansammlungen rechnet die Polizei am Holzmarkt. Auf das vergangene Wochenende angesprochen, sagte eine Polizeisprecherin: „Die Ansammlung war ein einziger Coronaverstoß und zum Teil aggressiv gestimmt - wir hoffen auf ein ruhiges Wochenende.

Das ist vergangenes Wochenende in Stuttgart, Heidelberg und Tübingen passiert:

In Stuttgart versammelten sich am Samstagabend am Schlossplatz und auf der Freitreppe viele Menschen. Gegen Mitternacht kamen nach Polizeiangaben mehr Jugendliche dazu. Es habe Verstöße gegen das Alkoholverbot ab 22 Uhr und die Abstandsregeln gegeben.

Die Polizei reagierte mit Lautsprecheransagen, am späten Samstagabend flogen dann Flaschen aus der Menge in Richtung Polizei. Die reagierte mit der Räumung der Freitreppe. Dabei kam es zu Beleidigungen und Auseinandersetzungen, auch Flaschen flogen wieder. Die Bilanz: fünf verletzte Polizisten und sechs vorläufige Festnahmen.

Heidelberg: aggressive Jugendliche in der Altstadt

In Heidelberg war wieder die Neckarwiese Ziel von vielen jungen Menschen. Dort gilt nach Ausschreitungen am Pfingstwochenende ein Aufenthaltsverbot. Dieses sei am Wochenende ohne Zwischenfälle eingehalten worden, schreibt die Polizei in ihrer Bilanz.

Demnach war allerdings die Altstadt am späten Samstagabend an einigen Stellen so voll, dass man kaum noch durch die Straßen kommen konnte. Speziell geschulte Kommunikationsbeamte waren im Einsatz. Zwischen 80 und 100 Jugendliche seien dennoch mehrfach aggressiv und provokant aufgefallen.

Viele Menschen laufen bei schönem Wetter durch die Heidelberger Innenstadt. (Foto: IMAGO, IMAGO / Ralph Peters)
Auch am Sonntag waren viele Menschen in der Heidelbergen Altstadt unterwegs. IMAGO / Ralph Peters

Polizei auch in Mannheim wegen Jugendlichen im Einsatz

Nach Auseinandersetzungen werde nun gegen mehrere Menschen wegen Körperverletzung ermittelt, so die Polizei. Einsätze gab es auch im Mannheimer Stadtteil Jungbusch. Dort waren nach Polizeiangaben betrunkene Jugendliche aggressiv.

Tübingen: Polizisten an der Stiftskirche beleidigt und angegriffen

Wegen Verstößen gegen die Abstandsregeln und Ruhestörungen hat die Polizei in der Nacht auf Fronleichnam den alten botanischen Garten in Tübingen geräumt. Den Angaben nach hielten sich zeitweise bis zu 600 Feiernde dort auf. Bei der Räumung um ein Uhr morgens seien die Beamten beleidigt worden, eine Flasche sei auf die Einsatzkräfte geworfen worden, hieß es. Zudem habe es körperliche Auseinandersetzungen unter den Feiernden gegeben.

Seit Mittwochabend gilt in der Tübinger Innenstadt ein nächtliches Alkoholverbot, nachdem es dort am vergangenen Wochenende Verstöße gegen die Corona-Verordnung gegeben hatte. Hunderte Menschen hatte da in der Altstadt gefeiert. Große Gruppen hatten sich auf den Treppen vor der Tübinger Stiftskirche versammelt. Die Polizei war am Samstag- und Sonntagmorgen dort im Einsatz und schickte die Leute jeweils gegen 3 Uhr nach Hause. Dabei sollen Einsatzkräfte beschimpft und angegriffen worden sein. Auseinandersetzungen gab es auch zwischen verschiedenen Feiernden. Eine größere Schlägerei habe es gegeben, teilte die Polizei mit.

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