STAND
AUTOR/IN

Die Corona-Warn-App soll für mehr Sicherheit in der Pandemie sorgen. Drei Wochen nach dem Start ist sie rund 15 Millionen Mal runtergeladen worden – sorgt aber an manchen Stellen auch für Verwirrung und Unsicherheit.

Alle Witze über die Corona-Warn-App und Tinder sind gemacht... ach, einer geht noch:

Und, wo habt ihr euch so kennengelernt? 2016 Elite Partner 2017 Facebook 2018 Tinder 2019 TikTok 2020 CoronaWarnApp

So. Was die App alles kann, ist auch geklärt, die meisten Kritikpunkte sind diskutiert, die ersten Fake-Meldungen haben die Runde gemacht (Lehrer werden gezwungen, die App zu installieren – nicht!) und jetzt wird das Gebiet auch über Deutschland hinweg ausgeweitet:

#CoronaWarnApp jetzt in App bzw. Play Stores aller EU-Mitgliedsstaaten sowie Schweiz, Norwegen, Großbritannien verfügbar. Weitere Informationen hier: https://t.co/AGtO9rhgmE Hier der aktuelle Stand der Download-Zahlen: https://t.co/dnTCxwlfxu

Klingt nach einem großen Erfolg. Trotzdem laufen bei Twitter die Fehlermeldungen heiß, bei uns im Radiostudio melden sich SWR3-Hörer mit Fragen und Screenshots von Merkwürdigkeiten der App. Das kann ärgerlich sein und nervig, aber auch verunsichern. Wir klären deshalb hier mal die vermutlich häufigsten Fehler und Problemchen mit der Corona-Warn-App. Spoiler: Die meisten sind völlig harmlos.

1. Ich finde die App nicht im Store, was soll ich tun?

Momentan kann es sein, dass die Suche über den Playstore eine Weile braucht, bis sie die App findet. Das sollte sich mit der Zeit aber erledigt haben. Es sei denn, man sucht nach dem falschen Begriff oder vergisst einen Bindestrich. Der korrekte Name für's Suchfeld ist Corona-Warn-App.

Immer noch nix? Über den Direktlink sollte die App aber für jeden downloadbar sein:

App im Google Playstore runterladenApp im Apple Appstore runterladen.

2. Ich kann die App nicht installieren, was ist da los?

Das Problem könnte sein: Dein Smartphone ist zu alt für die App. Ja, das ist möglich und da ärgern sich viele Leute drüber, die die Corona-Warn-App eigentlich gerne installieren wollten. Denn das Smartphone sollte im Idealfall nicht älter als etwa fünf Jahre sein.

Wenn ein 5 Jahre altes #iPhone6 zu alt ist für die #CoronaWarnApp, gibt es ein Problem - ein soziales: das Modell ist gebraucht noch bezahlbar, deshalb haben es so viele. Was aus ökolog. Perspektive auch Sinn macht. Damit hat die App ein Klassen- und ein Nachhaltigkeitsproblem.

@DoroBaer @DrGrandMal @coronawarnapp mein handy ist zu alt! wann kommt endlich ein handy-abwrakprämie? Ihr arbeitsbereich, digitalisierung, oder muss ich mich bei @jensspahn melden?

Die App läuft:

  • auf iOS-Smartphones ab dem iPhone 6s unter iOS 13.5.
  • bei Android-basierten Smartphones ab Android 6.

Bei älteren Geräten wird’s schwieriger. Windows-Phones werden gar nicht unterstützt.

Dass die App nicht unter älteren Versionen läuft, liegt daran, dass die Bluetooth-Schnittstelle, die die Nähe zu anderen Smartphones ermittelt, nur für diese und aktuellere Versionen programmiert ist.

3. Ich bekomme Fehlermeldungen, was nun?

Fehler bei der Kommunikation mit Google oder zu wenig Speicherplatz – es gab schon einige Fehlermeldungen in den ersten Wochen der Corona-App. Teilweise liegt's gar nicht an der App oder den App-Entwicklern, sondern an Google oder den Betriebssystemen wie:

Diese Fehlermeldung kommt aus dem Betriebssystem. Apple ist informiert und arbeitet an einer Behebung des Fehlers. Die Corona-Warn-App benötigt nur ca. 20 MB Speicherplatz auf dem Handy. Die Größe kann sich durch eventuelle Updates laufend verändern (wenn auch nur minimal). Zusätzlich fallen weitere Speicherkapazitäten durch die von der App zwischengespeicherten Daten an.

Auch Google arbeitet an dem Kommunikationsfehler. Zuletzt meldeten uns SWR3-Hörer die Fehlermeldung „COVID-19-Kontaktmitteilungen werden von 'Corona-Warn' in dieser Region möglicherweise nicht unterstützt“. Hier heißt es ebenfalls, es handle sich um einen iOS-Fehler – mit OK bestätigen, mit dem nächsten Update hoffentlich komplett gelöst.

Genau das sorgt jetzt für Ärger in der Politik. Denn man ist auf Unternehmen wie Google oder Apple angewiesen, um Updates hinzukriegen. Das läuft so mittel, deshalb wird jetzt gefordert, dass man mehr Druck macht. Wie viel das bringt, bleibt abzuwarten.

Bis dahin sind die Fehlermeldungen für viele nicht nur ärgerlich, sondern auch verunsichernd:

@AlleinMutter Hab ich gerade versucht. Da ploppt dann der Satz "Die folgenden Apps sind in deiner Region verfügbar" auf. Und keine heißt CoronaWarnApp. Ich bin verwirrt.

Der wichtigste Tipp in diesem Zusammenhang: Die App nicht deinstallieren, sondern updaten – sie funktioniert trotzdem. Daten gehen auch nicht verloren. Und: Die Fehler melden, denn dann können sie am besten behoben werden. Das geht direkt hier: coronawarn-app. Oder anrufen:

Die #CoronaWarnApp ist in der ersten Woche fast 13 Millionen mal heruntergeladen worden. Für alle technischen Fragen rund um Installation und Betrieb stehen Fachleute bereit - Nutzen Sie die Hotline! Für alle anderen Fragen hier unsere FAQ: https://t.co/o3n3278Xr4 #IchAppMit https://t.co/PqstYteZAa

4. Die App zeigt „15 von 14 Tagen aktiv“ – was soll das denn?

Ist das schon die neue Weltordnung? 15 von 14 Tagen #bingo #CoronaWarnApp https://t.co/PTLtcbOBjg

@vogel_catherine Ihr glücklichen! Ich bin immer kurz davor „13 von 14“ und kann kaum schlafen weil ich es endlich erreiche und am nächsten morgen wieder 3 von 14. habe scheinbar mindestens 4 Tage in meinem Paralleluniversum verbracht. Aber sehr cool die Matrix mal von der Regierung zu bekommen

Die App zeigt die falsche Anzahl von Tagen an? Ein Bug, den die meisten Nutzer zwischendurch hatten. Ein Problem ist das nicht, nur ein Fehler in der Anzeige. Telefonanbieter geben den Tipp, ein Update runterzuladen. Bei einigen konnte der Fehler damit behoben werden. Die Daten und Risikobewertung werden durch diese Anzeigeverwirrung nicht beeinflusst.

Bitte merken und weitersagen (ich erhalte täglich mehrmals die gleiche Anfrage): - Wenn #CoronaWarnApp seit Tagen „14 von 14 Tage aktiv“ anzeigt, ist alles in Ordnung. ✅ - Ja, das ist sehr blöd in der App dargestellt. Verstehe nicht, warum UX nicht längst verbessert wurde.

Trotzdem: Das stärkt natürlich nicht bei jedem das Vertrauen in die Technik:

Meine #CoronaWarnApp ist seit Tagen auf „14 von 14 Tagen aktiv“. Ob das Ding wohl ansonsten funktioniert?

Immerhin:

Die zahlreichen täglich über Twitter gemeldeten Fehler zur #CoronaWarnApp sind größtenteils bekannt und werden bereits untersucht. Probleme werden zentral auf GitHub verwaltet. Sollte ein Ihnen bekannter Fehler dort noch nicht vermerkt sein, können Sie ihn dort melden. Links ⬇️

5. Die App zeigt Risiko-Begegnungen, aber weiterhin ein geringes Risiko – wie kann das sein?

Was auch viele Nutzer der Corona-Warn-App festgestellt haben: Während in der App Risiko-Begegnungen angezeigt werden, bleibt dennoch die Einschätzung bei der Kategorie geringes Risiko. Alexander Winkler aus der SWR-Wirtschaftsredaktion erklärt, wie das sein kann: Denn die App gleicht im Hintergrund ab, wie lange und wie nah man Kontakt zu Menschen hatte, die positiv getestet wurden. Wenn man also nur kurz an jemandem vorbeigehuscht ist, hatte man zwar einen Kontakt, die App bleibt aber dabei, dass es sich um ein geringes Ansteckungsrisiko handelt.

6. Der Akku ist dauernd leer, muss ich die App kicken?

Die Anbieter versichern, dass die Corona-Warn-App kein Akkusauger ist und die Leistung des Smartphones nicht beeinträchtigen kann. Der MDR hat's getestet und bestätigt das. Dennoch berichten User vereinzelt von Problemen mit dem Akku, wenn die App im Hintergrund läuft. Das kann natürlich auch sehr abhängig sein vom verwendeten Gerät. Ein Update oder im Zweifel auch eine Neuinstallation (letzte Wahl, denn dann gehen die Kontaktereignisse verloren) kann das Problem aber durchaus lösen – besser, als die App ganz runterzuschmeißen.

ich konnte dabei zusehen, wie das Handy sich entlädt. die #CoronaWarnApp wurde gelöscht, alles ist wieder gut. sobald ich von einem Update erfahre, werde ich die App aber wieder installieren. 😷 https://t.co/LeIeGOvY8c

7. Kann es sein, dass die App Risiko-Kontakte anzeigt, obwohl ich keine hatte?

Die Bluetooth-Technik, die für das Messen der Abstände genutzt wird, wurde dafür ursprünglich nicht entwickelt. Es kann also sein, dass es zum Fehlalarm kommt. Die Tagesschau beschreibt ein Problem: Nämlich, dass die Smartphones nicht erkennen, wenn zwischen zwei Nutzern eine Glasscheibe ist und sie sich gar nicht gegenseitig anstecken können.

Weiter gehen Bluetooth-Signale nicht durch Wasser. Dadurch könnten sich zwei Smartphones möglicherweise nicht sehen, wenn menschliche Körper dazwischen sind. Deshalb ist wichtig zu wissen, dass die App nur einen begrenzten Beitrag zur Sicherheit liefern kann und die sonstigen Hygiene- und Abstandsregeln sowie eine Maskenpflicht nicht ersetzt.

Fazit zu den Fehlern und Problemen der Corona-Warn-App

Bei den meisten Problemen mit der Corona-Warn-App kann man sagen: Keine Panik, da ist nichts kaputt, das sieht nur so aus. Abwarten, updaten – wird schon wieder. Wer nervös wird, bekommt auch von den Telefonanbietern Auskünfte, auch schnell via Tweet. Das meiste sind Kinderkrankheiten und das ist ehrlich gesagt leider völlig normal für eine so komplexe Entwicklung wie eine App.

Trotz einiger Unsicherheiten – viele User haben übrigens durchaus auch ihren Spaß:

Warum du als Verschwörungstheoretiker die Corona-Warn-App JETZT BRAUCHST! #CoronaWarnApp #Telegram https://t.co/RDy3wVf8LH

Was mit bei der #CoronaWarnApp fehlt ist das Feature, das mich warnt, wenn ich zu viele Kontakte in zu kurzer Zeit habe. "Sie hatten heute schon 30 neue Kontakte, ist mal gut jetzt, gehen Sie nach Hause."

Meine Eltern haben seit dem Weekend die #CoronaWarnApp installiert. Habe gesagt, sie sollen die anmachen, wenn sie raus gehen. Meine Mama schreibt mir jetzt immer,dass sie raus geht & die App aktiviert hat. Ich antwortete erfreut zurück. Ist das jetzt positive Konditionierung!?😂 https://t.co/HvBNrhGETg

Aber gibt es auch weiterhin kritische Stimmen zur App. Nicht nur wegen der Anfangsfehler, der hohen Kosten oder weil die App insgesamt so lange gebraucht hat, um den Datenschutzanforderungen gerecht zu werden und an den Start zu gehen. Kritiker bezweifeln auch, dass die App etwas bringt, wenn sie nicht von allen genutzt wird. Und das stimmt natürlich: Je mehr Leute sie nutzen, desto sinnvoller wird sie. Aber ob man sie sich aufs Smartphone holt oder nicht, entscheidet immer noch jeder selbst.

Meistgelesen

  1. Leute sollen Tasche packen Die Kanareninsel La Palma bereitet sich auf Vulkanausbruch vor

    Die Behörden von La Palma haben die Alarmstufe gelb aktiviert. Die Menschen dort sollen wichtige Sachen wie Kleidung, Handy, Dokumente und Medikamente zusammenpacken.  mehr...

  2. Video-Livestream SWR3 New Pop: Ab 15 Uhr geht es weiter!

    Wenn ihr kein Highlight und kein Konzert verpassen wollt, schaltet einfach den Livestream ein und genießt mit uns das langersehnte New-Pop-Feeling.  mehr...

  3. SWR3 New Pop 2021 Die Konzerte beginnen: Diese Künstler zuhause anschauen

    Das SWR3 New Pop ist mit einer Sonderausgabe zurück! Drei Tage lang können Musikfans ihre Lieblings-Künstler endlich wieder live erleben. Hier alle Infos zu den Acts!  mehr...

  4. Doku über Formel-1-Legende Corinna Schumacher: „Ich habe nie dem lieben Gott einen Vorwurf gemacht“

    Details zum Gesundheitszustand von Michael Schumacher gibt es seit Jahren nicht. Ehefrau Corinna und die gemeinsamen Kinder Gina-Maria und Mick Schumacher haben aber jetzt seltene Einblicke in ihr Familienleben nach dem Unfall gegeben.  mehr...

  5. Neu dieses Jahr Watchparty der Konzerte: Mit Freunden gemeinsam streamen

    Du kannst nicht live vor Ort sein? Kein Problem! Erlebe das SWR3 New Pop mit deinen Freunden von zu Hause aus. Jeder auf seinem Sofa und doch zusammen: bei einer Watchparty!  mehr...

  6. Färöer-Inseln

    1.400 Delfine auf Färöer-Inseln getötet „Barbarisches“ Delfin-Blutbad: Jetzt wird’s auch den Walfängern zu viel

    Bei der traditionellen Delfinjagd auf den Färöer-Inseln sind Hunderte Delfine abgeschlachtet worden. Ist damit jetzt endlich Schluss?  mehr...