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Ab sofort beginnen die ersten Apotheken in Deutschland, Geimpften den digitalen Impfpass auszustellen. Allerdings wird ein holpriger Start erwartet.

Sommerzeit ist Reisezeit. Damit der Urlaub reibungslos klappt, brauchen Geimpfte einen Nachweis darüber, dass sie gegen eine Corona-Infektion geschützt sind. Das geht einerseits mit dem gelben Impfbüchlein – oder aber mit einem QR-Code auf dem Smartphone. Genau das ist der digitale Impfpass. Der soll ab sofort auch in Apotheken ausgestellt werden. Es werden aber Startschwierigkeiten erwartet.

Nicht jede Apotheke beteiligt

Apotheken hoffen, dass nicht alle Geimpften auf einmal den digitalen Impfpass haben wollen – denn die Apotheken starten vor den Impfzentren und Ärzten mit dem Ausstellen der Impfnachweise. Ärzte und Impfzentren sind nämlich noch nicht überall bereit.

Und es macht zunächst längst nicht jede Apotheke mit – aus technischen und organisatorischen Gründen, so Apothekerverbände. Dass Apotheken diesen Service übernehmen, war wie schon bei der kostenlosen Abgabe von FFP2-Masken im Herbst mit nur kurzem Vorlauf festgelegt worden. Zudem müssen die Apotheken die Ausstellung der Impfnachweise neben dem laufenden Tagesgeschäft der Arzneimittelversorgung schultern. Besonders kleinere Apotheken hätten unter Umständen nicht die entsprechenden personellen Kapazitäten, so Frank Eickmann, Sprecher des Apothekerverbands Baden-Württemberg.

Auf der Website www.mein-apothekenmanager.de kann man sich informieren, welche Apotheke in der Nähe in Frage kommt. Das Portal hat bisher angezeigt, wo man einen Corona-Test machen kann.

Am Montagvormittag war die Seite zeitweise nicht erreichbar. Der Andrang sei groß gewesen, sagte ein Sprecher der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.

Systeme in der Region Bodensee-Oberschwaben zum Beispiel überlastet

Auch im Südwesten ruckelte es: Die Nachfrage in der Region Bodensee-Oberschwaben zum Beispiel war groß, das ergab eine SWR-Umfrage. Allerdings gebe es technische Probleme, das System sei überlastet, hieß es beispielsweise in Apotheken in Konstanz, Ravensburg und Kressbronn im Bodenseekreis. Man sammle jetzt die Daten der Kunden aus Impf- und Personalausweis, pflege sie nachträglich ein. Sobald alles laufe, werde das Impfzertifikat mit dem QR-Code, den man selbst mit dem Smartphone einscannen muss, dann entweder zugeschickt oder könne abgeholt werden – wann das allerdings der Fall sein wird, ist unklar.

Grundsätzlich sei die Zertifikat-Ausgabe erfolgreich gestartet. Bereits in den ersten Morgenstunden wurden demnach tausende Zertifikate fürs Handy ausgestellt.

So nützt der digitale Impfnachweis

Der digitale Nachweis wird als QR-Code auf dem Smartphone gespeichert. Das geht über die Corona-Warn-App des Bundes oder die Covpass-App. Wer vorweisen muss, dass er geimpft ist, kann den Code auf seinem Handy zeigen. Von dort wird er abgescannt. Die App soll unter anderem zur Sommerferienzeit Reisen in Europa erleichtern. Wer kein Smartphone oder die Apps nicht hat, kann seine Corona-Impfung aber auch mit dem gelben Impfbuch nachweisen. Der digitale Impfpass ist freiwillig.

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