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Ferdinand Vögele
Ferdinand Vögele (Foto: SWR3)

Die diesjährige Fußball-Europameisterschaft findet in 11 Städten in Europa und Asien statt. Die Nationalspieler reisen dafür von London bis Baku, mitten während einer weltweiten Pandemie. Eine Frage drängt sich dabei besonders auf: Sind die Kicker gegen Corona geimpft?

Oliver Bierhoff sagt es am Freitagabend ganz deutlich: Von den deutschen Spielern ist noch keiner zweimal gegen das Coronavirus geimpft. Teilweise seien die Spieler einmal geimpft, bei einigen Genesenen sei keine Impfung mehr notwendig. Viele Betreuer seien allerdings zweimal geimpft worden, erklärte Bierhoff.

Weitere Impfungen während des Turniers wird es beim deutschen Team aller Wahrscheinlichkeit nicht geben. Schon im Mai hatte DFB-Teamarzt Tim Meyer dies ausgeschlossen. Er halte Impfungen während des Turniers aufgrund möglicher Nebenwirkungen für zu gefährlich.

Große Impfaktion bei der spanischen Nationalmannschaft

Nur drei Tage vor ihrem ersten EM-Spiel gegen Schweden wurden Spieler der spanischen Fußball-Nationalelf geimpft. Nach zwei positiven Befunden wurde die Aktion beschlossen und fand am Freitag im Trainingszentrum der La Roja in Las Rozas bei Madrid statt. Kapitän Sergio Busquets wurde vor einer Woche positiv getestet und hatte für Sorgen bei den Spaniern gesorgt. Anschließend wurde auch Diego Llorente positiv getestet. Vier weitere Tests bei Llorente fielen nach spanischen Angaben negativ aus, er ist nun wieder bei der Mannschaft. Busquets muss noch in Quarantäne bleiben. 

📺 Así ha sido el proceso de vacunación de los jugadores de la @SeFutbol en la Ciudad del Fútbol de Las Rozas. Los miembros de la Unidad de Seguridad del Hospital Central de la Defensa han sido los encargados de administrar la vacuna contra el Covid-19. #SomosEspaña #EURO2020 https://t.co/FwW0HBCzsu

Portugiesische Nationalspieler sind fast komplett geimpft

Fast die gesamte EM-Delegation der Portugiesen – Deutschlands Gegner in der Gruppe F – ist gegen das Coronavirus geimpft, teilte der nationale Fußball-Verband FPF mit. Die Aktion sei in enger Abstimmung mit der Task Force zur Impfung gegen Covid-19 durchgeführt worden. Wer genau geimpft wurde, wurde nicht mitgeteilt.

Sechs holländische Spieler haben verzichtet

Wie Sport1 berichtet, hat der niederländische Fußball-Verband KNVB dem kompletten Team der Oranjes eine Impfung angeboten. Sechs der 26 Spieler sollen allerdings darauf verzichtet haben.

Impfungen der italienischen Spieler laufen seit Mai

Die italienische Regierung hatte bereits im Mai die bevorzugte Impfung der Azzurri genehmigt. Nicht zuletzt wegen des Drucks des Fußballverbandes FIGC. Der frühere Dortmunder Ciro Immobile ist einer der Spieler, die sich impfen ließen.

Österreich: Keine Durchimpfung des Kaders

Wie mehrere österreichische Medien berichten, verzichtet der Österreichische Fußball Bund ÖFB auf eine Durchimpfung seines Teams. Teamarzt Michael Fiedler wolle ähnlich wie sein deutscher Kollege keine Nebenwirkungen riskieren. Einige Spieler sollen aber bereits eine Impfdosis erhalten haben. Wegen des Datenschutzes will sich der ÖFB dazu aber nicht äußern, heißt es.

Frankreich: Impfung ist persönliche Entscheidung der Spieler

In einem Interview mit dem französischen Sportmagazin Equipe erklärte Nationaltrainer Didier Deschamps, dass die Impfung eine persönliche Entscheidung der Spieler sei. Es habe keine organisierte Impfung der Spieler gegeben, jedoch sei er selbst und der Betreuungsstab geimpft, erklärte Deschamps.

Impfungen von Fußballspielern sind nicht unumstritten

In der Bevölkerung wird kontrovers diskutiert, ob Fußball-Millionäre früher geimpft werden sollen, obwohl sie eigentlich noch gar nicht an der Reihe sind. Das hatte auch das spanische Team bei seiner Impfaktion zu spüren bekommen. Dort gab es heftige Debatten: Einige meinten, es sei ein Unding, dass die Spieler nicht früher schon geimpft worden seien. Sehr viele, darunter auch einflussreiche Medienkommentatoren, beklagten allerdings, es dürfe für die Fußballer keine Vorzugsbehandlung geben.

Liverpool-Profi Thiago räumte ein, den Spielern der Nationalmannschaft sei klar, dass die Impfung „ein sensibles Thema“ sei. „Wir hatten das Privileg und das Glück, dass die Regierung entschieden hat, dass wir geimpft werden sollen.

Impfreaktionen können im Turnier ein Problem werden

Eine Impfung auf den letzten Drücker halte ich nicht für sinnvoll, weil das Nutzenverhältnis wirklich nicht günstig ist“, sagt Hans-Georg Predel von der Deutschen Sporthochschule Köln mit Blick auf mögliche Impfungen mit Vakzinen, die zweimal verabreicht werden müssen. Dabei komme hinzu, dass die zweite Dosis während des laufenden paneuropäischen Turniers gespritzt werden müsste. In solchen Fällen gebe es die positiven Effekte erst nach der EM.

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