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Ärzte und Politiker raten, sich in diesem Jahr verstärkt gegen die Grippe impfen zu lassen. Wird die Kombination aus der Corona-Pandemie und einer Grippewelle zu einem Problem? Wie können wir uns schützen? Das erklärt David Beck aus der SWR-Wissenschaftsredaktion.

Bisher hat die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts vor allem Menschen über 60 Jahren, Schwangeren, chronisch Vorerkrankten, medizinischem Personal und Kontaktpersonen von Risikopatienten zur Impfung geraten.

Unter Berücksichtigung der Gefahr, die auch von der Corona-Pandemie ausgeht, schlussfolgert die STIKO in einer Stellungnahme, dass mit den verfügbaren Impfstoffmengen der größte Effekt erzielbar ist, wenn die Impfquote vor allem in den Risikogruppen „erheblich gesteigert“ wird.

Bundesregierung hat zusätzlichen Vorrat an Impfstoff besorgt

Während an einem Corona-Impfstoff noch geforscht wird, sind Grippe-Impfungen jedes Jahr in einer Vielzahl verfügbar: Im Herbst wird grundsätzlich mit einer höheren Nachfrage nach Grippe-Impfungen gerechnet. Für Deutschland seien schon frühzeitig Impfstoff-Dosen gesichert worden. „Jeder, der sich und seine Kinder impfen lassen will, sollte und kann das tun", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn der Welt am Sonntag.

Grippe und Covid-19: Vermeidung von Kreuzinfektionen

Das Zusammentreffen der Corona-Pandemie mit einer möglichen Grippewelle könnte problematisch werden. „Eine milde Grippewelle wäre nicht so schlimm, aber eine schwere könnte das Gesundheitssystem an seine Grenzen bringen – vor allem vor dem Hintergrund steigender Corona-Infektionen“, so die Einschätzung von David Beck aus der SWR-Wissenschaftsredaktion. „Wie brisant das Zusammentreffen einer Grippewelle mit Corona wird, bleibt erst mal abzuwarten.

Da Corona- und Grippe-Fälle im Krankenhaus auf jeden Fall strikt voneinander getrennt werden müssen, kommt zusätzliche Arbeit auf die Häuser zu, um Kreuzinfektionen zu vermeiden – also auch ein logistisches Problem. Deswegen ist es auf jeden Fall wichtig, alles zu tun, ein solches Szenario zu vermeiden. Heißt: Impfen so viel es geht.“

Gleichzeitig eine größere Grippewelle und die Pandemie kann das Gesundheitssystem nur schwer verkraften.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zur Welt am Sonntag

Grippe-Impfung für alle?

„Genügend Impfstoff, um alle zu impfen, gibt es nie. Das wäre aber auch ziemlich verschwenderisch, denn es lassen sich nicht alle impfen“, sagt SWR-Wissenschaftsredakteur Beck. Die Bundesregierung hat sich 2020 mehr Dosen als in den vergangenen Jahren gesichert: Nach Angaben der STIKO seien 25 Millionen Impfdosen vorrätig.

Man bräuchte alleine 40 Millionen Impfdosen, um alle zu impfen, die zu den Risikogruppen gehören

Ständige Impfkommission

Am wichtigsten sei es also auch in diesem Jahr, dass vor allem Risikogruppen geimpft werden: Ältere Menschen und Menschen mit Atemwegserkrankungen, aber auch Kinder – und das nicht nur weil sie durch die Grippe besonders gefährdet sind, sondern auch weil sie, als Schulgänger an der Verbreitung der Viren beteiligt sind, so Beck.

Letzte Grippewelle im Januar war kürzer als erwartet

Noch nie haben sich die Menschen in Deutschland so oft die Hände gewaschen und desinfiziert wie in diesem Jahr, die meisten sind in der Öffentlichkeit mit Mund-Nasen-Bedeckung unterwegs. Haben Grippeviren da überhaupt eine Chance?

Die letzte Grippewelle war ja schon ungefähr sechs Wochen kürzer als erwartet, weil die Leute wegen Corona auf Abstand gegangen sind. Aber wir sollten nicht darauf vertrauen, dass es wieder so kommt.

SWR-Wissenschaftsredakteur David Beck
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