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Die zweite Corona-Welle rollt und rollt: Auch im Uni-Klinikum Heidelberg werden die Intensivplätze knapp. Zwei andere Krankenhäuser im Südwesten mussten jetzt einspringen.

An vielen Orten in Deutschland füllen sich die Intensivbetten – und die Impfungen sind noch nicht einmal angelaufen. In Sachsen war bereits von „Triage“ die Rede gewesen – jetzt musste das Uni-Klinikum Heidelberg um Hilfe bitten. Eine rollende Großraum-Intensivstation – ein sogenannter GITW – holte am Morgen vier Patienten ab. Das Spezialfahrzeug kam aus Ulm. Dorthin und nach Stuttgart wurden die Patienten, die alle noch künstlich beatmet werden, gebracht, wie der SWR erfuhr.

Den Grund erklärt der Leiter der Notfallmedizin des Uni-Klinikums Heidelberg, Erik Popp: Die Betten im Klinikum füllten sich im Zuge der zweiten Welle mehr und mehr. Man müsse jetzt immer mehr Betten, die eigentlich für generelle Intensivfälle frei gehalten würden, auf Covid-19-Patienten „umwidmen“.

Dadurch sei Heidelberg langsam an der Grenze des Möglichen, weil man unter einen gewissen Bereich bei Non-Covid nicht gehen könne, um auch Herzinfarkte oder schwere Schlaganfälle behandeln zu können.

Die vier Patienten seien schwer an Covid-19 erkrankt und müsten schon seit einer Weile künstlich beatmet werden. Sie seien in keinem kritischen Zustand, bräuchten aber noch eine Weile Intensivbehandlung.

Heidelberger Pflegedirektor: „Es gibt kein Licht am Horizont“

Schon zuvor hatte der Pflegedirektor des Heidelberger Uniklinikums, Edgar Reisch, vor einem Kollaps des Gesundheitssystems gewarnt, wenn sich die Menschen nicht an Corona-Regeln halten. „Die Lage ist tatsächlich dramatisch. Das muss man auch in dieser Deutlichkeit sagen“, sagte Reisch dem Mannheimer Morgen.

Das Gesundheitssystem werde nicht in die Knie gehen, wenn sich alle an die Abstands- und Hygieneregeln halten. Aber: „Die Menschen müssen den Lockdown akzeptieren.“ Sie sollten nicht Lücken im System suchen, sondern sich schützen, damit die medizinische Versorgung insgesamt sichergestellt sei.

Das Problem sei: „Es gibt kein Licht am Horizont“, sagte Reisch der Zeitung weiter. „Wir hoffen zwar jetzt alle auf die Impfungen. Aber es wird im Verlauf der nächsten Wochen ganz sicher nicht besser.“ Ein Aspekt sei, dass Covid-19-Patienten bis zu 60 Tagen in einem Intensivbett liegen müssten, wenn sie erst einmal beatmet würden.

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