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Ob mit Laptop, PC oder Tablet, wer eine gute Internetverbindung hat kann fast problemlos von zu Hause lernen. Dafür braucht es gute aber nicht unbedingt teure Technik.

Jahrzehnte lang war vieles in Sachen Lehrmittel einfach. Zu Beginn des Schuljahres gab es für die Schüler eine Liste, welche Lernmittel gekauft werden sollen. Da ging es um Hefte, Ordner und Blätter mit und ohne Rand, kariert oder mit Linien – fertig. Im Vergleich zu den Anforderungen fürs digitale lernen ein Klacks. Leider gibt es dafür noch keine Einkaufslisten oder besser noch: Diejenigen die am lautesten digitalen Unterricht fordern kümmern sich darum, dass Schüler die gleichen digitalen Lehrmittel bekommen.

Vater lernt mit Kindern am PC (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
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Eltern und Lehrer sind auf sich allein gestellt

Hilfe und Unterstützung kommt selten von Seiten der Politik, sondern vor allem von engagierten Lehrern, die oft in ihrer Freizeit Konzepte für digitales Lernen erstellen. Die Lehrer müssen dabei ertragen, dass es in der öffentlichen Diskussion viel zu oft nicht um die ganz konkreten Probleme geht. Damit die Kinder auch mit anderen Kindern lernen, kommen sie im Netz per Videotelefonie zusammen. Lehrer machen sich selbstständig fit in der Bedienung von Teams, Google Hangout oder Zoom, während in Ministerien abgehoben über Datenschutz gesprochen wird. Wenn es um Digitalisierung der Hausaufgaben geht, setzen viele noch auf Offline-Aufgaben, wodurch weitere Kosten auf die Eltern zukommen.

Es mangelt an Datenschutz und Drucker

Zwar ist es technisch einfach möglich sowohl die Angebote von Microsoft, Google und auch Apple in Schulklassen zu nutzen, doch entsprechen die Software Pakete beim online zusammen lernen, nicht immer den EU-Datenschutzanforderungen. Mehr Sicherheit bieten spezielle Lernportale, doch auch diese Angebote setzen zumindest bei den Hausaufgaben auf die Software, die ohnehin schon auf den Computern installiert ist. Am Ende sind Kosten für Drucker und Patronen, die ganz praktische Hürde, die Homeschooling verhindern.

Es scheitert oft am Einfachsten. Materialien für den Unterricht können nicht ausgedruckt werden, weil es in dem Zuhause keinen Drucker gibt.

Monika Paliga, Werk-Realschullehrerin

Es bleibt Aufgabe für Eltern und Lehrer zu entscheiden, was fürs Schreiben, Rechnen und Präsentationen erstellen genutzt wird. Grundsätzlich gilt: Die fertigen Texte oder Präsentationen lassen sich immer so abspeichern und ins Internet hochladen, dass sie auch von den Programmen der anderen Hersteller genutzt werden können.

Kommentar: „Eltern sind keine Ersatzlehrer“Schulen, die mit der Digitalisierung schon weiter sind als andere, können die Hürden durch die Corona-Pandmemie besser meistern. Dennoch ist der Unterricht zu Hause für viele Familien eine Herausforderung. SWR3-Redakteurin Caro Knape ist ganz klar gegen Homeschooling. Wie steht ihr dazu?Gepostet von SWR3 am Montag, 15. Juni 2020

Reichen 300 Euro für digitale Geräte?

Preislich sind die Geräte und Programme von Google, Microsoft und Apple so unterschiedlich, dass es sich auf alle Fälle lohnt vor dem Kauf nachzurechnen. Nehmen wir als Budget die 300 Euro vom Kinder-und Familienbonus wird das knapp. Es reicht für ein Einsteiger-Chromebook und einen Drucker mit Ersatzpatrone. Geräte von Windows mit der Basis Microsoft 365 Software gibt es auch bereits ab 250 Euro. Hier können monatliche Software Kosten dazukommen, wenn die Schule keine Abmachung mit Microsoft hat. Bei Notebooks von Apple ist die 300 Euro Grenze schnell erreicht, es gibt aber auch hier zusätzliche Vergünstigungen für Lehrer und Schüler. Ob die günstigere iPad- Lösung und andere Tablets wirklich für die Schule reichen ist im Moment eher fraglich.

Kinder lernen zu Hause am Notebook (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
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Elektromärkte könnten mit Gratis-Angeboten helfen

Während in Deutschland nur sehr distanziert mit Microsoft, Google und Apple zusammengearbeitet wird, ist es an amerikanischen Schulen üblich, dass sie ganze Schulen mit Computern, Notebooks und Tablets ausstatten. Obendrein gibt es auch Elektro-Markt Ketten, die Tech-Center aufbauen, wo die Kids nach der Schule an den neusten Geräten programmieren lernen.

Kind lernt am Notebook (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
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Anbieter/ AufgabenOpenOfficeMicrosoft 365GoogleApple 
Software auch für die Schule
Texte schreibenWriterWordDocsPages
Tabellen rechnenCalcExcelTabellenNumbers
Präsentationen erstellen ImpressPower PointPräsentationenKeynote
Online Speicher  One DriveGoogle DriveiCloud
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