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Die EMA hat die Zulassung des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca in der EU empfohlen. Inzwischen hat auch die EU-Kommission den Einsatz des Mittels genehmigt.

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat grünes Licht für den Einsatz des Covid-19-Impfstoffs von Astrazeneca gegeben. Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der EMA empfahl am Freitag eine bedingte Zulassung des Impfstoffs ab 18 Jahren.

Inzwischen hat auch die EU-Kommission den Einsatz des Mittels genehmigt. Das hat Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Abend mitgeteilt. Diese Entscheidung galt schon vorher als reine Formsache, unabhängig davon, dass die EU mit dem britisch-schwedischen Pharmakonzern über mangelnde Impfstoff-Lieferungen streitet. 

Keine Altersobergrenze bei Astrazeneca-Impfstoff

Eine Altersobergrenze nannte die EMA für den Astrazeneca-Impfstoff nicht. Die Behörde wies aber darauf hin, dass es noch nicht genügend Daten über die Wirksamkeit des Astrazeneca-Präparats bei älteren Menschen gebe, um zu beurteilen, wie effektiv es bei diesen sei. Deshalb rät die Impfkommission am Robert Koch-Institut auch weiter davon ab, das Mittel bei Menschen ab 65 Jahren anzuwenden.

Seit Anfang der Woche gibt es Diskussionen darüber, ob der Impfstoff auch für ältere Menschen geeignet sei. Während in Großbritannien ältere Menschen mit dem Mittel geimpft werden und es dort keine Altersobergrenze gibt, hatte die deutsche Ständige Impfkommission (Stiko) laut einem Entwurf das Vakzin schon vor der EU-Zulassung nur für unter 65-Jährige empfohlen. Die Begründung: Die Wirksamkeit bei älteren Personen sei nicht ausreichend belegt.

Der britisch-schwedische Pharmakonzern Astrazeneca hatte die Berichte zur mangelnden Wirksamkeit bei Älteren als falsch zurück gewiesen – auch das Bundesgesundheitsministerium widersprach. Aus der Tatsache, dass an der Wirksamkeitsstudie nur wenige ältere Menschen teilgenommen hätten, sei in einem Zeitungsbericht auf eine geringe Wirksamkeit geschlossen worden, erklärte ein Sprecher des Ministeriums.

Zu wenig Impfdosen von Astrazeneca: Streit mit der EU

Abgesehen von der Wirksamkeits-Debatte steht Astrazeneca in der Kritik, weil das Unternehmen kürzlich angekündigt hat, weniger Dosen als geplant an die Europäische Union liefern zu können. Als Grund gibt der Konzern Probleme in der Lieferkette an. Die EU will das aber nicht gelten lassen, denn dadurch könnten die Impfkampagnen in allen Mitgliedsländern weiter in Verzug geraten.

Die EU hatte im August bis zu 400 Millionen Impfdosen von Astrazeneca bestellt und nach eigenen Angaben 336 Millionen Euro für Entwicklung und Fertigung vorgestreckt. Nach Darstellung der EU-Kommission hätte Astrazeneca seit Oktober vorproduzieren müssen, damit der Impfstoff sofort nach der Zulassung in der EU bereitsteht.

Trotzdem: Große Hoffnung in Astrazeneca-Impfstoff gesetzt

In den Astrazeneca-Impfstoff werden trotz allem große Hoffnungen gesetzt. Es ist kein mRNA-Impfstoff wie Biontech/Pfizer oder Moderna, sondern ein Vektor-Impfstoff. Das bedeutet, der Wirkstoff beruht auf der abgeschwächten Version eines Erkältungsvirus von Schimpansen.

Deshalb hat der Impfstoff einen großen Vorteil: Er kann bei Kühlschranktemperaturen aufbewahrt und damit leichter gelagert und ausgeliefert werden. Der Biontech-Impfstoff benötigt beispielsweise eine ultrakalte Lagerung von minus 70 Grad und ist bei normalen Kühlschranktemperaturen nur fünf Tage lang haltbar. Laut Zeitungsberichten hatten Bund und Länder deshalb geplant, den Astrazeneca-Impfstoff für ältere Menschen einzusetzen, die zu Hause leben und aus Alters- oder Krankheitsgründen die Impfzentren nicht aufsuchen können.

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