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Vanessa Valkovic
Vanessa Valkovic (Foto: SWR3)
Kira Urschinger
Kira Urschinger (Foto: SWR3)

Die Isolation wurde verkürzt. Für einzelne Berufsgruppen gibt es Ausnahmen. Hier kannst du die Dauer der Isolation nach den neuen Corona-Regeln für dich berechnen.

  1. Verkürzte Isolation – das gilt jetzt
  2. Unterschied zwischen Quarantäne und Isolation
  3. Grundregel für die Quarantäne-Zeit
  4. Sonderregeln für wichtige Berufsgruppen
  5. Sonderregeln für Kinder
  6. CT-Wert: Was gilt bei einem Wert >30?
  7. Kritik an der verkürzten Quarantäne
  8. Debatte im Netz

Neue Isolations-Regeln bundesweit beschlossen

In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gilt im Fall einer Infektion mit dem Coronavirus seit Anfang Mai eine Isolation von fünf Tagen – falls 48 Stunden vorher keine Symptome mehr aufgetreten sind. Wer weiterhin Symptome hat, zum Beispiel Fieber oder Husten, der muss in Isolation bleiben – höchstens zehn Tage. Zum Beenden der Isolation braucht es kein negatives Corona-Testergebnis mehr. Dennoch wird ein Test weiterhin empfohlen. Enge Kontaktpersonen oder Menschen, die mit Infizierten in einem Haushalt leben, müssen nicht in Quarantäne – unabhängig von ihrem Impfstatus. Rheinland-Pfalz empfiehlt Kontaktpersonen aber: „Kontakte zu anderen Personen reduzieren, in geschlossenen Räumen eine FFP2-Maske tragen und sich für einen Zeitraum von 5 Tagen täglich selbst testen.“ Die aktuellen Isolationsregeln veröffentlicht die Bundesregierung regelmäßig auf ihrer Website.

Der Unterschied zwischen Isolation und Quarantäne

Achtung: Wichtig ist es, zwischen Isolation und Quarantäne zu unterscheiden:

  • Eine Isolierung oder Isolation ist eine von einer Behörde angeordnete Maßnahme für Menschen, bei denen eine Corona-Infektion durch einen PCR-Test bestätigt wurde. „Die Isolierung kann zu Hause erfolgen oder bei schwerem Krankheitsverlauf im Krankenhaus. Die Entlassung aus der Isolierung erfolgt nach festgelegten Kriterien. Zum Zeitpunkt der Entlassung ist davon auszugehen, dass die Person nicht mehr ansteckend ist“, heißt es auf der Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
  • Die Quarantäne ist eine zeitlich begrenzte sogenannte Absonderung von Personen, bei denen der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus vorliegt. Sie kann sowohl behördlich angeordnet sein als auch freiwillig erfolgen. Für Kontaktpersonen von Infizierten oder Erkrankten gibt es aktuell in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz keine verpflichtende Quarantäne mehr. Außer, sie sind selbst krankheitsverdächtig.

Ziel dieser Regelungen ist es, die Kontakte zu anderen Menschen zu vermeiden, die man ebenfalls infizieren und damit das Virus weitergeben könnte.

Grundregel: Kein Unterschied zwischen den Corona-Varianten

Zwischen den einzelnen Corona-Varianten und -Untervarianten gibt es beim Thema Isolation keine Unterschiede. Wer sich infiziert hat, muss bei allen Varianten für mindestens fünf Tage in Isolation. Wie bei Einführung der aktuellen Quarantäneregeln ist die Omikron-Variante weiterhin vorherrschend.

Spezielle Quarantäne-Regeln für wichtige Berufe

Der Bund hat seit Beginn der Pandemie immer wieder spezielle Regeln für Menschen beschlossen, die in besonders wichtigen Einrichtungen mit Patientenkontakt arbeiten, in der sogenannten kritischen Infrastruktur.

Dazu zählen unter anderem:

  • Krankenhäuser
  • Pflegeeinrichtungen
  • Einrichtungen der Eingliederungshilfe

Wer in Baden-Württemberg einen medizinische-pflegerischen Beruf hat, darf nach der Isolation erst mit einem negativen Schnelltestergebnis wieder arbeiten, ohne Schnelltest erst am 15. Tag nach dem Erstnachweis des Erregers. Auch in Rheinland-Pfalz müssen Menschen, die zum Beispiel in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen oder Pflegediensten, Arztpraxen oder Einrichtungen der Eingliederungshilfe arbeiten, einen negativen Test vorlegen. Es gelten hier bei einer Testeinrichtung vorgenommene PoC-Antigentests oder PCR-Tests – letzterer muss negativ sein oder einen CT-Wert über 30 haben.

CT-Wert >30 mit positivem Test: Was gilt?

Jede Probe wird mehreren Messzyklen unterzogen; der CT-Wert zeigt an, wie viele Zyklen nötig waren, bis das Virus nachgewiesen werden konnte. Je höher dieser Wert ist, desto länger hat es also gedauert, bis etwas gefunden wurde. Das spricht für eine geringe Viruslast.

Bei einem CT-Wert von über 30 spricht man von einer so geringen Viruslast, dass man die Isolation nach sieben Tagen vorzeitig verlassen darf – obwohl der dazugehörige PCR-Test ein positives Ergebnis anzeigt. Die Ansteckungsgefahr sei dann sehr gering.

Positiver Corona-Test 10 Fakten zur Bedeutung des CT-Werts bei Omikron

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Diese Regeln gelten für Kita- und Schulkinder in BW und RLP

Nach den Osterferien endete in Baden-Württemberg die landesweite Testpflicht an Schulen und in Kitas. Es gilt: Schülerinnen und Schüler dürfen nicht in die Schule, wenn sie in Isolation sind. Sie müssen aber nicht mehr in Isolation, wenn sie Kontakt zu positiv getesteten Personen hatten. Generell gelten in puncto Absonderung die selben Regeln wie für Erwachsene. Auch für den Zeitraum, in dem sie positiv getestet sind, aber noch auf das Ergebnis eines PCR-Tests warten, sind Schülerinnen und Schüler von der Teilnahme am Schulbetrieb ausgeschlossen. Darüber hinaus, wenn sie typische Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus aufweisen, zum Beispiel Fieber, Atemnot oder Geruchs- bzw. Geschmacksverlust.

Auch in Rheinland-Pfalz ist die landesweite Testpflicht an Schulen entfallen. Wie bei Erwachsenen gilt für Schul- und Kitakinder bei einer Infektion mit dem Coronavirus eine Isolation von mindestens fünf Tagen. Eine Quarantänepflicht für Kontaktpersonen gibt es auch hier nicht mehr. Seit dem 1. Mai gilt keine fünftägige Testpflicht für Schulklassen mehr, wenn sich dort ein Schüler oder eine Schülerin mit dem Coronavirus infiziert hat. Bei Erkältungs- und Krankheitssymptomen sollen Kinder nicht in die Kita oder Schule und gegebenenfalls einen Corona-Test machen.

Kritik an neuen Regeln

Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz haben im Mai ihre Corona-Verordnungen unter anderem mit den neuen Isolationsregeln angepasst. Vorausgegangen war eine Empfehlung von Gesundheitsminister Karl Lauterbach, die Isolation auf mindestens fünf Tage zu verkürzen. Das Freitesten, also ein Corona-Test nach fünf Tagen, wird demnach empfohlen, ist aber nicht vorgeschrieben. Während medizinisches Personal in Rheinland-Pfalz nach einer Coronainfektion einen negativen PoC-Antigentest oder PCR-Test vorlegen muss, reicht in Baden-Württemberg wie auch ein Bayern ein Schnelltest.

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