STAND
AUTOR/IN
Leo Eder
Leo Eder (Foto: SWR3)

Schülerinnen und Schüler leiden unter der Corona-Pandemie – und die Politik tut ihrer Ansicht nach nicht genug dagegen. Mit einem offenen Brief stellen sie nun klare Forderungen.

Der Brief wird unter dem Hashtag #WirWerdenLaut in sozialen Medien gerade viel geteilt und schafft es in den Twitter-Trends sogar auf Platz 1. Mehr als hundert Schulsprecherinnen und Schulsprecher haben ihn unterzeichnet.

Das steht im offenen Brief

Die Situation an den Schulen sei nach zwei Jahren Corona-Pandemie unerträglich geworden, steht in dem Dokument. Anfängliche Kommunikationsfehler der Corona-Politik würden wiederholt, wenn nicht gar übertroffen.

Wir haben unsere Belastungsgrenze erreicht. 

Forderungen nach flächendeckender Ausstattung mit Luftfiltern, einer Aussetzung der Präsenzpflicht und einem angemessenen Ausbau digitaler Lern- und Lehrmittel an Schulen würden wiederholt zu großen Teilen ignoriert, bisherige Lösungsansätze und Förderprogramme seien nicht ausreichend, so die Schülervertreter.

#WirWerdenLaut https://t.co/q184O9wlwM

#WirWerdenLaut-Initiator Anjo Genow im SWR3-Interview

Initiator der Aktion ist Anjo Genow. Er ist Abiturient und Schülersprecher des Otto-Nagel-Gymnasiums in Berlin. Im Interview mit SWR3 berichtet, was die Beweggründe für den offenen Brief waren.

Die Schüler*innen bemerken, dass es in den Schulen nicht gut läuft, und die Politik weiß es auch. Aber sie reden weiter davon, dass die Schulen offen bleiben, dass die Schulen sicher sind – ohne zu differenzieren und zu überlegen, wie man den Schüler*innen helfen kann.

Das ganze Interview kannst du dir hier anhören:

Logo SWR3 (Foto: SWR, SWR)

Nachrichten Interview mit #WirWerdenLaut-Initiator Anjo Genow

Dauer

Das fordern die Schüler

  • Einen ehrlichen und öffentlichen Diskurs mit ihnen statt über sie
  • Bundesweite Umsetzung der vom RKI empfohlenen S3-Leitlinie (Luftfilter, kostenlose FFP2-Masken, kleinere Lerngruppen, mehr Angebote für die Notbetreuung, angemessene Quarantänemaßnahmen)
  • PCR-Pooltestungen sowie hochwertige Schnelltests an allen Schulen
  • Bildungspflicht statt Präsenzpflicht
  • Informationen über Infektionen in Lerngruppen in Echtzeit an Eltern, Lehrkräfte und Schüler:innen übermitteln
  • Mehr pädagogisches und schulpsychologisches Personal
  • Entlastung und Ausgleich für Abschlussjahrgänge
  • Langfristige Lösungsstrategien

Politiker reagieren auf Brief

Adressiert ist der Brief an Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP), Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), die Präsidentin der Kultusminister-Konferenz (KMK) Karin Prien (CDU) sowie die Regierungspräsidien der Länder.

Stark-Watzinger und Prien haben bereits reagiert und den Schülervertretern Gespräche zur Corona-Lage an den Schulen angeboten. Die Bildungsministerin sagte, sie sei gerne zum Austausch über die Situation an den Schulen bereit.

@AnjoGenow @Karl_Lauterbach @PrienKarin Die #Corona-Pandemie verlangt uns allen viel ab. Mir ist es wichtig, dass Schülerinnen und Schüler und ihre Vertreter wissen, dass sie gesehen und gehört werden. (1/2)

Prien erklärte, es gebe zwar schon einen regelmäßigen Austausch. Sie sei aber gerne darüber hinaus zu einem Gespräch im Livestream bereit, damit alle zuschauen könnten. Sie möchte den Brief zudem am Freitag im KMK-Präsidium ansprechen.

Es gibt einen regelmäßigen Austausch zwischen Schüler-, Eltern- und Lehrervertretungen auf Länderebene mit den Bildungsministerien. Ich habe gleich nach Amtsantritt auch der Bundesschülerkonferenz Gespräche angeboten. Wenn Sie/Ihr außerhalb der 1/2 https://t.co/M37EqzwKFO

Prominente Unterstützung

Die Schülerinnen und Schüler stehen mit ihren Forderungen nicht alleine da. Schulsprecher Genow berichtet, dass er positives Feedback seiner Lehrkräfte erhalten habe. Und auch Jan Böhmermann teilte die Aktion:

100 Schulsprecherinnen und Schulsprecher sprechen für ihre Schulen. https://t.co/WfV0prWW1j

STAND
AUTOR/IN
Leo Eder
Leo Eder (Foto: SWR3)

Meistgelesen

  1. Stuttgart

    Auch Hubschrauber im Einsatz Cannstatter Wasen: Rund 70 Rettungskräfte rücken nach Notrufen aus

    Drei Notrufe vom Cannstatter Wasen haben am Abend einen Großeinsatz ausgelöst. Menschen in Not fanden die Rettungskräfte nicht – dafür aber einen 27-Jährigen.  mehr...

  2. Liveblog: Der Krieg in der Ukraine und seine Folgen Nord Stream: Austritt von Gas offenbar noch nicht zu Ende

    Russland versucht weiter, die Ukraine einzunehmen. Der Krieg hat auch Auswirkungen auf Europa und die ganze Welt. Alle Infos dazu.  mehr...

  3. SWR3 Tatort-Check Schockmomente im Tatort: Wer ist vom Teufel besessen?

    Einmal im Jahr wird es im Tatort gruselig. Dann gehts um Geister, Dämonen, Teufel. Die Wiener Ermittler Moritz Eisner und Bibi Fellner müssen den Mord an einem Priester aufklären.  mehr...

  4. „Time is Brain“ Warum immer mehr junge Menschen einen Schlaganfall erleiden

    Das Alter für Schlaganfälle verschiebt sich: Immer häufiger sind auch junge Menschen betroffen. „Schlaganfall, ich? Jetzt schon?“ Was sind Risikofaktoren und wie reagierst du im Zweifel?  mehr...

    NOW SWR3

  5. Stuttgart

    Der Grund ist absurd... Familie stellt brennendes Auto an Tankstelle ab und fährt mit Taxi davon

    An der A8 bei Stuttgart hat eine Familie ihr brennendes Auto an einer Tankstelle abgestellt. Nach Angaben der Polizei nur fünf Meter von den Zapfsäulen entfernt.  mehr...

  6. Radio an am 3. Oktober! „Made In Germany“: SWR3 feiert Tag der Deutschen Einheit mit Musikspecial

    Am 3. Oktober hört ihr bei uns nur die beste Musik auf Deutsch und aus Deutschland: von Ost nach West, von den 80ern bis heute, von Rap mit den Fantas bis Rock mit den Ärzten. Hier gibts alle Infos und Made-In-Germany-Hitgeschichten!  mehr...