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Schülerinnen und Schüler leiden unter der Corona-Pandemie – und die Politik tut ihrer Ansicht nach nicht genug dagegen. Mit einem offenen Brief stellen sie nun klare Forderungen.

Der Brief wird unter dem Hashtag #WirWerdenLaut in sozialen Medien gerade viel geteilt und schafft es in den Twitter-Trends sogar auf Platz 1. Mehr als hundert Schulsprecherinnen und Schulsprecher haben ihn unterzeichnet.

Das steht im offenen Brief

Die Situation an den Schulen sei nach zwei Jahren Corona-Pandemie unerträglich geworden, steht in dem Dokument. Anfängliche Kommunikationsfehler der Corona-Politik würden wiederholt, wenn nicht gar übertroffen.

Wir haben unsere Belastungsgrenze erreicht. 

Forderungen nach flächendeckender Ausstattung mit Luftfiltern, einer Aussetzung der Präsenzpflicht und einem angemessenen Ausbau digitaler Lern- und Lehrmittel an Schulen würden wiederholt zu großen Teilen ignoriert, bisherige Lösungsansätze und Förderprogramme seien nicht ausreichend, so die Schülervertreter.

#WirWerdenLaut https://t.co/q184O9wlwM

#WirWerdenLaut-Initiator Anjo Genow im SWR3-Interview

Initiator der Aktion ist Anjo Genow. Er ist Abiturient und Schülersprecher des Otto-Nagel-Gymnasiums in Berlin. Im Interview mit SWR3 berichtet, was die Beweggründe für den offenen Brief waren.

Die Schüler*innen bemerken, dass es in den Schulen nicht gut läuft, und die Politik weiß es auch. Aber sie reden weiter davon, dass die Schulen offen bleiben, dass die Schulen sicher sind – ohne zu differenzieren und zu überlegen, wie man den Schüler*innen helfen kann.

Das ganze Interview kannst du dir hier anhören:

Logo SWR3 (Foto: SWR, SWR)

Nachrichten Interview mit #WirWerdenLaut-Initiator Anjo Genow

Dauer

Das fordern die Schüler

  • Einen ehrlichen und öffentlichen Diskurs mit ihnen statt über sie
  • Bundesweite Umsetzung der vom RKI empfohlenen S3-Leitlinie (Luftfilter, kostenlose FFP2-Masken, kleinere Lerngruppen, mehr Angebote für die Notbetreuung, angemessene Quarantänemaßnahmen)
  • PCR-Pooltestungen sowie hochwertige Schnelltests an allen Schulen
  • Bildungspflicht statt Präsenzpflicht
  • Informationen über Infektionen in Lerngruppen in Echtzeit an Eltern, Lehrkräfte und Schüler:innen übermitteln
  • Mehr pädagogisches und schulpsychologisches Personal
  • Entlastung und Ausgleich für Abschlussjahrgänge
  • Langfristige Lösungsstrategien

Politiker reagieren auf Brief

Adressiert ist der Brief an Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP), Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), die Präsidentin der Kultusminister-Konferenz (KMK) Karin Prien (CDU) sowie die Regierungspräsidien der Länder.

Stark-Watzinger und Prien haben bereits reagiert und den Schülervertretern Gespräche zur Corona-Lage an den Schulen angeboten. Die Bildungsministerin sagte, sie sei gerne zum Austausch über die Situation an den Schulen bereit.

@AnjoGenow @Karl_Lauterbach @PrienKarin Die #Corona-Pandemie verlangt uns allen viel ab. Mir ist es wichtig, dass Schülerinnen und Schüler und ihre Vertreter wissen, dass sie gesehen und gehört werden. (1/2)

Prien erklärte, es gebe zwar schon einen regelmäßigen Austausch. Sie sei aber gerne darüber hinaus zu einem Gespräch im Livestream bereit, damit alle zuschauen könnten. Sie möchte den Brief zudem am Freitag im KMK-Präsidium ansprechen.

Es gibt einen regelmäßigen Austausch zwischen Schüler-, Eltern- und Lehrervertretungen auf Länderebene mit den Bildungsministerien. Ich habe gleich nach Amtsantritt auch der Bundesschülerkonferenz Gespräche angeboten. Wenn Sie/Ihr außerhalb der 1/2 https://t.co/M37EqzwKFO

Prominente Unterstützung

Die Schülerinnen und Schüler stehen mit ihren Forderungen nicht alleine da. Schulsprecher Genow berichtet, dass er positives Feedback seiner Lehrkräfte erhalten habe. Und auch Jan Böhmermann teilte die Aktion:

100 Schulsprecherinnen und Schulsprecher sprechen für ihre Schulen. https://t.co/WfV0prWW1j

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