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Viele Corona-Infektionen, Lockdown, Unsicherheit – was die Pandemie weltweit mit den Menschen macht und welche psychischen Auswirkungen das hat, zeigt eine neue Studie.

Die Fälle von Depressionen und Panikattacken sind im ersten Corona-Jahr weltweit um mehr als ein Viertel angestiegen. Das heißt, dass weltweit 52 Millionen Menschen mehr an einer schweren depressiven Störung, als ohne Pandemie der Fall gewesen wäre. Bei Menschen mit Angstzuständen sind es 76 Millionen mehr. Der relative Anstieg der beiden Erkrankungen betrug demnach 28 beziehungsweise 26 Prozent.

Das zeigt eine Studie, die am Samstag in der medizinischen Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht wurde. Die Forscher analysierten für die Schätzung Daten aus Nordamerika, Europa und Ostasien und erstellten ein Modell für das erwartete Auftreten von Depressionen und Angstzuständen.

Zusammenhang zwischen Corona-Infektionen und psychischer Belastung

In den Ländern, die am stärksten von der Pandemie betroffen waren, leiden die Menschen besonders unter psychischen Belastungen. Die Studie zeigt, dass ein enger Zusammenhang besteht zwischen hohen Covid-Fallzahlen, Bewegungseinschränkungen und erhöhten Raten von Depressionen und Angstzuständen.

Appell der Studien-Autoren

Es sei dringend nötig die psychosozialen Dienste zu stärken, um die wachsende Belastung durch schwere Depressionen und Angststörungen weltweit zu bewältigen. So lautet der Appell der Studien-Autoren.

Vor allem Frauen stark betroffen

Die Analyse zeigte auch, dass Frauen unverhältnismäßig stark betroffen sind. Der Grund dafür: Die Pandemiemaßnahmen haben die bestehenden gesundheitlichen und sozialen Ungleichheiten noch verschärft. Die zusätzlichen Betreuungs- und Haushaltspflichten wurden hauptsächlich von Frauen übernommen. Frauen sind zudem weitaus häufiger Opfer häuslicher Gewalt, die während der Pandemie stark zugenommen hatte.

Statistik & Hilfe Gewalt gegen Frauen gestiegen: „Das ist ein Stück Hilflosigkeit“

141.792 Menschen sind 2019 in Deutschland Opfer von partnerschaftlicher Gewalt geworden. Mord, Totschlag, Vergewaltigung, Stalking – die Liste ist lang. Die Corona-Pandemie hat die Situation verschärft. So kannst du dich informieren und helfen.  mehr...

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