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Das sitzt: Fußballclub Bayern München hat offenbar hart durchgegriffen und geht den ungeimpften Profis wie Nationalspieler Joshua Kimmich an den Geldbeutel.

Alle Spieler von Bayern München, die wegen einer fehlenden Corona-Impfung in Quarantäne müssen, werden in dieser Zeit nicht mehr bezahlt – das berichtet die Bild am Sonntag (BamS). Der Club wollte diese Meldung nicht kommentieren.

Ex-Vorstandschef Rummenigge: Kimmich-Debatte „nervt den Verein“

Sattdessen meldete sich Bayern Münchens früherer Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge zu Wort. Die Debatte um den ungeimpften Kimmich sei eine, „die den Verein nervt“, sagte Rummenigge in der Sendung Sky90 am Sonntag. Seiner Meinung nach hätten „alle versucht, das Thema Nicht-Impfen zu bereinigen und eine Lösung zu finden, das ist nicht geglückt“. Mögliche Gehaltskürzungen des Rekordmeisters für ungeimpfte Spieler wären laut dem frühreren Vorstandschef „ein Zeichen“ des Vereins. Seine Hoffnung lautet: „Vielleicht gelingt es jetzt.“

Am Donnerstag soll den ungeimpften Spielern der Münchner laut BamS mitgeteilt worden sein, dass ihr Gehalt aus der Quarantäne-Woche rückwirkend abgezogen wird. Damit wollen die Bayern-Bosse ein Zeichen setzen und den Druck für eine Impfung erhöhen. Laut einer Verordnung der Stadt München haben Angestellte ab dem 1. November keinen Anspruch auf quarantänebedingten Verdienstausfall, wenn das passiert, weil sie ungeimpft sind.

Bei Bayern-Star Kimmich geht es um rund 384.000 Euro pro Woche

Für Kimmich bedeutet die Streichung bei einem geschätzten Jahresgehalt von etwa 20 Millionen Euro rund 384.000 Euro Verlust pro Woche. Die Spieler sollen laut der Zeitung „sehr überrascht“ von den Maßnahmen gewesen sein. Im Rest der Mannschaft hätte es allerdings Zustimmung gegeben.

Zur Erinnerung: Joshua Kimmich hat eine Arbeit, bei der ihm ständig potentiell Muskulatur, Knochen oder Gelenke kaputtgetreten werden können und ihm regelmäßig Bälle gegen den Kopf geschossen werden, was nachweislich Schäden nach sich zieht, aber eine Impfung ist ihm zu riskant.

Außer Joshua Kimmich wurden vier weitere ungeimpfte Spieler zur Chef-Etage bestellt: Serge Gnabry, Jamal Musiala, Eric Maxim Choupo-Moting und Michael Cuisance. Drei von ihnen wird das Gehalt nachträglich gekürzt. Cuisance dagegen soll Glück gehabt haben. Er war bisher nicht in Quarantäne und muss daher auch nicht auf Geld verzichten.

Am Sonntagnachmittag dann das nächste Kapitel in Sachen Corona: Vier weitere Bayern-Profis um Gnabry und Musiala müssen in Quarantäne.

Baden-Baden

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Kein Gehalt für Quarantäne-Zeit

Kimmich fehlte am Freitag im Spiel beim FC Augsburg, da er als ungeimpfte Kontaktperson eines Corona-Infizierten erneut in Quarantäne musste. Auch weitere Maßnahmen scheinen bei den Bayern nicht ausgeschlossen. „So könnten die nicht geimpften Stars auch im Training von ihren Kollegen isoliert werden“, schreibt die Bild am Sonntag.

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