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Leo Eder
Leo Eder (Foto: SWR3)
Björn Widmann
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Ferdinand Vögele
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Judith Bühler
Judith Bühler (Foto: SWR3)

Die Omikron-Variante des Coronavirus ist in Deutschland angekommen. Bei Passagieren in München und Frankfurt wurde die neue Variante offiziell nachgewiesen. Verdachtsfälle gibt es in Nordrhein-Westfalen.

Die Südafrika-Variante des Coronavirus ist nur zwei Tage nach ihrer Entdeckung schon bei uns. Das bayerische Gesundheitsministerium teilte mit, dass in München zwei Passagiere positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Beide seien gleich isoliert worden. Das Ehepaar kam am Mittwoch mit einem Flugzeug aus Kapstadt in Deutschland an. Nach einem vorsorglichen Test auf die neue Variante war klar: Beide haben sich mit Omikron infiziert.

Das Gesundheitsministerium will daher, dass sich alle Flugreisenden melden, die am Mittwoch aus Südafrika in München gelandet sind. Und nicht nur die: Alle, die in den vergangenen zwei Wochen aus Südafrika eingereist sind, sollen ebenfalls Kontakt zum Gesundheitsamt aufnehmen, sofort ihre Kontakte reduzieren und einen PCR-Test machen.

Weiterer Omikron-Fall in München

Inzwischen gibt es in München einen dritten Omikron-Fall: Ein Passagier sei am Freitag mit einem Flug aus Südafrika in München angekommen und positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit am Sonntag mit.

Die Reiseanamnese habe zusammen mit einem speziellen, auf bestimmte Mutationen ausgerichteten PCR-Test vom Max-von-Pettenkofer-Institut einen hochgradigen Verdacht erbracht, dass es sich hier um einen Fall der neuen Variante handele, sagte eine Sprecherin. Dieser Test war auch bei dem Ehepaar angewendet worden. Eine endgültige Bestätigung über eine Genomsequenzierung soll nach LGL-Angaben in Kürze vorliegen. Der Betroffene und ein weiterer positiv getesteter Passagier befinden sich in Isolation.

Auch in Nordrhein-Westfalen gibt es in Essen und in Düsseldorf erste Verdachtsfälle, die jetzt mittels Sequenzierung überprüft werden, wie NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Sonntag mitteilte.

Bestätigter Omikron-Fall auch in Frankfurt

Auch bei einem Reisenden am Flughafen in Frankfurt hat sich der Verdacht einer Infektion mit der neuen Variante bestätigt.

Hessens Sozialminister Kai Klose (Grüne) schrieb auf Twitter: „Die Sequenzierung hat das Ergebnis bestätigt – bei dem gestern Morgen bekanntgegebenen Verdachtsfall handelt es sich um die Omicron-Variante.“ Bei einem Reiserückkehrer aus Südafrika waren in der Nacht auf Samstag mehrere für Omikron typische Mutationen gefunden worden.

Update: Die Sequenzierung hat das Ergebnis bestätigt - bei dem gestern Morgen bekanntgegebenen Verdachtsfall handelt es sich um die #Omicron-Variante. @CiesekSandra https://t.co/gRQurwhKTe

Klose forderte Reisende aus Afrika dazu auf, Kontakte zu reduzieren und sich testen zu lassen.

Bitte schützen Sie sich und Ihre Mitmenschen. Wenn Sie in der letzten Woche aus dem südlichen Afrika zurückgekehrt sind, schränken Sie Ihre Kontakte ein und lassen sich testen!

Der Reisende ist schon vergangenen Sonntag über den Frankfurter Flughafen nach Deutschland eingereist, teilte das Sozialministerium am Samstagnachmittag mit. Die infizierte Person „war vollständig geimpft“. Sie habe im Laufe der Woche Symptome entwickelt und sich daraufhin testen lassen. Danach sei sie häuslich isoliert worden.

Ergebnis der Sequenzierung durch Klinikum der @goetheuni unter der Leitung von @CiesekSandra bestätigt ersten #Omicron-Fall in #Hessen: https://t.co/tg9uwNidLO #Omikron

Omikron-Variante breitet sich weltweit aus

Mittlerweile haben schon mehrere Länder den Verdacht auf die neue Coronavirus-Mutation aus Südafrika gemeldet. Am Flughafen in Amsterdam wurden 61 Passagiere aus zwei Flügen aus Südafrika positiv auf das Coronavirus getestet.

Die Tests seien bei der Ankunft am Flughafen Schiphol gemacht worden, teilte die niederländische Gesundheitsbehörde GGD mit. Die Passagiere kamen aus Johannesburg und Kapstadt. Die positiv Getesteten sind in einem Quarantänehotel am Flughafen untergebracht. Ob sie sich mit der Omikron-Variante infiziert haben, ist noch nicht klar.

Chaotische Zustände nach Landung in Amsterdam

Eine der Passagiere war Paula Zimmerman. Sie dokumentierte, wie chaotisch die Szenen auf dem Flughafen Schiphol in Amsterdam abliefen. Die Menschen im Flugzeug wurden „von der Rollbahn in einen isolierten Raum gebracht, wo wir vier Stunden lang warteten, bevor wir getestet wurden“, sagte Zimmerman der Nachrichtenagentur AFP. „Jeder im Flugzeug war da drin“, auf Abstandsregeln sei kaum geachtet worden.

Negative!! On our way home. Organisation was terrible unfortunately. Lessons to be learned for future reference. #vliegverbod #coronavirus #SouthAfrica #zuidafrika #NewVariant https://t.co/c9BS020n7u

Mitreisende von Paula Zimmerman berichteten, es habe Stunden gedauert, bis überhaupt mit den Tests angefangen wurde. Alle Passagiere seien dabei in einen Raum gebracht worden – auch diejenigen, die später positiv getestet wurden. Auf die Maskenpflicht sei dabei nicht geachtet worden.

Auch in Belgien, Hongkong, Israel, Großbritannien, Kanada und Botswana gebe es erste Fälle. In Südafrika haben sich schon Dutzende Menschen mit der neuen Virusvariante infiziert. Südafrikanische Experten beobachten vor allem viele Infektionen bei Menschen zwischen 20 und 40 Jahren.

EU kappt Flüge aus Südafrika

Die Europäische Union hat den Flugverkehr aus dem südlichen Afrika gekappt. Damit wollte die EU verhindern, dass die Virusmutante auch zu uns kommt. „Die Kommission wird in enger Abstimmung mit den Mitgliedstaaten vorschlagen, die Notbremse zu aktivieren, um den Flugverkehr aus dem südlichen Afrika aufgrund der besorgniserregenden Variante B.1.1.529 einzustellen“, twitterte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Wie es aussieht, war es aber schon zu spät.

The @EU_Commission will propose, in close coordination with Member States, to activate the emergency brake to stop air travel from the southern African region due to the variant of concern B.1.1.529.

Erstmals nachgewiesen wurde B.1.1.529 in Botswana – aufgefallen ist die Variante, nachdem in der südafrikanischen Region Gauteng vermehrt Menschen positiv auf das Coronavirus getestet wurden.

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