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In welcher Impfgruppe bin ich? Wann kann ich einen Impftermin ausmachen? Hier erfahrt ihr, wie es aktuell in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz aussieht.

Wann sich wer in Deutschland gegen das Coronavirus impfen kann, ist in einer Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums festgelegt. Es gibt vier Gruppen – wer in welcher Gruppe landet hängt von Alter, Vorerkrankungen und Beruf ab.

Die Priorisierung, wer zuerst geimpft werden soll, orientiert sich an der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut (RKI).

Zu welcher Impfgruppe gehöre ich?

Impfgruppe 1 „Höchste Priorität“: Altenheime und Personal auf Intensivstationen

Personen, die...

  • ...über 80 Jahre alt sind
  • ...in Einrichtungen für ältere oder pflegebedürftige Menschen arbeiten, oder dort „behandelt, betreut oder gepflegt“ werden, zum Beispiel Altenheime
  • ...durch ihre Arbeit im ambulanten Pflegedienst regelmäßig Kontakt zu älteren oder pflegebedürftigen Menschen haben
  • ...in Bereichen medizinischer Einrichtungen tätig sind, bei dem sie einem hohen Risiko im Zusammenhang mit dem Coronavirus ausgesetzt sind, zum Beispiel auf Intensivstationen oder im Rettungsdienst
  • ...in medizinischen Einrichtungen arbeiten, in denen Patientinnen oder Patienten nach der Infektion mit dem Coronavirus ein hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Verlauf haben, zum Beispiel in der Transplantationsmedizin

Detaillierte Informationen zur Impfgruppe mit der höchsten Priorität gibt es hier.

Impfgruppe 2 „Hohe Priorität“: Grundschullehrer und Polizei

Personen, die...

  • ...über 70 Jahre alt sind
  • ...die nach einer Infektion mit dem Coronavirus ein hohes oder sehr hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Verlauf haben, zum Beispiel Trisomie 21, Demenz oder geistige Behinderung oder nach einer Organtransplantation oder mit schweren psychiatrischen Erkrankungen, zum Beispiel einer schwere Depression, schwer Lungenkranke (zum Beispiel COPD), mit Muskeldystrophien, mit schwerer Diabetes, Krebs-, Leber- oder Nierenerkrankungen, Personen mit einem Body-Mass-Index über 40, Personen mit schweren Conterganschäden oder bei denen nach ärztlicher Beurteilung ein individuelles, besonders hohes Risiko durch eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt wurde
  • ...enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen oder Schwangeren sind, also zum Beispiel auch werdende Väter
  • ...in stationären Einrichtungen oder ambulanten Pflegediensten mit geistig behinderten Menschen arbeiten
  • ...in Bereichen medizinischer Einrichtungen tätig sind, bei dem sie einem hohen oder erhöhten Risiko im Zusammenhang mit dem Coronavirus ausgesetzt sind, also zum Beispiel Ärzte und Pflegekräfte
  • ...bei der Polizei oder als Ordnungskräfte arbeiten und die bei ihrer Tätigkeit einem besonders hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind, zum Beispiel bei Demonstrationen
  • ...im öffentlichen Gesundheitsdienst arbeiten oder für die Aufrechterhaltung der Krankenhausinfrastruktur wichtig sind
  • ...in Flüchtlings- oder Obdachlosenunterkünften untergebracht sind oder dort arbeiten

Bund und Länder haben sich darauf verständigt, dass Erzieher und Lehrer in Grund- und Sonder-, und Förderschulen sich schon früher gegen das Coronavirus impfen lassen können. Sie wurden deshalb statt in Impfgruppe 3 in Impfgruppe 2 eingestuft.

Detaillierte Informationen zur Impfgruppe mit hoher Priorität gibt es hier.

Impfgruppe 3 „Erhöhte Priorität“: Vorerkrankungen und Supermarktpersonal

Personen, die...

  • ...über 60 Jahre alt sind
  • ...aufgrund ihrer gesundheitlichen Verfassung nach einer Infektion mit dem Coronavirus ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Verlauf haben. Dazu gehören unter anderem Personen mit Übergewicht (Body-Mass-Index über 30), Krebserkrankungen, Immundefizienz oder HIV-Infektion, Autoimmunerkrankungen, rheumatologische Erkrankungen, Herzinsuffizienz, Arrhythmie, Schlaganfall, Asthma, chronisch entzündliche Darmerkrankung oder Diabetes
  • ...in besonders relevanten Positionen in staatlichen Einrichtungen arbeiten, zum Beispiel in Verfassungsorganen, Regierungen oder Verwaltungen
  • ...in besonders relevanten Positionen in Unternehmen der Kritischen Infrastruktur arbeiten, zum Beispiel Pharma- oder Ernährungswirtschaft
  • ...in Bereichen medizinischer Einrichtungen tätig sind, bei dem sie einem niedrigen Risiko im Zusammenhang mit dem Coronavirus ausgesetzt sind, zum Beispiel Personal, was keinen direkten Kontakt zu Patientinnen und Patienten hat
  • ...im Lebensmitteleinzelhandel arbeiten
  • ...prekäre Arbeits- oder Lebensbedingungen haben

Detaillierte Informationen zur Impfgruppe mit erhöhter Priorität gibt es hier.

Impfgruppe 4: Gesunde Personen unter 60

Der „Rest“ wird in Gruppe 4 geimpft – also gesunde Personen unter 60 Jahren.

Wann werde ich in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gegen Corona geimpft?

Bisher wurden in Deutschland mehr als 30,6 Millionen Dosen verimpft (Stand: 03.05.21). Mehr als 6,7 Millionen Menschen haben bereits die für den vollen Impfschutz notwendige Zweitimpfung. Das sind 8,1 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Laut dem Bundesgesundheitsminister ist die Impfkampagne in Deutschland im Plan. Im ersten Quartal seien die Impfungen knapp gewesen, jetzt gehe es deutlich schneller. Bis Ende Mai soll jeder dritte Deutsche geimpft sein können. Spätestens im Juni soll dann die Impfreihenfolge aufgehoben werden, sodass sich jede und jeder für einen Impftermin registrieren kann.

Nach wie vor ist laut Bundesregierung geplant, dass bis Ende des Sommers jedem Deutschen ein Impfangebot gemacht werden soll – trotz der Lieferverzögerungen durch den US-Impfstoffhersteller Johnson und Johnson sowie der Debatte um den Impfstoff von Astrazeneca, der in der Regel nur noch an über 60-Jährige verimpft wird.

Die jeweils erste Zahl bei den einzelnen Bundesländern gibt die Menschen an, die geimpft wurden, die zweite Zahl zeigt, wie viele davon den vollen Impfschutz erhalten haben.

Baden-Württemberg: Wann wird welche Gruppe geimpft?

In Baden-Württemberg können sich alle Menschen der ersten beiden Impfgruppen für einen Termin registrieren. Außerdem sind Menschen über 60 und solche mit bestimmten Vorerkrankungen aus der dritten Impfruppe an der Reihe. Dazu zählen zum Beispiel behandlungsfreie Krebserkrankungen, Rheuma, Asthma und Adipositas. Für diese Anmeldungen wird ein ärztliches Attest benötigt.

Auch bis zu zwei Kontaktpersonen von Menschen, die aufgrund einer dieser Erkrankungen oder aufgrund des Alters von über 60 Jahren pflegebedürftig sind, können sich seit dem 3. Mai für einen Impftermin registrieren. Für die Anmeldung soll es bald ein Formular für eine entsprechende Selbstbescheinigung auf der Homepage des Sozialministeriums geben.

Beschäftigte in Berufen, die der 3. Prioritätsgruppe zugeordnet sind, müssen mit der Registrierung aber noch warten. Das Gesundheitsministerium rechnet damit, dass sie sich ab Mitte Mai für einen Impftermin anmelden können. Außerdem bereitet Baden-Württemberg aktuell den Impfstart von Betriebsärztinnen und Betriebsärzten vor.

Auf der Seite des Gesundheitsministeriums lassen sich die Termine vereinbaren. Arztpraxen, die gegen das Coronavirus impfen, sollen eigenständig auf ihre Patienten zugehen und ihnen darüber hinaus Impftermine anbieten.

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Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca soll in Deutschland jetzt auch den über 65-Jährigen verimpft werden. Virologen hatten den Impfstoff schon länger als sehr wirksam eingestuft.  mehr...

Rheinland-Pfalz: Wann wird welche Gruppe geimpft?

Seit dem 23. April können sich die Impfgruppen 1 und 2 und alle Personen der Prioritätsgruppe 3 für einen Impftermin registrieren. Rheinland-Pfalz hatte damit als eines der ersten Bundesländer diese Gruppe vollständig geöffnet.

Hier werden damit also beispielsweise nicht nur Beschäftigte in Kindergärten und Grund- und Förderschulen, Hebammen und Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Rehakliniken, Menschen mit schweren Vorerkrankungen und Kontaktpersonen von Schwangeren und Pflegebedürftigen geimpft. Durch die Öffnung der Prioritätsgruppe 3 können zum Beispiel auch Lehrerinnen und Lehrer an weiterführenden Schulen, Menschen mit leichteren Vorerkrankungen wie Asthma und Rheuma sowie Beschäftigte der sogenannten Kritischen Infrastruktur einen Impftermin ausmachen. Hier gibt es mehr Informationen. Freiwillige Helfer in Teststationen fallen seit dem 26. Februar auch in die erste Prioritätsgruppe.

Wenn Menschen ein besonders hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Verlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus haben, kann es auch Einzelfallentscheidungen bei der Impfreihenfolge geben: „Die Bundesimpfverordnung sieht zudem vor, dass im Einzelfall nach ärztlicher Beurteilung ein Impfanspruch mit hoher oder erhöhter Priorität bestehen kann.“ Voraussetzung ist hier also ein ärztliches Zeugnis.

Auf der Seite des Gesundheitsministeriums Rheinland-Pfalz könnt ihr einen Impftermin ausmachen. Außerdem können Termine direkt in den Arztpraxen vereinbart werden, die gegen das Coronavirus impfen. Spätestens im Juni sollen dann auch Betriebsärztinnen und Betriebsärzte verstärkt mit Impfstoff ausgestattet werden.

Impfreihenfolge in anderen Bundesländern

Ihr wohnt nicht direkt in SWR3Land sondern drumherum? Hier gibt es weitere Informationen:

  1. Wer wird wann geimpft in Hessen
  2. Wer wird wann geimpft im Saarland
  3. Wer wird wann geimpft in Nordrhein-Westfalen
  4. Wer wird wann geimpft in Bayern

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