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Die Homeoffice-Pauschale kommt: Bundestag und Bundesrat haben die Steuererleichterung von maximal 600 Euro im Jahr beschlossen. Die Pauschale gilt für die Steuererklärungen der Jahre 2020 und 2021. Wir erklären, für wen sich die Steuererleichterung lohnt. Denn: Nicht alle im Homeoffice werden davon profitieren.

In der Corona-Krise können und müssen viele Arbeitnehmer von zu Hause arbeiten. Lange Arbeitswege fallen dadurch zwar weg, doch gleichzeitig steigen etwa Strom- und Heizkosten. Vielleicht kamen dann auch noch ein neuer Schreibtisch und Bürostuhl dazu, um von zu Hause arbeiten zu können. Einen Teil des dafür ausgegebenen Geldes gibt es jetzt über die Steuererklärung zurück – allerdings nur befristet und auch nicht für alle.

Befristete Homeoffice-Pauschale: maximal 600 Euro pro Jahr

Für alle, die während der Corona-Krise im Homeoffice arbeiten, hat der Bundestag eine befristete Homeoffice-Pauschale von 600 Euro pro Jahr beschlossen. Am Freitag haben auch die Länder grünes Licht dafür gegeben. Damit können die betroffenen Arbeitnehmer ihre Ausgaben leichter in den Steuererklärungen der Jahre 2020 und 2021 geltend machen – danach, so hofft man jedenfalls, könnte die Corona-Pandemie unter Kontrolle sein und die meisten wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Die Befristung könnte auch mit den Kosten für den Staat zu tun haben: Die Bundesregierung rechnet mit Mehrkosten knapp unter einer Milliarde Euro.

5 Euro pro Homeoffice-Tag – aber nur für maximal 120 Tage

Für jeden Tag Homeoffice gibt es eine Steuerpauschale von 5 Euro. Das gilt allerdings nur für maximal 120 Tage – bringt also insgesamt höchstens 600 Euro pro Jahr. Der Betrag wird bei der Steuerabrechnung vom Einkommen abgezogen und die fälligen Steuern sinken. Wer allerdings mehr als 120 Tage im Homeoffice gearbeitet hat, hat ganz einfach Pech gehabt – mehr als 600 Euro pro Jahr können für die Arbeit von daheim nicht angerechnet werden.

Wer profitiert von der Homeoffice-Pauschale?

Das hängt zum Beispiel vom früheren Arbeitsweg ab. Denn je mehr Tage jemand von daheim gearbeitet hat, desto weniger Pendlerpauschale kann er in der Steuererklärung anrechnen. Diese beträgt 0,30 Euro pro Kilometer Arbeitsweg (eine Strecke). Ab rund 17 Kilometern Arbeitsweg würde sich die Pendlerpauschale also rechnerisch mehr lohnen als die Homeoffice-Pauschale: Für 120 Tage würde man 612 Euro Pendlerpauschale anrechnen können – statt maximal 600 Euro bei der Homeoffice-Pauschale. Beim Pendeln kommen zwar noch Sprit- oder Fahrkartenkosten dazu, dafür können beim Homeoffice etwa Strom-, Heiz- und Internetkosten steigen.

Es kommt auf die gesamten Werbungskosten an

Ob sich die Homeoffice-Pauschale für alle lohnt, kommt immer auf den Einzelfall an. Denn sie zählt ähnlich wie die Pendlerpauschale zu den Werbungskosten – also zu den Ausgaben, die im Zusammenhang mit dem Beruf entstehen, wie zum Beispiel die Arbeitskleidung oder Weiterbildungen. Pauschal werden dafür 1.000 Euro bei allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern angerechnet – egal, ob sie diese Ausgaben nachweisen können oder nicht. Nur wer mit seinen Werbungskosten – inklusive der Homeoffice-Pauschale von maximal 600 Euro – über diese 1.000 Euro kommt, wird also extra entlastet. Alle, die unter den 1.000 Euro bleiben, merken von der Homeoffice-Pauschale nichts. Doch ohne diese Einschränkung wäre die Pauschale wohl zu teuer geworden, heißt es in Koalitionskreisen.

Was kann ich im Homeoffice zusätzlich steuerlich geltend machen?

Auch Anschaffungen wie einen Schreibtisch, Drucker, Bürostuhl oder Laptop kann man absetzen, wenn der Arbeitgeber die Kosten nicht übernimmt. Wer seinen eigenen Telefon- und Internetanschluss dienstlich nutzt, kann das ebenfalls angeben – allerdings in der Regel nur mit etwa 20 Prozent der Monatsrechnung. Auch das zählt alles zu den Werbungskosten und fließt damit in die Pauschale von 1.000 Euro ein.

Kann ich mein Arbeitszimmer zuhause nicht sowieso schon absetzen?

Ja, das gilt aber nur, wenn in diesem Arbeitszimmer nahezu ausschließlich gearbeitet wird. Arbeitet man aber an einem Schreibtisch im Flur oder etwa in der Küche zählt das nicht als häusliches Arbeitszimmer und wird deshalb nicht vom Finanzamt akzeptiert. Doch nur wenige Arbeitnehmer haben genug Platz für ein eigenes Arbeitszimmer, in dem ausschließlich gearbeitet wird. 

Muss ich nachweisen, dass ich im Homeoffice gearbeitet habe?

Das ist noch nicht ganz klar. Es schadet aber nicht, sich eine Bestätigung vom Arbeitgeber zu besorgen – vor allem dann, wenn jemand mal im Büro und mal von daheim gearbeitet hat. In der Regel aber müssen Arbeitnehmer für einfache Steuererklärungen keine Nachweise mehr beim Finanzamt einreichen.

Kurzarbeitergeld, Mietwohnungen, Ehrenamt: Auch hier gibt es Steuererleichterungen

Zusätzlich zur Homeoffice-Pauschale wurde auch die geltende Regelung verlängert, nach der Zuschüsse vom Arbeitgeber zum Kurzarbeitergeld steuerfrei bleiben. Außerdem wurde eine Steuerregelung für besonders günstig vermietete Wohnungen geändert: Bisher konnten Vermieter Werbungskosten in der Steuererklärung nur geltend machen, wenn die Miete mindestens 60 Prozent der ortsüblichen Vergleichsmiete betrug. Diese Grenze sinkt nun auf 50 Prozent. So soll verhindert werden, dass Vermieter aus steuerlichen Gründen Mieten erhöhen.

Darüber hinaus werden auch Ehrenamtler entlastet. Die steuerfreie Übungsleiterpauschale, von der etwa Jugendtrainer in Sportvereinen profitieren, steigt von 2.400 Euro auf 3.000 Euro im Jahr. Außerdem bleibt eine Aufwandsentschädigung für ehrenamtliche Tätigkeiten in Zukunft bis zu 840 Euro im Jahr steuerfrei – bisher lag die Grenze bei 720 Euro.

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