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Christian Kreutzer und Franziska Thees

Bei all dem Corona-Frust – diese neue Kampagne läuft vielen gut rein: Mehr als 150 bekannte deutsche Unternehmen veräppeln ihre eigenen Werbeslogans und werben fürs Impfen.

Die Kampagne #ZusammenGegenCorona wirkt schon fast wie ein Wettbewerb nach dem Motto: Wer ist am kreativsten? „Impfen ... find ich gut“, verkündet der Der Onlinehändler Otto. Nespresso fragt: „Impfen. What else?“

Impfkampagne der Unternehmen: Rittersport-Tafel tritt als Impfausweis auf

Mehr als 150 bekannte Unternehmen und Marken haben am Dienstag in Deutschland eine großangelegte Social-Media-Kampagne gestartet, um angesichts der hohen Corona-Inzidenzzahlen zum Impfen aufzurufen.

Hier ein paar zufällig ausgewählte Beispiele: Rittersport verkleidet seine Schokolade heute als Impfausweis.

Oder Persil – ihr wisst schon: „Da weiß man, was man hat.“

#ZusammenGegenCorona: „Have a break, have a pieks“

Oder Edeka: „Wir lieben Impfen“.

Bei Hornbach weiß man: „Es gibt immer was zu impfen“.

Nächstes Projekt: Impfen. #ZusammenGegenCorona #EsGibtImmerWasZuTun https://t.co/qzdTiUHci0

Bei Kitkat heißt es: „Have a break, have a Pieks“.

Viele bekannte Unternehmen sind bei der Impfkampagne dabei

Mit dabei ist fast alles, was in der deutschen Wirtschaft Rang und Namen hat: Unter anderem BMW, Mercedes-Benz, Lidl, Henkel, die Sparkasse und die Volksbanken, aber auch Burger King und McDonald's.

Der Marketing-Experte Martin Fassnacht von der Wirtschaftshochschule WHU in Düsseldorf lobt das Werbekonzept: „Die Idee ist gut. Das erreicht die Leute mehr als all die medizinischen Informationen über Impfquoten und die Wirksamkeit des Boosterns“, sagt er der Deutschen Presse-Agentur.

Werbung fürs Impfen: „Der Staat hat leider einen schlechten Job gemacht“

Der Staat habe leider, was die Kommunikation in der Pandemie angehe, einen schlechten Job gemacht. „Dass so viele bekannte Firmen und Marken jetzt Stellung beziehen und für das Impfen werben, kann etwas erreichen. Solche Slogans setzen sich ja im Gehirn fest.“

In den sozialen Medien sind die Reaktionen geteilt. Viele feiern die Kampagne, so wie Knusperpartner:

Ich liebs! 🥰 #ZusammenGegenCorona 💉 https://t.co/gE03oNeS7D

... oder Stirz:

Ein Querdenker zu sein, wird zunehmend härter: diese beeindruckende Kampagne umfasst mehr als 150 Marken. Wenn diese Maulhelden tatsächlich auf jedes dahingeschlenzte "Boykott!" dort nicht mehr einkaufen, sollten sie sich auf Selbstversorgung einstellen. 🙂 #ZusammenGegenCorona https://t.co/5oWL7ljFO8

Neben viel Lob gibt es auch Boykottankündigungen von Impfgegnern gegen die beteiligten Unternehmen. Alfred Tetzlaff glaubt und hofft:

Spätestens nach dieser Schwachsinns- Kampagne #ZusammenGegenCorona müsste es auch der letzte dämliche Mitläufer und #Impfpflicht - Brüller gemerkt haben, dass das Projekt #Impfung gescheitert ist! #ZusammenGegenImpfzwang https://t.co/MMYylzrhZl

Und Paul Schmidt glaubt:

Die Wirtschaft unterwirft sich dem Meinungssozialismus. #ZusammenGegenCorona

Ausgedacht hat sich die markenübergreifende Kampagne die Berliner Werbeagentur Antoni. „Marken haben Einfluss und Reichweite. Warum also nicht beides für die Botschaft nutzen, dass die eigene Impfung für uns alle der beste Weg aus der Pandemie ist“, beschreibt Antoni-Partner Sven Dörrenbächer die Idee dahinter. Medienpartner der Kampagne ist übrigens die Bild-Zeitung.

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Christian Kreutzer und Franziska Thees

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