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Prince hatte eine, genauso wie die Bassisten von Madonna, Elton John oder Jamiroquai: eine Gitarre von Jens Ritter. Die bastelt er in liebevoller Handarbeit in einer kleinen Schreinerwerkstatt im pfälzischen Deidesheim. Wir haben ihn in der Pfalz besucht:

Ursprünglich war das mal sein Hobby, inzwischen kann Jens Ritter aber sehr gut davon leben. Das Problem ist nur: Mehr als 70 Gitarren im Jahr kriegt er nicht hin. Die Nachfrage ist allerdings weit höher und damit ist Jens inzwischen weltweit im Fokus der Sammler angekommen. Die optisch oft sehr auffälligen Gitarren stehen in weltberühmten Museen wie dem Metropolitan in New York oder dem Smithsonian in Washington.

„Ein komisches Gefühl“, sagt Jens. Am Anfang fand er es auch merkwürdig, ganz hochwertige Instrumente zu bauen, auf denen dann vielleicht nie jemand spielt, weil nicht alle Sammler auch Musiker sind. Inzwischen sieht er es anders: „Die Instrumente werden den Sammler überleben und weitergegeben an kommende Generationen.“ Das heißt, auch wenn Jens irgendwann mal tot ist, werden sich Menschen immer noch über seine Instrumente freuen, ein „sehr, sehr tolles Gefühl“, sagt Jens.

Eine Gitarre aus einem Weinfass

Er selbst sammelt übrigens Holz – die Grundlage für die Gitarren. Und weil jedes Holz anders klingt, stapeln sich inzwischen unterschiedlichste Hölzer aus der ganzen Welt in einem nur ein paar Quadratmeter großen Lagerraum. Die sind teilweise exotisch, wahnsinnig alt und fast immer ziemlich teuer. Das wirkt sich natürlich auch auf die Gitarren aus: Die Kunden von Jens legen je nach Instrument zwischen 6.000 und mehr als 100.000 € auf den Tisch. Manche Gitarren sind dann aber auch mit Gold und Diamanten geschmückt – je nach Kundenwunsch.

Viele Sammler haben aber gar keine Wünsche, sie lassen Jens einfach mal machen. Und der hat viel Spaß daran, sich ständig neue Formen und Verzierungen einfallen zu lassen – ein echter Künstler eben. Und dazu gehören auch Experimente: Zum Beispiel – als Pfälzer ist er natürlich Weinliebhaber – eine Gitarre aus einem alten Eichen-Weinfass zu schnitzen, den Korpus dann lange in Wein einzulagern und dann das Instrument fertig zu machen. Das Ergebnis wird gerade für einen guten Zweck versteigert – für Sammler ein echtes Highlight.

Gitarrensammler (Foto: Jens Ritter)
Doug Wimbish, Bassist in der Band von Madonna mit seinem Ritterbass in Deidesheim Jens Ritter Bild in Detailansicht öffnen
Paul Turner, Gitarrist von Jamiroquai Jens Ritter Bild in Detailansicht öffnen
Phil Lesh von The Grateful Dead mit seinem Ritter Bass, der es bis ins Smithsonian Museum geschafft hat. Jens Ritter Bild in Detailansicht öffnen
Der Macher selbst Jens Ritter Jens Ritter Bild in Detailansicht öffnen
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Die größte Sandfläche in Europa ist wie ein weites Meer. Und die Nordsee kommt auch gleich dahinter. Jens Ritter Bild in Detailansicht öffnen
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