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To-Go-Becher aus Plastik schaden der Umwelt. Bambusbecher scheinen da eine super Alternative. Aber Achtung, warnt Stiftung Warentest, die können der Gesundheit schaden.

Als Alternative zum umweltschädlichen Plastik verwenden viele Menschen Kaffeebecher aus Bambus. Die Hersteller werben oft mit den Worten wie "biologisch abbaubar" oder "recycelbar". Doch Achtung: das sind sie nicht. Die Stiftung Warentest hat 12 Bambusbecher getestet. Das Ergebnis: immer ist Kunststoff drin. Sie sind falsch deklariert und hätten nicht verkauft werden dürfen. Die meisten Becher enthalten außerdem zu viele Schadstoffe.

Verbraucherzentrale warnt zusätzlich vor Bambus-Geschirr

Auch die Verbraucherzentrale hat schon gewarnt. Auch Bambus-Geschirr, auf dem „100% Bambus“ steht, kann schädlich sein. Es sei daran zu erkennen, dass es keine Holzmaserung habe. Mehr Infos gibt's hier.

Wenn Sie Bambusgeschirr kaufen, dann tun Sie für die Umwelt vielleicht was Gutes, für Ihre Gesundheit aber wahrscheinlich nicht. Der Kunststoff in dem Bambusgeschirr gibt zwei Stoffe an die Lebensmittel ab, die gesundheitsschädlich sind. Zum einen Formaldehyd, das als krebserregend eingestuft ist, und Melamin. Dieser Stoff kann die Nieren schädigen.

Kerstin Etzenbach, Verbraucherzentrale

Die besten Tipps, wie du Plastikmüll vermeiden kannst

Die Stiftung Warentest rät ganz eindeutig: Lassen Sie die Finger von Bambusbechern und verwenden lieber Mehrweg-Becher aus anderen Materialien. Hier sind die besten Tipps, wie du ganz einfach und ohne viel Aufwand Plastikmüll vermeiden kannst.

1. Glas statt Plastik – Mehrweg statt Einweg

Pfandflaschen Deswegen solltet ihr auf Glas zurückgreifen!

Glasflaschen sind im Kommen. „Verbraucher legen zunehmend Wert auf Qualität, Optik und Haptik“, sagt Thomas Fischer von der deutschen Umwelthilfe. Aber was ist der Unterschied zwischen Mehrweg- und Einweg? Und kann ich irgendwo kostenlos Wasser kriegen?  mehr...

Kaufe lieber Glasflaschen als Plastikflaschen und achte darauf, dass es sich um Mehrwegflaschen handelt. Mehrweg wird mehrmals befüllt, eine Glasmehrwegflasche bis zu 50 Mal. Das sieht man dann auch am sogenannten Abriebring – den Schlieren am Flaschenhals. Diese Mehrmalsbefüllung macht die Flaschen umweltfreundlicher. Für viele Kunden ist das mittlerweile eine gute Alternative, die gerne angenommen wird: „Verbraucher legen zunehmend Wert auf Qualität, Optik und Haptik“, sagt Thomas Fischer von der deutschen Umwelthilfe. Trotzdem gibt es noch viel zu tun: „Das ist aber noch ein zartes Pflänzchen! Das dominierende Packmittel sind leider immer noch unökologische Plastik-Einwegflaschen.“

2. Trinkflasche statt Coffee-To-Go-Becher

Es ist oft leichter gesagt als getan – aber alles, was wir nur kurz nutzen und sofort wieder wegschmeißen, kann nicht gut sein für die Umwelt. Dabei gibt es wirklich stylishe Alternativen zum Coffee-To-Go-Becher aus Plastik- und Pappmüll. Wie wär's zum Beispiel mit einer Edelstahl-Trinkflasche?

Ähnliche Möglichkeiten gibt es auch bei anderem Wegwerfmaterial: Strohhalme und Einweg-Geschirr stehen auch bei der Politik auf der roten Liste. Das EU-Parlament hat sich für ein Verbot der Kunststoff-Wegwerfprodukte entschieden, das ab 2021 gelten soll.

3. Seife am Stück statt im Plastikspender

Die kleinen Dinge machen den Unterschied: Flüssigseife gibt's im Einweg-Plastikspender, besser sind Stückseifen, die man auch unverpackt oder in Papier kaufen kann. Sie halten außerdem oft länger. Ähnliche Alternativen gibt es auch für Shampoo – sogenanntes festes Shampoo oder Haarseife.

4. Taschentücher statt in einzelnen Packungen im Spender

Taschentücher gibt es entweder in Kleinpackungen oder im Spender aus Karton. Hier darauf achten, dass Karton und Taschentücher aus Recyclingpapier bestehen, so lässt sich jedenfalls zu Hause leicht auf überflüssigen Plastikmüll verzichten. Zugegeben: für unterwegs ist das ein bisschen schwierig.

Mittlerweile gibt es aber auch Hersteller, die Klopapier und Taschentücher in Papier oder Karton verpacken – oder auch komplett ohne Verpackung, beispielsweise in Unverpackt-Läden. Das ist aber dann doch häufig noch ein Luxus für den größeren Geldbeutel oder jedenfalls das größere Zeitbudget.

Eine günstigere Alternative, die man aber mögen muss: Stofftaschentücher. Sie kommen ganz ohne Verpackung aus und werden meist so oft genutzt, dass die etwas höhere Energiebilanz der Herstellung ausgeglichen wird. Klar, sie müssen gewaschen werden – aber die Stofftücher sind doch so platzsparend, dass sie in der Maschine eigentlich keinen Platz wegnehmen.

5. Plastikfreie Kosmetik

Richtig schwierig, bewusst einzukaufen, wird es bei Cremes, Make-up und Peelings. Hier kann Mikroplastik enthalten sein, das ist aber für den normalen Verbraucher nicht ersichtlich. Schließlich gibt es keine Warnhinweise zu Mikroplastik auf der Packung. Helfen können Apps wie CodeCheck oder Beat the Microbead. Einfach den Barcode des Produkts im Drogeriemarkt scannen und erkennen, was im Produkt drin steckt – neben den Hinweisen auf Mikroplastik kann man auch gucken, ob ein Produkt laktosefrei ist oder Palmöl enthält.

Wer sicher gehen will, kauft zertifizierte Naturkosmetik. Da ist Mikroplastik nämlich komplett verboten. Achte am besten auf diese Siegel:

  • Naturland,
  • EcoControl,
  • NaTrue,
  • das ECOCERT-Label,
  • Demeter,
  • das BDIH-Siegel.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz hat eine Liste mit Produkten erstellt, die Mikroplastik enthalten. Ein umfangreicher Einkaufsratgeber zu bestimmten Produkten findet sich hier.

Zero Waste – der absolute Verzicht?

Kompletter Plastikverzicht ist schwierig, Zero Waste zwar eine wachsende Bewegung – in der Umsetzung geht das aber an der Lebenswirklichkeit vieler Menschen vorbei. Ein Beispiel: Ein großer Teil des Mikroplastiks im Meer kommt von Autoreifen. Eine Alternative zu dem momentan verwendeten Material gibt es nicht, wer absolut darauf verzichten möchte, darf eigentlich nicht mehr Auto fahren.

Für den SWR3-Report: unser Plastik-Alltag hat Umwelt-Forscher Andreas Köhler live im Radio und im Chat eure Fragen beantwortet. Hier den Chat nachlesen!

Das Gespräch mit Umwelt-Forscher Andreas Köhler aus der SWR3-Vormittagsshow könnt ihr hier nachhören:

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