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Die Zahl der Elektrofahrzeuge auf den Straßen wächst. Deshalb rechnen auch Rettungskräfte und Feuerwehren damit, dass in Zukunft häufiger Elektroautos in Unfälle verwickelt sind.

An Deutschlands modernster Feuerwehrschule in Bruchsal ist neue Technik immer ein Thema. Denn wenn irgendwo etwas schief geht, wird die Feuerwehr gerufen und sie muss schnell handeln. Feuerwehr-Schulleiter Thomas Egelhaaf legt deshalb wert darauf, dass der Umgang mit Elektromotoren für Retter selbstverständlich ist und ergänzt den Unterrichtsstoff.

Wir besprechen das Thema Elektromotoren in einigen Lehrgängen intensiv, denn jeder technische Fortschritt führt auch dazu, dass es neue Probleme geben kann.

Unsicherheit vor neuer Technik

Rund 7000 Feuerwehrleute bilden sich jedes Jahr in Bruchsal weiter. Ausbilder Frank Hüsch ist der Spezialist für Verkehrsunfälle. Er kennt die Sorgen der Feuerwehrleute, wenn es um Elektroautos geht.

„Die Unsicherheit ist da – es ist etwas Neues.“ Allerdings betont er auch, dass die Gefahren für jeden der am Unfallort hilft, überschaubar sind. In der Regel schaltet sich der Strom bei einem Crash sofort ab.

Feuerwehr übt mit E-Fahrzeugen; Foto: Andreas Hain/SWR3
Andreas Hain/SWR3

Gefahr eines Stromschlages für Helfer gering

Ein verunglücktes Elektroauto droht weder sofort zu explodieren, noch wird es Blitze sprühen. Helfer sollten keine Angst haben, sagt Ausbilder Hüsch.

Das Anfassen von Personen, der Tür, des Lenkrades oder der Sitze ist überhaupt kein Problem und es ist physikalisch nicht möglich, dass man hier einen Stromschlag erleiden kann.

Gesunder Menschenverstand reicht aus, um sicher zu helfen – da unterscheidet sich ein Elektroauto kaum von einem Haushalt oder einem Büro. „Kein vernünftiger Mensch würde ein freiliegendes Kabel oder einen Elektromotor anfassen.“

Für die Feuerwehr bedeutet das: Sie sollten Bauteile der Elektronik und von den Batterien kennen. Außerdem hat sie über die Leitstelle Zugriff auf Rettungsdaten für viele Fahrzeugmodelle – hier steht genau drin, wo was verbaut ist – das hilft am Unfallort. Die Anforderungen für Feuerwehrleute werden sich durch immer mehr Elektrofahrzeuge verändern, aber der Einsatz wird dadurch nicht grundsätzlich gefährlicher, sagt Ausbilder Hüsch: „Auch hier löschen wir vor allem mit Wasser – wie sonst auch.“

Autor
Andreas Hain
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SWR3