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Rund 3,2 Millionen E-Autos und Plugin-Hybride fahren inzwischen weltweit auf den Straßen. Tendenz steigend. Die mit Abstand meisten E-Autos sind in China unterwegs – ungefähr 1,2 Millionen. In Deutschland waren es Ende vergangenen Jahres nicht einmal 100.000 zugelassene E-Autos.

China ist aus mehreren Gründen Vorreiter, was den Einsatz von E-Autos betrifft. Zum einen der Umweltschutz: In China fahren zwar fast keine Diesel-Pkw, trotzdem ist die Luft in den Ballungszentren legendär schlecht. Was nicht nur, aber auch an den vielen zig Millionen Autos liegt, die in den vergangenen Jahrzehnten auf die Straßen gekommen sind. Und der Staat möchte dort auf emissionsfrei umschwenken. Das hat auch mit den ehrgeizigen Klimaschutzzielen Chinas zu tun.

China will Vorreiterrolle einnehmen

Auch wirtschaftspolitisch macht der Einsatz von E-Autos dort Sinn: China will weltweiter Vorreiter in Sachen E-Mobilität werden. Auch was Forschung, Entwicklung und Produktion angeht. Was Deutschland für die traditionelle Autoindustrie mit Herstellern wie BMW, Daimler und Volkswagen ist, will China künftig für die E-Autoindustrie sein.

Mit Firmen wie NIO, Geely, Byton und BYD. Diese Namen kennen in Europa nur ganz wenige, damit sich das ändert, steckt die Regierung in Peking zig Milliarden in diese Unternehmen. Direkt oder indirekt.

10.000 Euro Förderung pro Auto

Indirekt zum Beispiel, indem Autokäufer enorme Zuschüsse, Subventionen etc. bekommen, wenn sie sich für ein E-Auto entscheiden. Je nachdem in welchem Teil Chinas man ist, können das rund 10.000 Euro sein. Das treibt die Nachfrage natürlich an.

Ganz interessant auch: Inzwischen steuert die chinesische Regierung die Subventionen in eine Richtung dass sie sagt: Okay, richtig dicke Zuschüsse gibt’s nur noch für E-Autos, mit denen man mindestens 400 Kilometer weit fahren kann. 

Eventtankstelle; Foto: Steffen Wurzel

China will Vorreiter im Bereich E-Autos werden. Deutschland haben sie dabei schon abgehängt. Aber dennoch gibt es auch in China noch zu wenig Ladestationen für die E-Autos.

Steffen Wurzel

Zu wenig E-Tankstellen

Kritiker sagen, dass es noch gar nicht genügend Lade-Punkte für die ganzen Elektroautos gibt. Nicht in Deutschland und auch nicht in China. Allerdings ist die Versorgung in China doch deutlich besser als in Deutschland. Zum einen fahren die meisten dort wirklich nur in einem Umkreis von 100 bis 200 Kilometern. Lange Autobahnfahrten wie in Deutschland sind in China total unüblich. Lange Strecken fährt man dort mit dem Schnellzug. Außerdem haben in China viel mehr Menschen als bei uns einen festen Tiefgaragen-Stellplatz fürs Auto, da lassen sich natürlich auch relativ einfach Ladestellen einbauen.

Eventtanktstelle; Foto: Steffen Wurzel

Die Tankstelle in Shanghai bietet den Kunden, während sie tanken, mehr als nur ein schönes Café. Es gibt Karaoke-Stationen und sogar einen Raum, in dem die Gäste sich Filme anschauen können, während sie warten. Nur eine Sache gibt es an der Elektro-Tankstelle nicht: Benzin.

Steffen Wurzel

Tanken als Event

Es werden inzwischen aber auch zunehmend richtige Strom-Tankstellen gebaut. Zum Beispiel auch am Stadtrand von Shanghai. Dort gibt es nicht nur die Möglichkeit, den Akku des E-Autos zu laden, die Tankstelle bietet gleichzeitig ein ganzes Eventprogramm an.

Während das Auto auflädt, kann man hier mit der ganzen Familie Zeit verbringen,“ sagt sie. „Die Leute können hier Karaoke singen und in einem Kinosaal kann man Filme schauen.

Gloria Sun, Mitarbeiterin


Oben in der Strom-Tankstelle ist ein kleines Café und das Dach ist mit Solarzellen bedeckt, die einen Teil des Stroms liefern sollen. Benzin gibt es an der Tankstelle übrigens gar nicht mehr.

Autor
Steffen Wurzel
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SWR3