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Viele haben Bock auf ein E-Auto, aber Angst, dass das zu teuer wird. Denn ein E-Auto kostet gerne mal über 30.000 Euro. Es geht aber auch günstiger.

Ein Professor aus Aachen hat mit Studenten ein Elektroauto entwickelt, das – wenn man die Umweltprämie mit einrechnet – ab 12.000 Euro zu haben ist: e.Go-mobile heißt die kleine Firma. Ab Mai sollen die Fahrzeuge in Serie produziert werden, Ende des Jahres bekommen dann die ersten Kunden ihre Autos.

Dieses Auto hängt jeden Sportwagen ab

gallery-swr3-ZZ66R; Foto: e.Go-mobile

Geschäftsführer Günther Schuh mit seinem e.Go Life

e.Go-mobile

Von außen sieht der e.Go Life ein bisschen aus wie ein Smart. Runde Glubschaugen, klein, kompakt - insgesamt irgendwie eher niedlich. Günstig ist er vielleicht, aber optisch jetzt keine Luxuskarosse. Doch an der Ampel hängt er jeden Sportwagen ab. Denn dass sie schnell beschleunigen, ist bei Elektroautos konstruktionsbedingt.

Als Unterschied zu vielen anderen Herstellern von Elektro-Autos betont die Firma in Aachen gerne den Preis. Aber wie schafft e.Go-mobile es, bezahlbare Elektroautos auf den Markt zu bringen? Was glauben die, was sie besser machen als die großen Autobauer?

Also besser würde ich jetzt nicht sagen, ich würde eher sagen wir machen es ziemlich anders.

Geschäftsführer Günther Schuh

Nur eine geringe Reichweite

Günstig ist der Kleinwagen vor allem aus zwei Gründen: Er hat einen preiswerteren Alu-Rahmen. Der muss nicht lackiert werden, ist leichter und rostet nicht. Außerdem hat das Auto eine kleine Batterie. Eine kleine Batterie heißt aber auch geringe Reichweite. Ungefähr 150 Kilometer soll der e.Go-life zurücklegen können, sagen die Hersteller. Ob der Wagen die Distanz auch in der Praxis schafft, muss noch getestet werden.

gallery-swr3-ZZ66R; Foto: SWR/Simone Matheis

Ab Mai soll in Serie produziert werden.

SWR/Simone Matheis

Damit ist das Auto ganz klar ein Stadtauto, der eigentlich für Pflegedienste und Pizzalieferanten gedacht war. Aus den Vorbestellungen wird aber klar: Kaufen wollen ihn andere.

Ganz normale Leute, die uns auch einfach immer wieder sagen: Wir finden das Auto cool. Für mich reicht das hier, was sie an Reichweite bieten und ich muss auch nicht schneller als 130 km/h fahren können.

Günther Schuh

Der Chef hat eine Vision

Günther Schuh hat schon Erfahrung mit Elektrofahrzeugen, denn er hat den StreetScooter mitentwickelt, das Elektroauto der Post. Und Günther Schuh hat noch mehr vor, als nur ein Elektroauto auf den Markt zu bringen. Er hat eine Vision:

Dass wir wirklich eine Revolution im Innenstadtverkehr vom Zaun brechen müssen. Und Revolution heißt ja, dass ganz viele mitmachen müssen. Wenn uns das jetzt gelingt – und so sieht das aus – dann könnte jedermann sich das leisten und dann hätten wir einen Masseneffekt und das ist die eigentliche Vision.

Günther Schuh

Radiobeitrag zum Nachhören: