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Jessica Schnellbach
Jessica Schnellbach (Foto: SWR3)
INTERVIEW
Sascha Kaub

Youtuber und Influencer wurden angefragt, ob sie gegen Bezahlung bei einer Kampagne zum Biontech-Impfstoff teilnehmen. Bei den Informationen handelte es sich jedoch um Fake News.

Die Versuche, den Impfstoff des Mainzer Herstellers Biontech in sozialen Netzwerken schlecht zu machen, hatten offenbar eine größere Dimension als bisher bekannt. Nach Recherchen des ARD-Magazins Kontraste sind Influencer nicht nur in Frankreich, sondern weltweit dazu aufgefordert worden. Auch der bekannte deutsche Youtuber Mirko Drotschmann bekam demnach das Angebot, auf seinem Kanal „MrWissen2go“ Falschinformationen gegen Geld zu verbreiten.

Sehr interessant: Eine Agentur meldet sich und fragt, ob ich Teil einer „Informationskampagne“ sein will. Es geht darum, einen Link zu angeblich geleakten Dokumenten zu Todesfällen bei Corona-Impfungen zu teilen. Gegen Geld. Sitz der Agentur: London. Wohnort des CEO: Moskau. https://t.co/5x0Wqx79oZ

Anfrage zur Informationskampagne gegen Biontech kam per Mail

In einer auf Englisch verfassten Mail hat Drotschmann das Angebot bekommen, Teil einer Informationskampagne zu sein, die den Menschen sagen soll, wie viele Menschen aufgrund von Biontech-Impfungen gestorben seien. Mirko Drotschmann berichtet im DASDING-Interview:

Da gab es dann Daten, die sind angeblich durch einen Hack zustande gekommen. Und die sollte man doch verbreiten. Also klassische Falschmeldung, die man für Geld, das wurde mir dann direkt auch angeboten, weitergeben sollte.

Baden-Baden

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Influencer bekamen gesetzeswidrige Vorgaben

Nachdem Drotschmann vermeintliches Interesse zeigte, kamen kurz darauf schon mehr Infos von den Absendern mit klaren Regeln für die Kooperation. So stand zum Beispiel drin, dass man den Content zu der Kampagne nicht als gesponserten Beitrag kennzeichnen darf, sondern als eigene Meinung verkaufen muss. Das ist in Deutschland gesetzlich verboten.

Dann stand auch noch drin, wie man am besten die Dinge rüberbringt. Also dass man sagen soll, man hat es mitbekommen und macht sich große Sorgen und möchte das jetzt weitergeben, damit auch andere gewarnt sind. Letztendlich wurde man einfach dazu ermutigt, seine Reichweite zu nutzen und das Vertrauen, dass die Leute in einen haben, um eben die Botschaft so glaubwürdig wie möglich rüberzubringen.

Wer steckt hinter der Fake-News-Kampagne gegen den Impfstoff?

Laut Drotschmann gehören die Absender der Mail zu einer Agentur mit Sitz in London. Viele der Mitarbeiter haben einen russischen Namen und die Agentur selbst hat auch Verbindungen zu einer großen russischen Social-Media-Agentur. Auch deshalb und nach weiteren Recherchen des ARD-Magazins Kontraste geht man davon aus, dass es eine direkte Verbindung zu russischen Unternehmen gibt.

Welche Rolle spielen die Unternehmen in Russland?

Wer jetzt vermutet, dass es bei der Aktion darum ging den russischen Corona-Impfstoff Sputnik V zu promoten – eindeutig kann man es nicht sagen. Konkrete Beweise gibt es bisher dafür nicht. Denn bei der ganzen Aktion spielten immer nur Biontech und Astrazeneca eine primäre Rolle.

Baden-Baden

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