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Wenn Schauspieler sich absichtlich hässlich machen, versuchen sie nicht selten, eine Oscarnominierung abzugreifen. Bei Nicole Kidman hat es zwar nur für eine Golden-Globe-Nominierung gereicht, aber dennoch ist die australische Schauspieldiva in ihrem neuen Film Destroyer kaum wiederzuerkennen.

Nicole Kidman spielt Erin Bell, Detective beim Los Angeles Police Departement. Bell ist absolut fertig und heruntergekommen, sie ist abgemagert, hat ein mehr als eingefallenes Gesicht, Altersflecken, fettige Haare, ein offensichtliches Alkoholproblem und ihr Leben nicht im Griff. Ihre fast erwachsene Tochter will lieber beim Vater wohnen und Bell läuft durch ihr eigenes Leben fast wie auf Autopilot. Der Grund für ihr Erscheinen und ihren psychischen Knacks liegt – das macht der Film schnell klar – in der Vergangenheit.

Destroyer; Foto: © 2018 Concorde Filmverleih GmbH
© 2018 Concorde Filmverleih GmbH

Vergangenheit abschließen – um jeden Preis

Vor 17 Jahren wurde sie als verdeckte Ermittlerin bei einem Raubüberfall eingeschleust – ein Raubüberfall, der schief ging. Ein Teil der Crew wurde verhaftet, ein Teil erschossen und die Beute mit Farbbomben unbrauchbar gemacht. Seitdem hat Bell mit dem Leben abgeschlossen und nur ein Ziel: Den Anführer der Bande von damals zu finden und zu stellen, egal auf welche Kosten.

Kidman spielt nicht authentisch

Dabei wirkt Destroyer wie gewollt und nicht gekonnt – ein überambitioniertes Projekt, dem auf halber Strecke die Puste ausgegangen ist. Der Film will ein klassischer, düsterer und komplexer LA-Cop-Film sein, nur eben mit einer weiblichen Ermittlerin in einem sonst so männlichen Umfeld. Ein Thriller mit düsterem Look und verschachtelten Handlungsebenen, die sich langsam aber sicher zu einem Ganzen zusammen puzzeln. Aber Nicole Kidman spielt das so bemüht gegen den Strich, dass ich ihr das einfach nicht abkaufe. Deswegen gibt es von mir auch nur enttäuschende 2 von 5 Elchen.

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Autor
Anna Wollner
Autor
SWR3