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Anna Wollner
Anna Wollner, SWR3 Kino-Checkerin; Foto: RBB
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Die ersten drei Men-in-Black-Filme sind absoluter Kult. Und gerne würde ich weiter loben, aber Men in Black: International ist zwar – zumindest visuell – kein billiger Abklatsch, aber ansonsten ziemlich lahm. Kaum Witz, kaum Humor, kaum coole Sprüche, kaum Aliens und vor allem eine erwartbare Story.

Es geht um einen Maulwurf in der Londoner Zentrale der „Men in Black“, eine junge Agentin (einziges Highlight des Films: Tessa Thompson), deren Kindheitstraum schon war, einen schwarzen Anzug zu tragen und einen Neuralisator zu bekommen, die sich beweisen muss und dem arroganten Agenten H zugeteilt wird, der wie ein Elefant im Porzellanladen seine Einsätze erledigt und immer zuerst an sich selbst denkt.

Men in Black: International; Foto: © 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH
© 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Ohne Will Smith läufts nicht

Die ersten drei Filme haben natürlich durch die Besetzung so grandios funktioniert. Will Smith und Tommy Lee Jones als Agenten J und K. Und deren Abstinenz macht den Film fast noch unerträglicher. Will Smith fehlt an allen Ecken und Enden: seine Lässigkeit, sein verschmitztes Grinsen hinter der Sonnenbrille und seine coolen Sprüche. Es schwebt noch nicht mal sein Geist über dem Film. Einmal sieht man ein Ölgemälde von ihm und seinem Agentenkollegen K, wie sie gegen Aliens kämpfen. Das wars. Mehr von Will Smiths Charme hätte dem Film echt gut getan. Denn Schönling Chris Hemsworth kann das – trotz Thor-Hammer-Witz – in keiner Minute auffangen oder kompensieren.

Kurzer Auftritt von Jérôme Boateng

Und dann ist da noch die Sache mit Jérôme Boateng. Wer einmal zu tief ins Popcorn geguckt hat, hat ihn verpasst. Boateng taucht in den ersten 15 Minuten auf und auch nur auf einer Videoleinwand – ein kleiner Running Gag der Reihe. In jedem Film werden Prominente als Alien geoutet. Michael Jackson, Lady Gaga, Justin Bieber, jetzt eben Boateng. So lahm wie der Gastauftritt ist leider auch der ganze Film: 2 von 5 Aliens bzw. Elchen. Ich wünschte, ich wäre nach dem Film geblitztdingst worden und hätte alles vergessen.

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