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Anna Wollner
Anna Wollner, SWR3 Kino-Checkerin; Foto: RBB
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Wie verbindet man die Geschichte eines abgehalfterten Western-Darstellers mit den Morden der Manson-Sekte? In Once Upon A Time In... Hollywood liefert Star-Regisseur Quentin Tarantino die Antwort.

Mehr Starpower geht nun wirklich nicht. Brad Pitt, Leonardo DiCaprio, Al Pacino und Margot Robbie in einem Film – und dann unter der Regie von Quentin Tarantino höchstpersönlich. Der Regisseur ist hier fast der größte Star und dabei ist sein neunter Film – nach Django Unchained und The Hateful Eight – kein Western, sondern nur ein Film, in dem die Western-Welt vorkommt.

Leonardo DiCaprio als Rick Dalton in "Once Upon A Time... In Hollywood"; Foto: 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Leonardo DiCaprio als Rick Dalton in Once Upon A Time In... Hollywood.

2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Tarantino macht in seiner vermutlich vorletzten Regiearbeit eine zynische Liebeserklärung an Hollywood. Leonardo DiCaprio spielt Rick Dalton, ein Fernsehstar auf dem absteigenden Ast. Getrieben von Karriereängsten, Selbstzweifeln und Alkoholsucht – unterstützt, herumgefahren und gepampert von seinem einstigen Stuntdouble und jetzigen Mädchen für alles: Cliff Booth aka Brad Pitt.

Once Upon A Time In... Hollywood spielt in Hollywood, Ende der 1960er Jahre, um genau zu sein 1969. Und auf seine eigene Art und Weise, wie nur Tarantino es kann, verknüpft er das Leben dieser zwei Hollywoodbewohner mit dem Leben von Sharon Tate, der hochschwangeren Frau von Regielegende Roman Polanski, die im August 1969 auf brutale Art und Weise in ihrer Villa von Mitglieder der Manson-Sekte umgebracht wurde.

Atemberaubende Detailtreue

In jeder Sekunde macht Tarantino mehr als deutlich, dass er hier zuhause ist. Er lässt mit einer atemberaubenden Detailtreue das alte Hollywood wieder auferstehen, schickt ein Bruce-Lee-Double in den staubigen Ring mit Cliff Booth, besucht die Spahn Movie Ranch und übt sich – ähnlich wie schon bei Inglorious Basterds und Django Unchained – in alternativer Geschichtsschreibung.

Tarantino mäandert stellvertretend mit seinen Hauptdarstellern durch die Stadt und zelebriert ein Hollywood, das es nicht mehr gibt. Once Upon A Time In... Hollywood ist ein stylisches Märchen, in dem er sich in den letzten 15 Minuten daran erinnert, dass er Quentin Tarantino ist und ganz dringend Blut spritzen lassen muss. Brad Pitt und Leonardo DiCaprio waren noch nie so gut wie hier. Oder fast nie. Wenn Tarantino jetzt geht, geht er auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Einziges Manko: Bei einer Spielzeit von 162 Minuten hat der Film einige Längen. Deswegen gibt es von mir 4 von 5 Elchen.

Video: Trailer Once Upon A Time In... Hollywood 2019

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