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Anna Wollner
Anna Wollner, SWR3 Kino-Checkerin; Foto: RBB
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Es ist soweit, ein Stück Filmgeschichte geht zu Ende. Mit Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers endet die dreiteilige Star-Wars-Trilogie von George Lucas, die Generationen von Kinogängern begeistert. Und damit das hier alles fair vonstatten geht, ist das eine spoilerfreie Kritik!

Die Gänsehaut kommt sofort, wenn im Vorspann die legendäre Musik einsetzt und die gelben Lettern über die Leinwand rollen. Doch nach fünf Minuten gehört die Gänsehaut der Vergangenheit an. Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers ist eine Achterbahn der Gefühle, die im Tal endet. Dabei hätte alles so schön sein können im Hause Disney und in der letzten Episode der Star-Wars-Trilogie.

Der Kampf von Gut gegen Böse

Nach Episode 7, Das Erwachen der Macht unter der Regie von JJ Abrams, Episode 8, Die letzten Jedi von Rian Johnson jetzt eben Der Aufstieg Skywalkers, wieder von Abrams und dem Versuch, alle offenen Handlungsstränge und Verwandtschaftsverhältnisse zu Ende zu erzählen und aufzulösen. Eingebettet in den immerwährenden Kampf von Gut gegen Böse.

Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers (Szenenbilder); Foto: 2019 Lucasfilm Ltd.
2019 Lucasfilm Ltd.

Luke Skywalker ist tot, der Widerstand ist bereit sich in ein letztes, großes, finales Gefecht gegen die erste Ordnung zu werfen – trotz vermeintlicher Aussichtslosigkeit. Anführerin des Widerstandes ist Generalin Leia, ein letztes Mal gespielt von der verstorbenen Schauspielerin Carrie Fisher, doch die Hoffnung liegt – wie zuletzt auch – auf der ehemaligen Schrottsammlerin und Jedi-Ritterin Rey, die immer noch nicht weiß, wo sie herkommt.

Zu viel Handlung für zu wenig Zeit

Regisseur JJ Abrams sprintet in Lichtgeschwindigkeit durch die Handlung. Nach einer viel zu langen Exposition und neuen Erzählsträngen, hat er kaum noch Zeit den Figuren um Rey, den Piloten Poe und dem ehemaligen Stormtrooper Finn den nötigen Raum für Entwicklung zu geben. Sie bleiben eindimensional. Und Abrams verliert sich zu sehr in Nostalgie.

Größte Schwachstelle: Abschied von Carrie Fisher

Abrams verlässt sich viel zu sehr darauf, den Fans gefallen zu wollen, liefert einen Film mit Gastauftritten alter Stars und Anspielungen auf die anderen Filme und scheint dabei zu vergessen, sich um die aktuelle Handlung zu kümmern – die in ihrer politischen Dimension um Gut gegen Böse und der Botschaft, dass Blut nicht immer dicker als Wasser sein muss, untergeht. Der Abschied von Carrie Fisher, der verstorbenen Prinzessin Leia ist traurig, aber mit die größte Schwachstelle des Films, da ihr Tod eine Unwucht ins Drehbuch gebracht hat und Teile ihrer Szenen gestrichen werden mussten.

Das nicht so gute Ende einer Ära

Mit teilweise visuell atemberaubenden Actionszenen, die fließend und ohne Pause ineinander übergehen, in ihrer Wahllosigkeit aber doch austauschbar wirken und wenig einprägsam sind, werden alle Fäden der Familiensaga zusammengeführt. Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers ist das Ende einer Ära. Aber eben kein episches Finale. Das reicht für 2 von 5 Elchen.

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