Buchcover: Die Bibel und ich; Foto: SWR3.de

A.J. Jacobs versucht ein Experiment: Er will ein Jahr lang alle Regeln der Bibel befolgen. Und das Buch "Die Bibel und ich" ist der Tatsachenbericht seines Selbstversuchs. Bei diesem Versuch geht es nicht nur um die zehn Gebote, sondern um alles, was irgendwo in der Bibel als Gebot, Gesetz, Regel oder Anweisung steht.

Er hört also auf, sich die Barthaare zu schneiden und wuchert allmählich zu, trägt nur noch weiße Gewänder und bloß keine Mischgewebe, denn die sind verboten, lügt nicht mehr, ehrt seine Eltern, indem er anfängt, ihnen zuzuhören, wenn sie anrufen, und versucht während all dessen, fruchtbar zu sein und sich zu mehren - was interessanterweise noch die Bibelregel ist, die seiner Frau am wenigsten auszumachen scheint.

Etliche Regeln erscheinen ihm sinnvoll, andere stellen ihn vor echte Probleme. Zum Beispiel, dass man Ehebrecher steinigen soll. Das Schlupfloch hier: Es steht nirgendwo, wie groß die Steine sein müssen. Also fängt er an, mit Kieseln auf einem Mann zu werfen, von dem er weiß, dass er seine Frau betrügt: Er muss dann schnell flüchten, damit er nicht verprügelt wird.

Außerdem solle man seine Kinder züchtigen. Er kauft sich also einen harmlosen Schaumstoff-Baseballschläger und bestraft damit seinen kleinen Sohn, mit dem Ergebnis, dass der ihn noch weniger ernst nimmt als vorher. Und es stellt ihn vor Probleme wie: Welches Wort gilt eigentlich, wenn an der einen Stelle steht: Halte auch die andere Wange hin, und an der anderen Stelle steht: Auge um Auge, Zahn um Zahn.

Das Buch ist ein herrlicher und skurriler Erfahrungsbericht, der schildert, was A.J. Jacobs bei seinem Selbstversuch erlebt und wie seine Frau, sein Sohn und seine Umwelt auf den bibeltreuen Jacob reagieren und sehr witzig geschrieben. Der Autor versucht, seine eigenen Vorurteile abzulegen und erfährt gleichzeitig, dass die Bibel auch nicht unbedingt der Weisheit letzter Schluss ist.