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Asterix-Fans haben lange auf den neuen Band hingefiebert. Gezeichnet und geschrieben haben ihn zwei neue Autoren. Lesen oder lieber lassen?

Cover des neuen Asterix-Bandes „Der Papyrus des Cäsar“; Foto: dpa/picture-alliance
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Die Story – brandaktuell

Die ganze Geschichte spielt wie immer 50 Jahre vor Christus und trotzdem ist das ein brandaktueller Comic. Es geht um Informanten, Whistleblower und Geheimnisverrat; es geht um Cäsars Version des „Gallischen Krieges“, und damit natürlich, wie wir alle dank Asterix wissen, um Geschichtsfälschung. Denn Cäsar hatte eben nicht ganz Gallien erobert. Diese brisante Tatsache wird aus der offiziellen Version, also aus dem veröffentlichten Papyrus des Cäsar, gestrichen, kommt aber auf Umwegen doch noch an die Öffentlichkeit, nämlich durch einen unerschrockenen Frühzeit-Enthüller. Und wie im echten Leben beginnt damit die Jagd auf den Informanten – mit allen Mitteln, die eine Weltmacht wie damals das Römische Reich zur Verfügung hat.

Asterix-Fans müssen auf nichts verzichten

Damit sind Edward Snowden und Julian Assange mitsamt ihren Enthüllungen also endlich auch bei den Galliern gelandet – diese aktuellen Geschichten sind sozusagen die Vorlage aus der Realität. Und das Gute ist: die Umsetzung in den Asterix-Kosmos ist überhaupt nicht krampfhaft, bemüht oder peinlich, die ist wirklich gut gelungen.

Wer Asterix und Obelix und alle anderen kennt und liebt, der trifft sie alle wieder, wir müssen auf nichts verzichten. Es gibt über die ganzen 50 Seiten viele schöne Ideen und Einfälle, da stimmen und überraschen auch Kleinigkeiten, das macht das Ganze zu einem richtigen Lesespaß.

Und zum ersten Mal haben hier zwei bisher unbekannte Autoren, Jean-Yves Ferri und Didier Conrad als Zeichner und Texter, zusammengearbeitet, sie haben das Werk der legendären Erfinder Goscinny und Uderzo alleine weitergesponnen – aber auch davor muss ein echter Asterix-Fan keine Angst haben, das hat wirklich gut geklappt. 

Autor
Klaus Sturm
Autor
SWR3.online