Gute-Laune-Roman mit britischem Humor

Buchcover: Ewig Zweiter; Foto: SWR3.de

"Ewig Zweiter" ist die Geschichte eines erfolglosen Schauspielers in London, Stephen C. Mc Queen, der zunächst mal sehr unter seiner Scheidung leidet. ("Bei der Scheidung hatte Alison ihm das Sorgerecht für übriggebliebene Medikamente überlassen.") Und beruflich läuft es ganz schlecht: Er spielt immer nur die ganz kleinen Rollen im TV, zum Beispiel Leichen. Bis jetzt hat er in seiner professionellen Karriere schon sechs Leichen gespielt, alle waren natürlich sorgfältig durchdacht und subtil dargestellt.

Tagsüber spielt er also Leichen oder auch mal ein singendes Eichhörnchen, abends ist er im Theater engagiert und spielt dort einen dunklen Schatten, der gegen Ende des Stücks einmal die Tür aufmachen darf. Er ist zwar auch die Zweitbesetzung für den großen Film- und Bühnenstar Josh Harper, der allerdings nie krank wird.

Stephen ist ziemlich verzweifelt, was für uns natürlich höchst amüsant ist - zum Beispiel wie in der Szene, als Stephen bei Josh auf dessen Party als Kellner arbeitet und total stinkig ist. "Er musste jetzt dringend sofort irgendeine Tür hinter sich zu machen, aber hier gab es definitv keine. Er überlegte kurz, ob er sich eine Tür treten sollte, aber die Wand sah zu solide aus, deshalb zwang er sich zu einem Lächeln, übte es mit dem Gesicht zur Wand, nagelte es fest und ging zurück in die Küche." Auf dieser Party verliebt er sich dann auch noch in Joshs bildschöne Frau Nora, was die Dinge fortan auch nicht leichter macht.

Das Buch ist eine romantische Komödie mit viel Situationskomik und vielen witzigen Formulierungen: "Nora arbeitete in einem fanatisch-makrobitischen Veganerladen, in dem die kränklichen Gäste still im Rote-Beete-Carpaccio herumstocherten und nach dem Essen zu schwach waren, um Trinkgeld zu geben." Eine Gute-Laune-Roman mit viel britischem Humor.