Wenn deutsche Geschichte und Fiktion ineinander übergehen, dann kann das ziemlich faszinierend, zugleich aber auch sehr unheimlich sein. Wie sich das hier im Buch NSA von Andreas Eschbach verhält und was das berühmte Tagebuch der Anne Frank damit zu tun hat, lest ihr hier.

SWR3-Buchtipp Cover NSA von Andreas Eschbach; Foto: Bastei Lübbe
Bastei Lübbe

Ultramoderne Datenüberwachung im dritten Reich! Darum geht es im Buch NSA von Autor Andreas Eschbach. NSA steht für „Nationales Sicherheits-Amt“ und die Idee ist erschreckend und faszinierend zugleich.

Computer im Dritten Reich: Was wäre wenn?

Was wäre, wenn es im Dritten Reich schon Computer gegeben hätte, das Internet, E-Mails, Mobiltelefone und soziale Medien - und deren totale Überwachung? Also keine Chance, sich vor Gestapo oder SS zu verstecken. Diese Idee wird verknüpft mit echten historischen Ereignissen und Personen von 1933 bis 1945.

Sie finden dich überall!

Durch computerbasierte Recherche kann herausgefiltert werden, wer in Deutschland oder auch in den eroberten Niederlanden mehr Strom verbraucht, als es bei einem Durchschnittshaushalt der Fall sein müsste. Der Computer des Nationalen Sicherheitsamtes spuckt unter anderem eine Familie in der Prinsengracht 263 in Amsterdam aus. Die Gestapo findet unter dieser Adresse hinter einem Bücherregal einen Raum, in dem sich neun Menschen verstecken. Im Buch heißt es dann nur: „Wir fanden auch ein fünfzehnjähriges Mädchen namens Anne Frank. Das Tagebuch, das sich in ihrem Besitz befand, haben wir vor Ort vernichtet“.

Die totale Überwachung

Fiktion und Realität werden also komplett vermischt. Aber obwohl die Idee ein bisschen weit hergeholt ist, mit der totalen Überwachung im dritten Reich, liest sich das extrem spannend und natürlich beängstigend. Eigentlich geht es um zwei Menschen, die für dieses NSA arbeiten, um Helene und Eugen. Beide auf der bösen Seite, denn die zwei entwickeln Programme für das Nationale Sicherheits-Amt in Weimar im Jahr 1942. Mithilfe dieser Programme werden alle Bürger des Reichs überwacht. Erst als die Liebe ihres Lebens Fahnenflucht begeht und untertauchen muss wird auch Helene zur Überläuferin. Sie versucht, dem Kerl zu helfen, greift also in dieses Überwachungssystem ein und merkt dann erst, was mit den Menschen geschieht, die durch ihre Arbeit gefunden werden. Ihr Chef Eugen Rettke nutzt die Überwachungstechnik der Behörde für ganz eigene fatale Zwecke. Soweit die Rahmenhandlung.

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Ein Buch, das reinzieht

Die Idee ist irre und die Umsetzung extrem spannend. Vor den 800 Seiten mögt ihr vielleicht zurückschrecken, aber die lesen sich ratzfatz durch. Und das Ende ist ein ziemlicher Knaller. Gute Unterhaltung!