Autor
Jo Müller
Müller, Jo; Foto: SWR3
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Comicverfilmungen sind seit ein paar Jahren sehr gefragt. Besonders jene, in denen es um Superhelden geht. Egal ob Batman, Spiderman oder Hulk. Jetzt sorgt ein „Iron Man“ für Aufregung.

Iron Man wirkt wie eine Kreuzung aus Superman und Batman. Einerseits kann er fliegen wie der gute alte Supi, andererseits ist er im Privatleben so reich wie Bruce Wayne alias Batman – im Zivilleben heißt Iron Man Tony Stark. Er arbeitet als Erfinder und Großindustrieller für die Rüstungsbranche und entwickelt monströse High-Tech-Waffen. Außerdem ist er ein passionierter Partylöwe und Playboy. Er genießt das Leben in vollen Zügen und lässt es in jeder Beziehung richtig krachen.  Doch dann wird er bei einem Waffentestlauf in einem fernen Land von Terroristen entführt. Aber ihm gelingt es, seine Häscher auszutricksen. In seinem Gefängnis baut das Bastel-Genie eine High-Tech-Rüstung aus Eisen.  Mit ihrer Hilfe kann er den Bösewichten entfliehen.  Es ist die Geburtsstunde von Iron Man. Und als Tony Stark zurückkehrt in seine Schicki-Micki-Welt, hat er sich vom Saulus zum Paulus gewandelt. Er will sein Können als Erfinder künftig nicht mehr in die Entwicklung von Waffen stecken,  sondern sich für humane Projekte einsetzen. 

Viel Augenfutter und Action

Im Vergleich zu anderen Superhelden schneidet Iron Man gar nicht schlecht ab. Diese Comic-Verfilmung  ist hip, schick und modern. Außerdem gibt sie sich über weite Strecken erstaunlich realistisch.  Besonders, wenn Iron Man in Kriegs- und Krisen-Gebieten mitmischt. Genau jene Szenen hinterlassen jedoch einen leicht schalen Nachgeschmack,  weil sich der Superheld da ein wenig wie ein Weltpolizist geriert.  Es gibt auch ein paar dramaturgische Schwächen: Was mich gestört hat, ist, dass der Film erst erzählt wie Tony Stark die Iron-Man-Rüstung baut, dann wird die zerdeppert und er baut wieder eine neue. Und das dauert und dauert – bis dann endlich der große Bösewicht auftritt. Trotzdem: Für Fans des Superheldenkinos hat „Iron Man“ viel Augenfutter und Action zu bieten. Dazu ordentliche Tricks und  ironische Sprüche.

Robert Downey Jr. stattet den Superhelden überzeugend mit vielen menschlichen Schwächen und sardonischem Humor aus. Gwyneth Paltrow spielt seine charmante Assistentin Virginia Pepper Potts und Jeff Bridges den glatzköpfigen, äußerst hinterhältigen Schurken. Wirklich Klasse, weil herrlich mies und fies.

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Jo Müller
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SWR3.online