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Roadtrips im Kino werden in der Regel mit dem Auto gemacht. Lars Eidinger und Tatort-Reiniger Bjarne Mädel sind ab heute mit den Mofas im Kino unterwegs. Oder anders gesagt mit einer Geschwindigkeit von 25 km/h.

Von Freunden zu Fremden

Lars Eidinger und Bjarne Mädel spielen zwei Brüder, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. In ihrer Kindheit und Jugend waren sie allerdings beste Freunde. Heute, dreißig Jahre später, haben sie sich voneinander entfremdet. Der eine lebt im Ausland und ist ein Karriere- und Arbeitstier. Der andere hat die heimatliche Provinz im Schwarzwald nie verlassen. Die Beerdigung des Vaters bringt sie wieder zusammen und sie werden nostalgisch, schwelgen in Erinnerungen, trinken Bier, verprügeln sich, spielen Tischtennis und finden eine alte Karte mit einer Idee: ein Trip an die Ostsee mit drei Regeln...

25 km/h Szenenbilder; Foto: © 2018 Gordon Timpen/Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH/Sunny Side Up GmbH
© 2018 Gordon Timpen/Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH/Sunny Side Up GmbH

Von Drogen nehmen bis Kühe umschubsen

Regel Nummer Eins: Die Reise beginnt am Dorfbrunnen und endet am Timmendorfer Strand, wenn beide ins Meer pinkeln. Regel Nummer Zwei, die Reise muss mit dem Mofa gemacht werden. Regel Nummer Drei: trinken, Drogen nehmen, eine Arschbombe machen, Sex haben, die gesamte Karte beim Griechen essen, einen 20 Meter Wheely hangabwärts machen, eine schlafende Kuh umstoßen. Was damals ein Hirngespinst von zwei Pubertierenden war, setzen sie jetzt eben dreißig Jahre später mit ansetzender Plautze und Glatze um.

Entschleunigung, die funktioniert

Bei jedem Roadmovie gilt: Der Weg ist das Ziel und das peilen sie eben sehr entschleunigt an. Die beiden nehmen sich Zeit sich wieder kennenzulernen, sich in ihren Leben upzudaten und sich auch richtig zu zoffen. Lars Eidinger und Bjarne Mädel funktionieren dabei ganz wunderbar als ungleiches Brüderpaar. Regisseur Markus Goller, kreierte unterhaltsame Dialoge, ein paar nette Gags und Gastauftritte von anderen Schauspielern wie Jella Haase oder Sandra Hüller. Ein Film, der sich gut wegguckt und deswegen von mir entschleunigte drei von fünf Elchen bekommt.


Autor
Anna Wollner
Autor
SWR3