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Til Schweiger und Matthias Schweighöfer in einem Film? Für die einen geht wieder Mal ein Traum in Erfüllung, die anderen sollten ganz schnell in die entgegengesetzte Richtung rennen.

Hot Dog heißt das neue „Meisterwerk“ mit Schweiger und Schweighöfer – und Meisterwerk ist hier das erste ironische Wort. Aber bevor ich mich richtig in Rage schreibe: Ich mag Matthias Schweighöfer und Til Schweiger als Schauspieler. Eigentlich. Wenn die beiden in ihren Rollen gefordert werden. Aber das werden sie hier eben nicht.

Dummer, frauenverachtender und homophober Film

Denn um mit der Tür direkt ins Haus zu fallen: Hot Dog ist für mich einer der dümmsten, frauenverachtendsten und homophobsten Filme seit langer Zeit. Oder anders gesagt: eine schlechte Klamotte, direkt aus den Neunzigern. Den natürlichen Impuls in jeder Minute fluchtartig das Kino verlassen zu müssen, habe ich – warum auch immer – unterdrücken können. Warum der Film so schlecht war? Weil ich es einfach nicht lustig finde, wenn eine auf ihr Aussehen reduzierte Nerd-Hackerin – ja ihr Nerd-Attribut ist die Hornbrille – zur besseren Arbeitsvorbereitung ein Calipo-Eis schleckt. Oder Matthias Schweighöfer als Theo bis zum Anschlag mit dem Arm im Anus einer Kuh feststeckte. Ohne Handschuh natürlich.

HotDog Galerie; Foto: Warner Bros. Pictures Germany
Warner Bros. Pictures Germany

GSG-10-Beamte und Waffenkammer-Nerd

Aber mal ein Wort zur Handlung – wenn man dieses dünne Kalauergerüst überhaupt so nennen kann. Til Schweiger spielt einen knallharten GSG-10-Beamten, der so draufgängerisch ist, dass er ständig aus dem Team fliegt und suspendiert wird. Schweighöfer hingegen spielt einen hochbegabten, sozial inkompetenten und leicht autistischen Nerd, der sich nichts sehnlicher wünscht als in den aktiven Polizeidienst versetzt zu werden, stattdessen aber Strichlisten in der Waffenkammer führen muss.

Diese beiden landen nach einem vermurksten Einsatz im Strafdienst, um das Treppenhaus im Schloss Bellevue zu bewachen, werden Zeuge der Entführung der moldawischen Präsidententochter und sind einer ganz großen Drogenringverschwörung in Brandenburg auf der Spur.

Null Elche für nicht gut

Lustig ist das alles nicht. Weil jeder Kalauer, jeder Gag, jede Pointe fünf Meilen gegen den Wind zu riechen ist. Es gibt das Gerücht, dass bei ersten Testscreenings der Film bei Männern 0 und bei Frauen 7 Prozent Zustimmung hatte. Sieben Prozent sind für mich noch 7 Prozent zu viel. Hot Dog bekommt von mir sagenhafte null Elche! Null gibt es aber nicht, deswegen einen.