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„Ich fühle mich schön“ – oder kürzer: „Ich bin schön“. Leider ist das etwas, was Frauen unter Dreißig wohl eher selten über sich sagen. Dabei hat in den letzten Monaten eine Bewegung Aufwind bekommen: „Embrace“ – sich einfach so annehmen wie man ist, inklusive Orangenhaut, Falten & Co. Schluss mit Bodyshaming!

Auf genau dieser Welle versucht jetzt auch Amy Schumer mitzuschwimmen. In I Feel Pretty spielt sie Renee Bennett, eine durchschnittliche New Yorkerin, durchschnittliches Aussehen, mittelmäßiger Job in der Onlineabteilung einer großen Kosmetikkette, frustrierter Dauersingle. Im Fitnessstudio fällt sie beim Powercycling zwischen lauter schönen Frauen vom Rad und schlägt sich den Kopf an. Resultat: beim Blick in den Spiegel hält sie sich auf einmal für die schönste Frau der Welt.

Die Macht der Gedanken

Durch das neue Selbstwertgefühl krempelt sie ihr komplettes Leben um, lässt ihre alten Freundinnen links liegen, versucht Karriere zu machen und angelt sich in der Reinigung einen Kerl. Und das alles obwohl sie noch genauso aussieht wie vorher.

I Feel Pretty; Foto: Concorde Filmverleih
Concorde Filmverleih

 „I Feel Pretty“ ist eine Körpertauschkomödie ohne Körpertausch – denn der findet eben nur im Kopf von Renee statt. Dabei ist die Botschaft an sich ja nicht schlecht: wer sich selbst liebt, strahlt auch eben genau das aus. Problem an der Sache: Renee muss erst vom Rad fallen um das zu verstehen und nach einem erneuten Schlag auf den Kopf ist der Traum von der Schönheit geplatzt.

Kratzen an der Oberfläche

Plumper geht es nicht, denn die Frauenkomödie will subversiver sein als sie ist, kratzt letztendlich nur an der Oberfläche. Amy Schumer hangelt sich von einem Fettnäpfchen zum nächsten und gibt ihre Figur ein ums andere Mal der Lächerlichkeit preis und definiert sich – egal ob vor oder nach dem Schlag auf den Kopf – einzig und allein über ihr Aussehen. Was es wirklich lohnt mitzunehmen: der Glaube an sich selbst ist besser als jede Diät – dafür muss man aber nicht erst vom Rad fallen. Oder in diesem Fall ins Kino gehen.