Autor
Anna Wollner
Anna Wollner, SWR3 Kino-Checkerin; Foto: RBB
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Jetzt wird es kompliziert: Wer Supercalifragilisticexpialigetisch fehlerfrei und ohne Knoten in der Zunge sagen kann, wer beim Gedanken an A Spoon full of sugar nicht nur Gänsehaut hat, sondern dem auch das Wasser im Munde zusammenläuft, der ist hier genau richtig.

Mary Poppins, das mit dem Regenschirm fliegende Kindermädchen – wer kennt sie nicht!? Entweder aus den Kurzgeschichten von P.L. Travers oder aber aus dem Disneyklassiker „Mary Poppins“ von 1964 – mit Julie Andrews und Dick van Dycke in den Hauptrollen.

Zurück im Kirschbaumweg

54 Jahre ist es her, dass das Musical fünf Oscars absahnte. Zeit für Disney, Mary Poppins erneut in die Spur bzw. auf die Leinwand zu schicken. Sind in Realzeit 54 Jahre vergangen, sind es in Filmzeit nur 25. Die Kinder der Familie Banks, Michael und Jane, um die sich Mary Poppins damals gekümmert hat, sind erwachsen geworden. Michael wohnt mit seinen eigenen drei Kindern noch immer im Kirschbaumweg 17, ist Witwer, als alleinerziehender Vater mit der Situation leicht überfordert – vor allem mit der finanziellen Situation – und heilfroh, als Mary Poppins von einer Windböe zurück in den Kirschbaumweg geweht wird.

Szenenbilder aus dem Film

Szenenbilder aus Mary Poppins' Rückkehr; Foto: 2018 Disney Enterprises
2018 Disney Enterprises

Eintauchen in eine bunte Phantasiewelt

Vor allem die Kinder freuen sich über das neue Leben im Haus, denn Mary Poppins nimmt sie immer wieder mit in ihre Phantasiewelt. Beim Baden zum Beispiel tauchen sie ab und entdecken in der Wanne eine Welt mit sprechenden Delfinen und anderen wunderbar schrägen Sachen. Oder aber sie springen kurz vorm Schlafengehen auf die bemalte Oberfläche einer antiken Porzellanschüssel und landen in einer bunten Zeichentrickwelt – ganz ähnlich wie im Originalfilm.

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Ein mit Zuckerguss überzogener Film

Und ja, auch „Mary Poppins Returns“ ist ein Musical. Es wird gesungen und getanzt. Emily Blunt ist die perfekte Besetzung für Mary Poppins, trifft immer den richtigen Ton, mal ist sie arrogant, mal ein herzensguter Mensch und immer mit einer Prise Selbstironie. Sie vermittelt den Banks-Kindern Werte wie Familie und immer optimistisch in die Zukunft zu schauen. Lin-Manuel Miranda als Laternenanzünder und Colin Firth als böser Banker ergänzen sie perfekt.

Der Film ist bunt, zurückhaltend schrill und mit viel Zuckerguss überzogen. Für Musical-Fans genau das Richtige um in Weihnachtsstimmung zu kommen. Ein schön gemachter Film, aber halt eine Fortsetzung, die den Geist der Vorlage kopiert, aber nicht in die Gegenwart überträgt. Deswegen gibt es von mir drei von supercalifragilistixexpialigetischen Elchen.

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Anna Wollner
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SWR3