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Anna Wollner
Anna Wollner, SWR3 Kino-Checkerin; Foto: RBB
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Miles Morales wird von einer Spinne gebissen und wird zu Spider-Man, dem Nachfolger des verstorbenen Peter Parker. Der ist aber nicht so ganz tot. Und überhaupt tauchen aus verschiedenen Parallelwelten seltsame Spinnenmänner-Varianten auf.

Mit großer Macht kommt große Verantwortung. Blabla, kennen wir alle, haben wir im Kino schon gefühlte hundert Mal gesehen. Mal mit Tobey Maguire, mal mit Andrew Garfield und neulich erst mit Tom Holland. Der eine ist ein guter Spider-Man, der andere ein guter Peter Parker aber so richtig gepasst hat keiner. Spider-Man im Kino, das war eine Hass-Liebesbeziehung im Marvel-Universum. Bis jetzt.

Bildergalerie: Spider-Man: A New Universe; Foto: © 2018 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH
© 2018 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Denn was die beiden Lego-the-Movie-Regisseure Phil Lord und Chris Miller hier als kreative Köpfe des animierten Spider-Man abliefern, ist nicht nur großes Kino, sondern auch große Kunst. Sie spinnen – ganz im Sinne von Stan Lee und Steve Ditko – den Mythos um Spider-Man weiter und spielen mit der Botschaft, dass jeder unter der Maske des Superhelden stecken kann.

Viele Spinnenmänner

Hier sind es dann auch gleich eine ganze Handvoll Spider-Leute, die New York vor King Pin retten müssen. Als Haupt-Spider-Man darf Miles Morales, ein 15-jähriger afroamerikanischer Teenager aus Brooklyn die Heldenrolle tragen. Unterstützt von Gwen Stacey als Spider-Girl, einer japanischen Manga-Version Peni Parker, einem Spider-Man-Noir und Spider-Ham Peter Porker.

Bester Spider-Man-Film aller Zeiten

Es ist ein Film, der keinen Halt macht vor einer gehörigen Portion Selbstironie, messerscharfen Dialogen, einem rührenden Animations-Cameo von Stan Lee und gleichzeitig der humoristischen Dekonstruktion eines ganzen Genres. Und der dabei ganz leichtfüßig daherkommt und der beste Spider-Man-Film aller Zeiten ist.

Comic, Manga und Graphic Novel

Noch nie wurde das Wort Comicadaption so ernst genommen wie hier. Phil Lord und sein Kompagnon Chris Miller lassen verschiedene Einflüsse der Comic-Geschichte zu einem Ganzen verschmelzen, verbinden den klassischen Cartoon-Stil mit Comic, Manga und Graphic Novel. Mehr Metaebene als in Spider-Man: A New Universe geht nicht. Das Genre der Comicverfilmung ist mit diesem fulminanten Film von Anfang bis Ende durchgespielt. Deswegen gibt es auch fünf von fünf Spider-Elchen. Denn mehr geht nicht!

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