Die Kultserie „Baywatch“ nahm 1989 ihren Anfang und zählte zu den TV-Superhits der 90er. Jetzt wird sie mit neuen Gesichtern fürs Kino reaktiviert. In die Fußstapfen von David Haselhoff steigt Wrestler Dwayne Johnson. Unser Kino-Checker Jo Müller war selten so genervt.

Viele wohlgeformte Frauen, die in knappen Bikinis und in Zeitlupe den Strand entlang hüpfen oder ständig posende Männer mit Mega-Muckis und Sensations-Six-Packs. Alle sind unglaublich schön und cool – eben so wie in der TV-Serie. Die Sprüche sind so markig, dass sich einem die Fußnägel biegen.

Im Mittelpunkt des Films: Die Revierkämpfe zwischen dem Oberbademeister, gespielt von Dwayne Johnson und seinem neuen, arroganten Rekruten, dargestellt von Zac Efron. Nach dem Motto: WER HAT DEN GRÖSSTEN … Willen? Natürlich gibt’s unter den Super-Machos auch den üblichen Loser-Typen, den schusslig mopsigen Nerd, der sich erst sein männlichstes Teil in einer Holzliege einklemmt und später die knackigste unter den blonden Barbie-Rettungsschwimmer-Püppchen bekommt.

Szenenbilder Baywatch; Foto: PARAMOUNT PICTURES
PARAMOUNT PICTURES

Gequälte Selbstironie

Es wird gerettet und geknutscht, Drogendealern das Handwerk gelegt und willige Schönheiten aus brennenden Schiffen gerettet. Die einstigen Helden bekommen extra Kurzauftritte: David Hasselhoff und Pamela Anderson. Bei Letzterer ist der Auftritt aber so kurz, dass man ihn mehr erahnen als sehen kann.

Was ganz nett ist: Der Kinofilm gibt sich an vielen Stellen selbstironisch. So fragen sich die Protagonisten auch schon mal, warum denn eigentlich hier alle in Zeitlupe herumhüpfen. Das funktioniert ein zweimal, dann aber wirken Selbstreferenzen eher gequält als witzig. So als wolle man eigentlich nur von der selten dämlichen Story ablenken. Weil die Macher ihren Gags nicht trauen, und es auch irgendwann langweilig wird knappe Bikinis und taffe Typen zu gucken, gibt’s zusätzlich eine krude Krimigeschichte um Immobilienspekulationen und Drogendeals.

Hollywood ist Einfallslos

Schnarch! Gähn! Dieser Film ist ein neues Beispiel dafür, dass den Hollywood-Bossen die Ideen wirklich ausgegangen sind und wie verzweifelt sie nach allem greifen, was erfolgreich sein könnte, weil es schon mal erfolgreich war.

Was ich dem Film ernsthaft Übel nehme, sind nicht die seichten Gags oder die dümmliche Handlung, die grellen Klischees und der klebrige Kitsch, sondern dass er ganze zwei Stunden lang ist. Von mir gibt’s zwei von fünf Elchen.

Die Details

Filmplakat Baywatch; Foto: PARAMOUNT PICTURES
PARAMOUNT PICTURES

Baywatch / Baywatch

Actionkomödie

ab 12 Jahren

117 Minuten

USA 2017

Kinostart