Endlich auch mal eine Frau im Kino! Also, eine mit Superkräften. „Wonder Woman“ erobert die Leinwand, rettet die Welt und bricht Kino-Rekorde — ohne dabei zum Sex-Objekt zu werden.

Mit Wonder Woman kommt endlich auch eine Superheldin ins Kino

Superman, Batman, Iron Man und Spiderman – fällt euch in dieser illustren Runde Superhelden irgendwas auf? Genau – es sind alles Männer, die da gefühlt Woche für Woche im Kino die Welt retten. Endlich bekommen die Herren weibliche Konkurrenz, denn mit „Wonder Woman“ kommt knapp 76 Jahre nach Erscheinen des Comics eine DC-Verfilmung ins Kino, die in Amerika gerade schon Rekorde gebrochen hat. Der beste Filmstart eines Blockbusters unter der Regie einer Frau und dann mit einer weiblichen Heldin. Dabei ist „Wonder Woman“ von Patty Jenkins ein feministischer Befreiungsschlag und tut so gut! Endlich bietet ein großer Blockbuster auch mal jungen Mädchen die langersehnte, weibliche Identifikationsfigur im Superhelden-Blockbuster-Kino. Superman und Co. können einpacken.

Ehemaliges Model wird zur Superheldin

Hauptdarstellerin Gal Gadot, ehemaliges israelisches Model und Schauspielerin, macht aus „Wonder Woman“ so eine richtige Bad-Ass-Figur. Sie spielt eine Amazone, die auf einer geheimnisvollen Insel groß wird und dort von ihrer Tante Antiope (House of Cards-Star Robin Wright) das Kämpfen lernt. Eine starke Frau, die sich von Männern nichts sagen lässt, die an das Gute im Menschen glaubt, sich selbst einer größeren Sache verschreibt und für sie kämpft. Und die mehr oder weniger im Alleingang im ersten Weltkrieg die Welt rettet.

Wonder Woman; Foto: © 2017 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC. AND RATPAC ENTERTAINMENT, LLC
© 2017 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC. AND RATPAC ENTERTAINMENT, LLC

Dabei macht der Film alles richtig: das Zusammenspiel der Charaktere, der Look der stylischen Actionszenen, der Humor. „Wonder Woman“ konzentriert sich darauf ein Film zu sein und nicht das Sprungbrett für fünf Fortsetzungen und drei Spinoffs. Wonder Woman als Frau wird nicht sexualisiert – ganz im Gegenteil: Das ironisch gebrochen eingesetzte Eye-Candy ist ein Mann, nämlich der amerikanische Spion Steve Trevor, gespielt von Chris Pine – mit einer Nacktszene für die Ewigkeit. Die Kamera bleibt nie an Gal Gadots leicht bekleidetem Körper hängen, das knappe Kostüm ist nur Mittel zum Zweck, die vielen Actionszenen und (Nah)-Kampfmomente wurden extra für weibliche Körper choreographiert. Wonder Woman ist eine ambivalente Figur, mit der sich jeder identifizieren kann. Mädchen, Jungs, Frauen, Männer – das macht sie universell einsetzbar und zur Geheimwaffe in der Comicverfilmungslandschaft. Eine Heldin, die jedem männlichen Superhelden locker die Show stiehlt.




Die Details

 ; Foto: © 2016 Warner Bros.
© 2016 Warner Bros.

Wonder Woman / Wonder Woman

Action

ab 12 Jahren

141 Minuten

Kinostart