Sie erinnern sich vielleicht noch an die Tatort-Doppelfolge aus München: Sehr düster und mit einem verrückten Messerstecher. Ein Fall, der Leitmayr und Batic verzweifeln ließ. Zum Schluss stellte Leitmayr die Frage: „Wie soll das nur weitergehen… mit uns?“ Jetzt ging es weiter mit den Beiden.

Ja, sie mögen sich wieder, die dunklen Wolken sind wie weggeblasen. Und der wiedergefundene Kuschelkurs zieht sich gleich mehrfach durch den neuen Fall. Es geht um Leidenschaft und Verliebtsein.

Kommissar-Silberrücken Batic vergnügt sich mit einer verheirateten Frau und agiert eher aus seiner unteren Körperhälfte heraus. Die Mama von Assistent Kalli ist hinter Kollege Leitmayr her und gegen die zentrale Figur in diesem Krimi ist Casanova ein Klosterschüler. Der Architekt Thomas Jacobi, ein smarter Schönling Mitte fünfzig, ist gleich in fünf verschiedenen Schlafzimmern unterwegs. Fünf!

Das Faszinierende: Die Parallel-Gespielinnen sind meistens völlig ahnungslos, dass es da noch andere gibt. Und sie sind so nachhaltig in Mister Super-Lover verliebt, dass sie sich auch noch nach Todesfällen in den eigenen Reihen, dabei überbieten dem vor sich hinsülzenden Stenz ein Alibi zu bieten. An dieser Stelle frage ich mich: Was ist das für ein Frauenbild?

Szenenbilder Tatort: Die Liebe, ein seltsames Spiel; Foto: Bayrischer Rundfunk

Heike Gonzor, eine der Geliebten von Thomas Jacobi, wird von den Kriminalhauptkommissaren Franz Leitmayr und Ivo Batic über die zahlreichen Beziehungen von Jacobi aufgeklärt.

Bayrischer Rundfunk

Eifersucht, Triebe und nur ein bisschen Krimi

Okay, das darf man alles offenbar nicht zu ernst nehmen. Klar, es geht um Eifersucht, Triebe und die Fähigkeit, mehr als einem Partner zu lieben, aber diese gewollte Leichtigkeit des Films schlägt gerne ins Belehren um. Fünf-Betten-Jacobi zum Beispiel fragt: „Wo bitte steht geschrieben, dass man nur einen Menschen lieben darf?“ Und obwohl das niemand behauptet hat, kommt kurze Zeit später eine seiner Liebschaften um die Ecke und bläst ins selbe Horn: „Nirgendwo steht geschrieben, wie man zu leben hat und mit wem Menschen sich verbinden.“

Ja, ja... „die Liebe, ein seltsames Spiel“, so heißt die Folge übrigens und sie ist leider auch eine seltsame Folge. Ein bisschen Beziehungsdrama, bisschen Krimi, bisschen Komödie und ein bisschen langweilig. Ich freue mich für Batic und Leitmayr, dass die Beiden wieder in einer etwas entspannten Gangart ermitteln dürfen, aber eine gewisse Portion Spannung sollte doch dabei sein! Von mir gibt’s zwei von fünf Elchen.

SWR3 Elchcheck

Tatort; Foto: ARD
ARD

Die Liebe, ein seltsames Spiel

Krimi

ab 12 Jahren

Sendetermin:

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Website: Tatort.de/Die Liebe, ein seltsames Spiel