Der 17-jährige Simson verdient sein Geld damit, anderen Streiche zu spielen und sie danach ins Internet zu stellen. Als er eine Rockerbande bei einer Party filmt, wird er erschossen - live im Internet.

Der illegale Livestream

Der 17-jährige Simson hat eine Bande von Rockern gegen sich aufgebracht. Mit seiner Drohne hat er sie heimlich gefilmt. Beim Feiern auf einem Schiff, ein Rocker saß dabei sogar gerade auf dem Klo. Ganz Dresden lacht über die Rocker, denn alles wurde live ins Internet gestreamt. Als der junge Drohnenpilot entdeckt wird, muss er fliehen, die ganze Rockerbande hinterher. Nach kurzer Zeit wird der Schüler auf dem Schlossplatz erschossen, ebenfalls vor laufender Kamera. Nur, dass man den Schützen auf dem Video nicht sieht.

Wer war’s nun?

Die Rocker, die scheinbar das größte Motiv hatten? Oder der Manager von Simson, der ein gefeierter Internetstar mit Millionen Klicks und fettem Bankkonto ist? Oder sein ehemals bester Freund, von dem er die Idee geklaut hat im Internet Prankvideos hochzuladen?

Mit dieser Auswahl an Tatverdächtigen beginnt für die beiden Kommissarinnen die Suche nach dem Täter in diesem Dresden-Tatort. Der kommt sehr modern daher, mit zwei jungen Kommissarinnen, die gleichberechtigt und ohne Zickereien untereinander ermitteln. Warum sollen nicht auch zwei Frauen miteinander ermitteln können? Bislang war das im Tatort aber immer ein Quell von Revier-Streitigkeiten und Stutenbeißerei. Was für ein Unfug. Gut so, Dresden-Tatort.

Tatortcheck; Foto: MDR / Gordon Muehle

Der 17-jährige Simson ist ein erfolgreicher "Prankster". Er spielt Anderen Streiche, filmt sich dabei und überträgt es live im Internet. Diese Streiche sind Simsons "Beruf", der ihm einiges an Ruhm und ordentliches Geld einbringt.

MDR / Gordon Muehle

Thema „Glaube“ fehl am Platz

Zum ersten Mal wurde auch das Thema Internet und Soziale Medien richtig zeitgemäß und keineswegs aufgesetzt in einen Tatort eingebaut, sehr stimmig, so wie es auch in unser aller Leben tagtäglich vorkommt. Was aber aufgesetzt scheint, ist das Thema „Glaube“. Ich glaube nämlich, der Tatort war schon fertig geschrieben, und dann kam die Ansage: Der muss aber in die Themenwoche „Glauben“ reinpassen, schreibt mal noch was dazu. Dabei hatte ich vorher gebetet, dass es nicht so kommt. Schade.

Trotzdem trägt die Story auch für einen Tatort. Sie ist nicht herausragend, aber gut geschrieben. Für mich ein solider, mittelmässiger Tatort, was um Gottes Willen nicht heißt, dass er schlecht ist. Gute drei von fünf Elchen!

Die Tatortschauspieler über „Glaube“ im Netz

SWR3 Elchcheck

Tatort; Foto: ARD
ARD

Level X

Krimi

ab 12 Jahren

Sendetermin:

Mediathek: Alle Videos zum Tatort

Website: Tatort.de/Level X