Borowski und Brand müssen einen Mehrfachmörder finden, und das ausgerechnet während der „Kieler Woche“. Schade, der letzte Tatort mit Sibel Kekilli ist kein Glanzstück, doch ein Highlight hat unser Tatort-Checker am Ende doch entdeckt.

Mann erschlägt Frau und zieht dann mordend und brandschatzend durch Kiel. Soviel lässt sich zur Handlung sagen und viel mehr Handlung ist da auch nicht. Alle sind irgendwie furchtbar gereizt und regelmäßig wütend. Roman Eggers, der Mörder – sehr gut gespielt von Mišel Maticevic – brüllt rum und mordet.

Galerie: Borowski und das Fest des Nordens; Foto: NDR / Christine Schroeder

Die Kommissare befragen Eggers‘ ehemaligen Personalchef. Er erzählt den Ermittlern, dass Eggers gekündigt wurde, weil er Sprengstoff entwendet hatte.

NDR / Christine Schroeder

Sibel Kekilli alias Kommissarin Brand brüllt rum und verjagt grölende Besoffene mit dem Golfschläger. Axel Milberg, also Borowski, brüllt weniger rum, besäuft sich aber ordentlich und baggert alles an, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Zwischendrin zofft er sich regelmäßig mit Brand. Die reagiert entsprechend genervt und schmeißt am Ende entnervt hin.

Letzter Tatort mit Sibel Kekilli

Sibel Kekilli und Axel Milberg; Foto: dpa/ picture-alliance

Sibel Kekilli steigt als Tatort-Komissarin aus. „Es braucht natürlich eine Portion Mut, nicht weiter zu machen, aber ich möchte als Schauspielerin wieder mehr Freiraum für andere Projekte und Rollenangebote haben“, sagte sie der „Süddeutschen Zeitung“. Sie habe ihre Rolle geliebt, aber: „Nun ist es jedoch mein Wunsch, ihr Lebewohl zu sagen.“

dpa/ picture-alliance

Ja, das ist der letzte Kiel-Tatort mit Sibel Kekilli. Der Rest sind wild und zusammenhanglos aneinandergeschnittene Szenen, bei denen peinlich genau darauf geachtet wurde, dass alles, was für eine Handlung wichtig wäre, im Film nicht zu sehen ist. Das wird dann in Dialogen und Monologen abgehandelt, die entsprechend ausfallen, wenn Borowski beispielsweise über den Täter sinniert, dass der schon tot sei, das aber noch nicht wisse, also ein Geist sei. Deswegen sei er auch so schwer zu schnappen.

In der Kaffeeküche des Kommissariats hängt ein Zettel an der Wand: „Es glänzt nicht mehr!“ Wahre Worte! Dabei ist das alles gewollt, Regisseur Jan Bonny hat im ARD-Interview gesagt, er halte es für Kokolores, dass Figuren eindeutig sein sollten. Außerdem mache er keine Krimis, sondern dramatische Polizeifilme. Das mag ja gelungen sein.

Zwei Elche für den Täter

Aber ob das dem Publikum dann auch gefällt, das ist eine andere Frage. Mir hat Mišel Maticevic als Täter gefallen, sehr gut sogar. Dafür gebe ich zwei Elche. Das war’s dann aber auch.

SWR3 Elchcheck

Tatort; Foto: ARD
ARD

Krimi

ab 12 Jahren

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Website: Tatort.de/Borowski und das Fest des Nordens