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Der Film erzählt die Geschichte von Paul, einem 18jährigen Schüler aus Paris, der davon träumt DJ zu werden. 1992. In zwei Stunden gibt's einen Schnelldurchlauf durch 20 Jahre French House. Es geht ums Träumen und Scheitern und ein bisschen um Daft Punk.

French House, Garage und Techno sind noch lange nicht in den großen Pariser Clubs angekommen, sondern finden im Untergrund statt, in kleinen, außergewöhnlichen und oft schwer zu findenden Locations.

Jedes Wochenende pilgert Paul mit seinen Freunden zu den unterschiedlichsten Raves. Mit dabei sind auch Thomas und Guy-Man, ein DJ-Duo namens „Darlin“, bald darauf heißen sie Daft Punk. Paul und sein Freund Quentin sind schnell infiziert vom DJ-Virus und haben mit ihrem Duo „Cheers“ die ersten Erfolge auf Partys. Mit den Erfolgen kommen die Mädels, das Koks und der Alkohol.

Sein Literatur-Studium hat Paul längst hingeschmissen, nur seine Mutter weiß nichts davon. Je erfolgreicher Paul wird, je mehr Geld er verdient, je mehr Drogen er nimmt und Frauen verschleißt, desto unglücklicher wird er und desto größer werden seine Schulden und seine Probleme, er merkt es nur nicht oder will es nicht merken. In den zwei Stunden, die der Film dauert, vergehen 20 Jahre, in denen wir Paul begleiten. Am Ende ist er kein DJ mehr und ziemlich kaputt, Hoffnung gibt es aber trotzdem noch.

Daft Punk mit Running Gag

Die französische Regisseurin Mia Hansen-Løve hat ihr Drehbuch auf der Geschichte ihres Bruders Sven aufgebaut, im wirklichen Leben natürlich ein DJ. Gedreht hat sie ihn mit wunderbaren französischen und amerikanischen Nachwuchsschauspielern und einem einmaligen Soundtrack aus 20 Jahren French House, Soul und Garage. Daft Punk haben für diesen Film ihre Songs übrigens gratis zur Verfügung gestellt. Ihre Geschichte wird dabei immer nur am Rande gestreift. Der Running Gag ist, dass sie zwar immer berühmter werden und ihre Hits im Radio laufen, sie aber nie vom Türsteher in die Clubs gelassen werden, weil keiner weiß, wie sie wirklich aussehen und ihnen deshalb keiner glaubt, dass sie Daft Punk sind, obwohl sie stets auf der Gästeliste stehen.

Wer schon immer mal wissen wollte, wie French House entstanden ist und dabei auch noch einen wirklich schön erzählten, unaufgeregten und trotzdem packenden Musik-Film sehen will, der sollte sich Eden: Lost in Music nicht entgehen lassen. Ein wehmütiger Film, der trotzdem voller Lebensfreude ist. Ein Film vom Träumen und vom Scheitern. Und natürlich auch ein bisschen von Daft Punk.

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