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In einem der ersten Kino-Highlights des Jahres erwartet uns eine Mischung aus Biografie, Thriller und Drama. Unglaublich fesselnd wird erzählt, wie Alan Turing die Codemaschine ENIGMA knackt und damit sein Todesurteil unterschreibt.

Nicht nur der Film als solches ist spitzenklasse, sondern auch Hauptdarsteller Benedict Cumberbach. Als Sherlock Holmes wurde er bekannt, als Alan Turing, der Mathematiker, der das Rätsel um ENIGMA lösen will, übertrifft er sich selbst. Alan Turing ist einerseits mathematisches Genie, andererseits absolut null gesellschaftsfähig. Er hat keine Manieren, dafür ein Ego so hoch wie der Mount Everest. Der geniale Sonderling meldet sich beim britischen Militär, um ihm aus der Patsche zu helfen und das Geheimnis der Nazi-Codemaschine zu lösen.

Genies sind kompliziert

Er wird Teil des Enigma-Teams in Bletchley Park, wo er zusammen mit anderen klugen Köpfen versucht, ENIGMA zu knacken. Für alle Beteiligten wird es zum brutalen Überlebenskampf. Nicht nur wegen der gewaltigen Aufgabe, sondern auch, weil sich herausstellt, dass Turing zwar ein grandioser Denker, aber eben auch ein flegelhafter, selbstgefälliger Eigenbrötler ist. 

Zu Recht acht Oscarnominierungen

Der Film basiert auf einer wahren Geschichte. Aber trotzdem ist er mehr als nur eine Kinobiografie über Alan Turing. Der Film ganz vieles. Kino-Biografie, Thriller und Drama. Eine wirklich atemberaubende Mischung, die perfekt funktioniert. Erzählt wird die Story in verschachtelten Rückblenden. Man erlebt nicht nur mit, wie es Turing und seinen Kollegen gelingt das Problem zu lösen, sondern man erfährt auch von Turings ganz persönlicher Tragödie. Er ist schwul und das in einer Zeit, als Homosexualität ein absolutes Tabu war. Genau da macht der Film auf einen Skandal aufmerksam: Der Mann, der den Enigma-Code schließlich geknackt hat, damit wahrscheinlich Millionen von Menschenleben rettete und außerdem einer der großen Pioniere der Computertechnologie war, wurde 1952 wegen Homosexualität angeklagt und verurteilt. Was dann kurze Zeit später zu seinem Selbstmord führte. Ein großartiger, spannender und intelligenter Film. Eines der ersten Kino-Highlights 2015 und ein Film, der gute Chancen bei der Oscarverleihung hat.

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