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Blauer Dufflecoat, roter Hut und darunter immer ein Toast mit Orangenmarmelade. Und recht haarig ist er auch. Paddington, der Bär, der aus dem Dschungel kam.

Paddington ist nach der Queen der britische Exportschlager. Im ersten Film von Regisseur Paul King und Harry-Potter-Produzent David Heyman musste sich der Bär aus Peru gegen Nicole Kidman als Bösewicht behaupten und in London integrieren.

Jetzt ist Paddington zuhause

In Paddington 2 ist er voll integriert, in London angekommen und Familie Brown hat ihn so richtig lieb. Und weil Paddington ein großes Herz hat, will er seiner Tante Lucy – eben jener Bärendame, die ihn in Peru aufgezogen hat – zu ihrem 100. Geburtstag etwas ganz Besonderes schenken. Im Antiquitätenladen von Mr. Gruber wird er fündig: Ein altes Popup–Buch über London hat es ihm angetan. Das erste große Highlight dieses liebenswertes Films ist, wie sich das Buch entfaltet und wie Paddington mit Tante Lucy das erste Mal durch die Seiten des Buches spazieren geht.

Doch es gibt auch Drama. Großes sogar. Denn bevor Paddington das Buch kaufen kann, wird es von einer zwielichtigen Gestalt geklaut. Paddington, der den Dieb auf frischer Tat erwischt, wird selbst zum Verdächtigen, dann verurteilt und kommt in den Knast.

Ein Bär zum Verlieben

Paddington als Film-Figur ist einfach nur wunderbar. Er ist tollpatschig, chaotisch und hat ganz viel Herzenswärme, die er gerne teilt. Und er war bzw. ist ein Fremder – eine Situation, die wir alle kennen. Denn wir alle waren irgendwann irgendwo irgendwie schon einmal fremd – und können uns so mit ihm identifizieren. Obwohl Paddington an sich animiert ist, passt er perfekt in das Umfeld der Menschen, so dass man schnell vergisst, dass er nur eine erschaffene Kunstfigur ist.

Paddington 2 ist für mich einer der schönsten Kinder– und Familienfilme des Jahres: voller Phantasie, voller Spaß und ganz viel Liebe fürs Detail. Hugh Grant spielt voller Selbstironie den Bösewicht, einen abgehalfterten Schauspieler, der Werbung für Hundefutter machen muss, um über die Runden zu kommen. In der deutschen Fassung wird Paddington von Elias M'Barek gesprochen. Darüber kann ich hinwegsehen und guten Gewissens sagen: Schöner wird es nicht mehr in diesem Jahr im Kino.

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